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Zweiter Band. Bo bis C.
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Brasilien (Geschichte von 1500 bis 1808)

lien in der beißen Südzone liegt, im N. zwar sehr heiß, aber durch häufige Re-gen abgekühlt, im S. gemäßigter und gesunder.

Ein Zufall warf den Portugiesen Pedro Alvarez Cabral 1500 an die Küsteeines unbekannten Landes, das später nach dem dort für Färbereien aufgefundenenHolze Brasilien genannt wurde. Portugal nahm das große Land nach seiner Kü-stenausdehnung von 800 Meilen in Besitz, schickte aber jährlich nur 2 Schiffedahin, welche Verbrecher, Juden und Lusidirne» nach Brasilien führten, Holz undPapageien aber zurückbrachten. Glücklicherweise verwies man dahin auch dievon der Inquisition Verurthcilten, welche das Zuckerrohr von Madeira in Brasilien mit solchen, Erfolge anpflanzten, daß es bald ein Gegenstand der Ausfuhr wurde.Endlich beschloß König Johann I II. das Land zu colonisiren. Auf seinen Befehlgründete Thomas de Sousa 1549 daselbstdie Stadt San-Salvador, und Jesuiten bemühten sich die Eingeborenen zu entwildern. Zugleich erlaubte derKönig seinemAdel, Strecken Landes für sich zu erobern und anzubauen. Während der spani-schen Herrschaft in Portugal eroberten die Niederländer 1624 San-Ealvador unddie ganze Landschaft Bahia, 1630, mir Pernambuco , worauf ihr Statthalter da-selbst, Fürst Moritz von Nassau, 1637 fg. von 14 Provinzen, aus denen Brasilien bestand, die Hälfte, die an der Küste lag, der Republik unterwarf. Erlief, währendseines 10jährigenAufenthalksin Bahia durch seinen deutschen Leibarzt, Markgraf,alle Merkwürdigkeiten jener Küste genau zeichnen und abmalen. (Dieses Werk befin-det sich in der königl. Bibliothek zu Berlin .) Nach der Thronbesteigung des HausesBraganza in Portugal, 1640, schloß die Republik mir Portugal eine» 10jährigenWaffenstillstand, nach welchem die NiederländerimBesitze Brasiliensbliebe,,. Alleinbald, seit 1645, unternahmen die weltliche» Grundbesitzer einen Infurrections-krieg, von Eromwell und selbst von dcrportug. Regierung heimlich unterstützt. End-lich nöthigte ei» kühner Abenteurer, Cavalcante, nach mehren glücklichen Gefechtendie Niederländer den 28. Jan. 1654 zu öapituliren und Brasilien zu räumen.Darauf verzichtete die Republik 1661, unter Englands Vermittlung, gegen eineSumme von 350,000 Pf. St. auf alle Ansprüche an Brasilien . Nun ge-schah zwar etwas mehr zur Civilisation des Landes; allein die Jesuiten hielten denGeist der Weißen in Fesseln und die Eingeborenen in einer steten Unmündigkeit.Dazukam, daßdie Regierung den letzter» Frohndienste auferlegte, und daß sie durchdie1679 am laPlata, Buenos-Ayres gegenüber, gegründeteColonieSän-Sa-tz ramento, des von hier aus in die spanischen Provinzen getriebenen Schleich-handels wegen mit Spanien in Streitigkeiten gerieih. Die Spanier bemächtig-ten sich der Colcnie, die ihnen nach manchem Wechsel der Herrschaft endlich 1777verblieb. Unterdessen stieg der Werth Brasiliens für Portugal höher, als nian da-selbst seit 1698 Geldmittel, und nach 1728 Diamantgruben entdeckte. Brasilien lieferte seitdem, bis 1810, nach Portugal 14,280 Cenkn. Gold und 2100 Pf.Diamanten, dje zuletzt aber dennoch der Ausländer, vorzüglich der Brite, auf deMlissabonerMarkte für sich zu gewinnen wußte. Dadurch wurde Rio-Ianeiroder Stapelplatz für den Ertrag der brasilischen Bergwerke und der einheimischenErzeugnisse. A llein die Verwaltung war nichts weniger als zweckmäßig, um Landund Volk zu einem in sich wachsenden Wohlstände zu erheben. Die Aufmerksam-keit der Regierung war fast nur aufdie Benutzung der Goldwäschen und Diamant-gruben gerichtet, und die Verwaltungskunst bestand in der Erhebung von Zöllenund Handelsabgaben, die der Staat in den befestigten Handelsplätzen an der Küsteerhob, auf welche der Handel allein beschränkt blieb. Fremde wurden ausgeschlossenoder eifersüchtig bewacht, und der freie Verkehr durch eine geheimnißvolle Sperregänzlich gelähmt. Im Innern waren durch die Gunst der Könige aus dein HauseBraganza seit 1640 an die nachgeborenen Söhne des portugiesischen Adels, welcheauf die Majorate ihrer Familien keine Hoffnung harten, die vermessenen Marsch-