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Zweiter Band. Bo bis C.
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Brasilien (Kaiserthmn seit 1822)

werden Preßvergehcn nach dem Gesetz»' bestraft. ?llle Privilegien, Gilden ic. sindabgeschafft. Die katholische Religion ist die des Staats; andern Religionen wird derhäusliche Gottesdienst, doch ohne kirchliche Auszeichnung, gestattet u. s. w. — Die;ser liberalen Constitulion ungeachtet gewann in Pernambuco die republikanischeParkei die Oberhand. Der vorn Kaiser abgerufene Präsident Man. de CarvalhoPaeS d'Andrade wollte daselbst die nördlichen Provinzen zu einer Republik, die sichdie Union des Äquators nannte, vereinigen. Als aber der Kaiser den von Portugal her gedrohten Angriff nicht mehr zu befürchten hatte, so ließ er Pernambuco im Amgust zu Lande und zu Wasser, unter der Anführung des Lord Cochrane und des Ge-,nerals Lima , angreifen. Carvalho und Darros, nebst einem großen Theil der Ein-,wohner, leisteten hartnäckigen Widerstand ; allein schon am 17. Sept. 1824 warddie Stadt von der Landseite mit Sturm genommen; Carvalho hatte sich auf einengl. Kriegsschiff, die Übrigen in das Innere des Landes geflüchtet.

Im folgenden Jahre sandte der Kaiser den General Brandt und den Ritterde Carnciro nach London , um daselbst mit dem porcug. Minister, Marg. de Villa-real, über die Unabhängigkeit Brasiliens zu verhandeln. Dasselbe geschah nach-her in Lissabon durch den außerordentl. britischen Dorschafter Sir Charles Stuart,der endlich inRio-Ianeiro mit dem brasst. Minister der auswärt. Angeleg., LuizIosede Carvalho e Mello, die 'Ausgleichung zwischen Brasilien und Portugal am 29.August 1828 unter folgenden Bedingungen zu Stande brachte: 1) Brasilien wird als ein unabhängiges, von Portugal und Algarvien getrenntes Kaiserreichanerkannt; 2) der König von Portugal tritt seinem Sohne und dessen recht-mäßigen Nachkommen die Souverainetät über Brasilien ab; 3) der König vonPortugal behält sich den Titel Kaiser von Brasilien , bloß für seine Person,vor; 4) der Kaiser Don Pedro verspricht, von keiner portug. Colonie Vorschlägewegen einer Vereinigung mit Brasilien annehmen zu wollen; 8) der Verkehr zwi-schen beiden Nationen wird hergestellt, und gegenseitig alles eingezogene Eigenthumzurückgegeben oder ersetzt. Der König von Portugal genehmigte diesen Vergleich den18. Nov. 1828. Seitdem hat der Kaiser von Brasilien Gesandte an den Höfen zuLissabon, London, Paris und Wien angestellt. Sir Charles Stuart schloß hieraufzu c,»io am 18.Oct. 1828 einen FreuudscbaflS-und Handelsvertrag, und einen andernVertrag den 23. Nov. 1826, die (auf 4 Jahre noch verschobene) Aufhebung desSklavenhandels betreffend, zwischen Brasilien und Großbritannien ab. Beidewurden aber von dem Könige von Großbritannien nicht ratificier, weil darin u. A.die gegenseitige Auslieferung politischer Verbrecher (oder desHochverraths Beschul-digter) und Flüchtlinge stipulirt worden war. — Um diese Zeit drang die Re-gierung der Vereinigten Staaten am Plata auf die Herausgabe derBanda-Orien-tal, welche Brasilien seit 1816 in Besitz genommen hatte. Der Kaiser erklärtedaher den 10. Dec. 1828 an BuenoS-Ayres den Krieg und ließ durch seine Kriegs-schiffe die Mündung des Plata sperren. Allein die Cisplataner, nebst den Ein-wohnern von Montevideo , hatten bereits für die Verbindung mit dem Plata-staatenbunde die Waffen ergriffen und Maldonado genommen. General Lecor(Dicomte de Laguna) behauptete sich jedoch in Montevideo . Gleichwol nahmder Platastaat die Banda-Oriental förmlich in seine Union auf, und am Endedes I. 1825 besaß Brasilien in der Banda-Oriental nur noch Montevideo unddie Colonie del Sän Sagramento. — Wichtiger war die Frage: ob der KaiserDon Pedro der Nachfolger seines Vaters, des Königs Johann VI. in Portugal ,sein werde? Dieser war den 10. März 1826 gestorben und hatte seine Tochter,die Infantin Isabelle, zur einstweiligen Regentin ernannt. Don Podro konnte,nach der brasst. Constilution, Brasilien ohne Bewilligung der Generalver-sammlung nicht verlassen. Er trat daher zwar die Regierung von Portugal anund gab diesem Königreiche eine repräsentative Constitulion; allein er verzich-