Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
171
JPEG-Download
 

Braunschwelg-Wolfenbüttel 111

dem Fürstenth. Wolfenbüttel, dem Fürstenth. Blankenburg , dem StistsamteWal-kenried, dem Amre Thedinghausen und deni Communion -iltiterharze. DerJlnkheildes herzogl. Hauses am Unterharze beträgt, nach dem Tauschvertrage niitHanovervon 1788, nur noch vom Rammelsberge, dem Eisenhüttenwerke Gittelde undder Saline Iuliushals DasHerzogth. Braunschweig mit 6 Bezirken hat in 12>Lt.,15 Mfl,, 417 D. über 211,000 E. auf71 OM., wovon das Ackerland 542,000,die Wiesen, Weiden und )lnger 416,000, die Holzungen 406,000, die Städte,Dörfer, Wege, Flüsse, Teiche und nicht urbaren Platze 97,000 braunschw. Mor-gen einnehmen. Der wolf-nbüttelsche und schöningensche Bezirk haben den zumAckerbau am meisten geeigneten Boden. Der Harz - und Weserbezirk sind weit ge-birgiger und daher zum Kornbau weniger geeignet. Nur hier und da gibt es frucht-bare Äcker, unter welchen die Aue, das Odfeld, das Weser - und Leinthal sich aus-zeichnen. Das Hauplgebirge ist der Harz mit seinen Verbergen: der Hübe, demKühler und Hils. Sämmtliche Gebirge sind mit Laub- und Nadelholz besetzt.Don dem ungeheuern Waldbruche, dem von der Ohre durchströmten Drömling ,kommt etwa H auf den braunschweig . Antheil. Zu dem Weserstromgebiete gehö-re» hier die Aller, Leine, Oker und Fuse. Die unbedeutender»: die Ohre, Bode,Zorge und Wieda, vereinigen sich mittelbar oder unmittelbar mit der Elbe . DasKlima ist gesund, am mildesten in den beiden nördlichen Bezirken; weit rauher inden südlichen und im Blankenburgischen, wo die Kälte im Winter oft sehr heftig,und die Luft im Früh- und Epätjahre strenger, aber auch die Hitze im hohenSommer, wenn die Sonnenstrahlen von den Gebirgen auf die Thäler zurück-prallen, weit drückender als aus dem stachen Lande ist.

Die Dolksmasse gehört ihrer Abstammung nach zu den Sassen, unter welchendie Cherusker, Brukterer und Angrivarier die ersten Rollen spielten. Hermann derCherusker war ein sassischer Fürst, und sein Allode lag an den Ufern der Weser .Hier ward auch auf dem Ihdtselde (u.>,n,»i< iWt-ivi.-mH mitDrusuü GermanicuS gckämpft, den Tiber sandte, um Varus's Niederlage in Teutoburgs Wäldern zurächen. Durch Heinrich des Löwen Fall ward 1180 das große sassische Herzogth.zersplittert. Otto das Kind trug 1235 die kerzogl. Würde auf seine Allodialländerüber, und es entstand das Herzogthum Braunschweig-Lüneburg , dessenEinwohner sich von nun an Braunschweiger nannten. Doch ist noch jetzt ihre Ab-stammung in Sitten und Gebräuchen, wie in dem Nachhall altlassischer Gesetze,unverkennbar. Später sind Wenden eingewandert, von deren Abkunft sich nochSpuren in der Aussprache und in den Name» mancher Wohnsitze, als Wentezell,Wendeburg, Wendhausen, erhalten haben. Das jetzige Herzogth. Braunschweig-Wolfenbüttel, dessen Fürsten sich Herzoge zu Braunschweig-Lüneburg nennen, wardvor Jahrhunderten zusammengesetzt aus uralten Allodialbesitzungen des HausesWels -Este und aus den Gütern mehrer Dynasten. Die Alloden der Dillunger undBrunonen längs der Gande und Oker, die der Nordheimer am Solling und derLeine, die der«üpplingenburger am Elm und Dorm, machten den Stamm. Hinzukamen in der Folge durch Anfall oder Waffengewalt die Stammgüker der Grafenvon Kattleuburg, Sommerschenburg, Eberstei», Dassel , Winzenburg, Assel, War-berg und Bartensleben . Das Fürstenthum wurde nach der Theilung 1495consoli-dirt, und die ältere Linie des braunschweig. Hauses, Br.-Wolfenbüttel , entstand seitder Theilung 1569. Die Besitzungen der Grafen von Blankenburg kamen durchErbschaft an Br.-Wolfenbüttel . DiesesHerzogthum hat dritkehalb Jahrk. lang, vonHeinrich des Jüngern, des letzten kathol. Herzogs, Zeiten an, eine Reihe von aus-gezeichneten Regenten gehabt. Heinrich Julius , Stifter der Universität zuHelmstädt, ragte weil über sein Zeitalter hervor. S. „Deutscher Fürstenspiegel a.d. 16. Jahrh, oder Regeln der Fürstenweisheit von dem Hei zöge Julius und der Her-zogin-Regentin Elisabeth ic. Aus den Urkunden herausgezog. von F. K. v. «Ltrom-