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Zweiter Band. Bo bis C.
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Brac traten

Brach

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— Brachmonat ist der sechste des Jahres, der Sommermonat, Im

lind Nord, oder das vormalige Staatcnbrabant 7 Deputirte zu den General-,staatcii des Königreichs.

Brach heißt, im Ackerbau, ungepflügt, angebaut, ruhend. Wie die thie-rische Ichkur, glaubt man, bedürfe auch die Getreide tragende Erde einer Ruhe zurAusrechthalrung ihrer hervorbringenden Kräfte. Man läßt deßhalb ein Ackerfeld,nachdem es einige Jahre Getreide getragen, ein Jahr unbcsät, wo es alsdannsich selbst überlassen, Gras, auch Klee hervorbringt. Durch die Verwesung derKlee -- oder Graswurzeln sammelt das Land neue Kräfte (Dammerde) und trägtdann niik weniger oder gar keiner Düngung wieder Gelrctdefrucht. Wo es jedochnicht an dem nöthigen Dünger fehlt, bedarf es der Brache nicht. 'An einigen Dr-,ten läßt man den Acker auch brach liegen, um ihn als Grasland zu benutzen. InNiedersachsen heißt es dann Dreesche. — Brachen heißt ein brachgelegenes Feldzum ersten Male wieder pflügen, es stürzen; in manchen Gegenden wird es fürbrach liegen lassen genommen. Beim Weinbau bedeutet es: vorn Unkraut rei-nigen

iiius, weil mau in demselben zu brachen pflegt.

B r a ch m a n e n, s. Gymnosophisten.

B r a ch m a n n (Louise Karoline), geb. den 9. Febr. 1777 zu Rochlitz , woihr Vater, dessen gebildeter Geist auf seine Tochter zuerst einwirkte, Kreissecretairwar, zeigte schon früh Talent zur Poesie. In Weißenfels , wohin ihr Vater 1787versetzt worden war, machte Louise in dem v. Hardenberg'schen Hause die Bekannt-schaft des Dichters Novalis (s. Horden borg), durch den sie für das Höhere er-weckt und begeistert wurde. Die Romantik des MittelalrerS zog sie besonders an.Von Novalis au Schiller empfohlen, trat sie, unter dem Namen Louise, zuerst mSchillcr'S „Musenalmanach für 1799" als Dichterin auf. «Lei! 1803 lebte fte,nach dem Tode ihrer Ältern, erst in Jena, dann meistens in WeißenfelS , mitschriftstellerischen Arbeiten („Gedichte", 1800, n. A. 1808. Novellen und kleineRomane; Beiträge zu Taschenbüchern, zu Kind'S „Harfe" ie.) beschäftigt. Zart-heit, Tiefe des Gefühls und eine sanfte Melancholie zeichnen die romantisch-epi-schen Dichtungen dieser Sängerin der Liebe, zumal der unglücklichen aus. 1820schrieb sie „Schilderungen aus der Wirklichkeit". Getäuscht in manchen Lebens.Hoffnungen, endigte sie den 17. -Lept. 1822, bei einem Besuch in Halle, ihrLeben freiwillig in der ö^aale. («. ihre Biographie vor dem 1. Bde. ihrer„Auserlesenen Dichtungen", Leipz. 1821, vom Pros. Schütz.)

Brachygraphi e , die Kunst, mir Abkürzungen zu schreiben; die Schnell-schreibekunst ist gleichbedeutend mit -Lkenographie oder Tachvgraphie.—Bra-ch »log ie ist die Kunst, kurz und gedrängt zu reden; zugleich der Fehler in derSchreibart, wenn man durch gezwungene Kürze dunkel wird. Es wird in derMusik gebraucht, wenn in einem langsamen Gesänge eine geschwinde Stellevorkommt. — Drachykata lettisch heißt in der Dichtkunst ein Vers, anwelchem eine Sylbe oder ein Fuß fehlt.

Bracreaten, Hohlmünzen, Blechmünzcn, sind Münzen von Gold-oder Lilberblech mit unförmlichen Bildern, welche nur auf Einer Fläche gestempeltsind und daher das Gepräge von der einen Seite erhaben und von der andern hohldarstellen. Am wahrscheinlichsten bleibt, daß diese so häufigen Münzen unterDtto's I. Regierung, als die Silberbergwerke des Harzes das beliebteste Tauschmu-tel in Menge gaben, in jener Gegend entstanden und von dort aus in alle die Landersich verbreiteten, wo römisches Geld noch nicht gekannt oder in Menge verbreitetwar. Daher möchten wol italienische, spanische, englische Braeteaten nicbt gefun-den werden. Als ursprüngliche Form ahmie mau die byzantinischen Goldmünzennach, die gerade um jene Zeit an Dicke verloren, was sie an Ausdehnung gewon-