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Zweiter Band. Bo bis C.
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Branntwein

Brandt (Graf)

lind freier Besinnung, Welt: und Menschenkenntniß. Don der Hagen hat es ins. „Narrenbuche" aufs neue abdrucken lassen.

Brandt (Graf), s. Struensee.

Brandung, jeder in der See, unfern des klferS, auch bei Mündungenvon Flüssen gelegene Ort, wo die Strömung mit großer Gewalt, mit Schäumenund Zischen, an verborgene Klippen oder an das felsige Ufer schlägt. Aucb dieseschäumende Brechung der Wellen selbst heißt Brandung. Die Kraft des Aufruhrsim Wasser richtet sich nach dem Winde, nach der Strömung und nach der Beschaf-fenheit der Klippen. In den Meeren, welche PaMwinde haben, sind die Bran-dungen am gefährlichste».

Brandwache hieß die Wache hinter dem Feldlager. Ihr lag vornehm-lich die Aufrechtbaltuug der Polizei, die Aufmerksamkeit auf die Lagerfeuer, dieBewachung der Arrestanten und Gefangenen, und nächstdem auch die Sicherstel-lung gegen Überfälle im Rücken des Lagers ob. — In der Seesprache heißtBrandwache ein Schiff, welches in einiger Entfernung von der Flotte alsWacht-, auch als Kundschaftsschiff gelegt wird. An einigen Orten, wiez.B. inHamburg , nennt man auch Brandwache die Mannschaften, welche des Nachtsausgeschickt werden, um Veranlassungen zu Feuersbrünsten zu verhüten und beischon ausgebt ochenen die ersten Löschanstalten zu bewirken.

B rannkwein, eine geistige Flüssigkeit, welche aus verschiedenen in gei-stige oder Weüigährung gebrachten mehlhaliigen Pstanzenstoffen, als Getreide,Kartoffeln, Obst, Bier-und Weiuhefe», Weintrebern-c., auch Wein, meistensaber aus Getreide, durch Destillation (oder Brennen) abgezogen wird. Er ist imAllgemeinen eine mehr oder minder starke Mischung von Alkohol und Wasser.Das Verfahren ist kürzlich dieses: Das zum Brennen bestimmte Getreide wird,nachdem es geschrotet, mir dem dazu kommenden Malze in den Meisch-oderMöschbottich eingemeischt, d. h. mit lauem Wasser eingerührt. Wenn es eineViertelstunde gestanden, wird es in heißem aber nicht kochendem Wasser so langegerübrt, bis es lau ist. Dann kommt die Hefe dazu, um die geistige Gährung zubefördern; das Gefäß wird bedeckt, und das Gemisch bleibt ruhig stehen, bis dieGährung erfolgt und derMAsch oder Mosch, d. i. die Masse, in die Branntwein-blase kommt. Es wird Feuer darunter gemacht, und die Masse fortwährend ge-rührt. Der Geist entwickelt sich in Dämpfen und geht durch die Leitung, die ererhält, in Flüssigkeit über. Dieser erste Abzug, der noch ungenießbar ist, heißtLauer oder Lütter . Ein zweiter Abzug gibt den einfachen Branntwein, der dritteden doppelten, der vierte den Weingeist lFpirUu^ r iui reeliliuatu!'), und dcrsünsteendlich den wasserfreien Weingeist (.-güi itt,» ei,,i ik-cü'tt'wati-^iiuuO, den Alkohol.Nach dem Main-jak, woraus der BranniMcin gezogen wird, erhält er seinen Na-men. Der Franzbranntwein in Frankreich wird aus Wein, Weinhefen und Wein-trebern gezogen und heißt, nach den DerfertigungSorten, Cognac oder Coignac, Or-leans, Bordeaup :c.; Kornbrannkwein allenthalben aus Roggen, Weizen, Gerste,Hafer, einzeln oder gemischt. Auch Kartoffeln, Mohrrüben, Runkelrüben :c. gebenBranntwein. (Man s. Arak, Rum, Taffia.) Setzt man zur zweiten De-stillation des GetreidebranntweinS noch Gewürze, Blumen, Wurzeln, Kräuter, soerhält man Aguavite, die dann, nach den Bestandtheilen, Kümmel-, Anis-, Nelken-,Cikronenbranntwein u. s.w. heißen. Diese mit dem gehörigen Zucker, um siewohlschmeckend zu machen, zubereitet, geben den Rosoglio, Rosoli, der auf unzähligeArt abgeändert und danach, oft auch ganz willkürlich, wie es eben die Modewill, benannt wird. Die Araber sind die muthmaßlichen Erfinder der Brannt-weinbrennkunst. Die Tataren ziehen auch Branntwein aus Milch, —Bran nt-weinwaae, s. Aräometer. (S. Hermbstadr'S „Chemische Grundsätze derKunst, Branntwein zu brennen", 2. Auch, m. K., Berl. 1823, 2 Thle.)