Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Brantuim

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Brasilien

B r a n r <> m e (Pierre de BourdeilleS , Herr der Llbtei von), war zu Perl-,gord gegen 15,27 geb. und starb am 15. Juli 1611. I» seiner von ihm verfaßtenGrabsck, ist erzählt er mit viel Ruhmredigkeit, wie er die erste» Waffen unter demgroßen Franz von Guise getragen und nachher den Königen, seinen Herren, gedienthabe. Nach dem Tode Karls IX. zog er sich auf seine Güter zurück und schrieb hierseine Memoiren, die bei allem Selbstlobe naiver Eirelkeitviel Anziehendes enthalten.Sie sind ein lebendiges Gemälde seines Zeitalters ; alle große Personen desselbenhatte B. kennen gelernt, von allen wichtigen Ereignissen war er Zeuge, wo nichtTheilnehmer gewesen. B. hat ganz den Charakter siines Geburtslandes (Gas-cogne) und seines Standes. Recht oder Unrecht kümmert ihn nicht; alsHof-^mann tadelt er nie die Großen, aber er sieht und erzählt ihre Fehlerund Verbrechenum so freimüthiger, als er selbst nicht gewiß ist, ob sie gut oder böse sind. DieEhrender Frauen ist ihm ebenso gleichgültig als die Moral der Männer; er erzähltdas Ärgernis, ohne es zu fühle», und stellt es als eine einfache Sache dar, von derfein Aufsehen zu machen ist. Er spricht von dem gute» König Ludwig XI. , derseinen Bruder habe vergiften lassen, und von ehrenwerthe» Damen, deren Aben-teuer nur seine Feder auszeichnen kann. So versetzt er uns mitten in jenes Jahr-hundert, wo das erlöschende Rikterthum mit den aufstrebenden, aber noch unge-ordneten Sitten der neuern Zeit kämpfte, und dieser Kampf mehr als gewöhnlicheKräfte entwickelte. B. war ungeachtet des umherschweifende» Lebens, das er ge-führt hatte, wissenschaftlicher gebildet als die meisten seiner Waffengesährten. Erhinterließ: „äls'lixüies «» e ies des lioxxnes illnsiros ol ginuds oapindiics ki. 111 -rais"; „Vies des grimds capittdiics eti:u>^ers"; „Vier des d.inics illustres";„Vies des dames ^ubudes"; „ckneedutes tonobunt lesduels"; llo lomouttides<l juiemeuil des Uspagaxils" S. Schriften wurden erst 1666 bis 1740 12Mal, theils zusammen, theils in einzelnen Abtheilungen herausgegeben.

Brasil ie », Kaisenhum in Südamerika . Dieses große Land, eins derreichsten und fruchtbarsten des ErdbodcnS, kennt man feit zwanzig Jahren genauer, ins-besondere durch Koster, Mawe, Graut, Langsdorf, Efchwege, den Prinzen Max vonNeuwied; in naturhistor. Hinsicht durch Spir und Martins, durch den östr. Natur-forscher Jos. Natterer (1822—24), durch dieDoctoren Mika» und Pohl aus Prag (vgl. die bei Traßler in Brunn 1820 — 22 aus amtlichen Berichten mitgetheil-ten Nachrichten lind die „liibl. ital.", 1823), durch die Britin Maria Graham(1821—23) u. A. mehr. Brasilien hat mit Einschluß des östl. Paraguay , Guia-na's und Südostperu s (ohne Cisplatana oder Montevideo , s. d., mit 10,565IHM., 176,000 Einw.) 125,000 H>M. und gegen 7 Mist. Einw. (nach Freyreiß).Davon sind höchstens 2000 IHM. angebaut. Der natürliche Reichthum Brasi-liens besteht in großen Heerden Rindvieh, auch vielen und guten Pferden; esbringt-Laftan, Baumwolle, Krystall, Ambra, Balsam, Brasilien -oder Fernam-bukholz, Cochenille, Taback, Zucker, Caffee , Indigo, Ingwer, Pfeffer, China-rinde, Getreide, Holzn. dgl. in Überfluß hervor; seine wichtigstenErzeugnissesindDiamanten und Gold. Beide werden meistens auf dem Grunde der Flüsse und inden vorn Rege» gemachten Gräben gesucht. Zu Anfange des gegenwärtigen Jahrh,betrug die Masse des an die Regierung abgelieferten Goldes jährlich an 30,000Mark. Außer den Ureinwohnern, welche noch sehr roh sind, wohnen in Brasilien über l Mill. Weiße; die übrigen sind Creolen, Mestizen und Neger (deren ehemalsjährlich 40—50,000, im I. 1826 24,748 dahingebracht wurden).—Durchdas Innere ziehen sich Fortsetzungen der Cordilleras, die nach den Küsten zulau-fen und mehre Vorgebirge bilden. Die Hauptflusse sind der Maranhon oder Ama-zonensiuß, der Gran Para oder Tocantines, Parana , Rio Francesco u. s. w.;der größte Landsee: der akarayeS; Meerbusen: die Asterheiligenbai, die St.-Vin-cent-oder Santosbai, der Merim-oder Mirunsee. Das Klima ist, da Brasi-Eviwcrüttivtts »Lcxicvu. Gv. II. 11