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Zweiter Band. Bo bis C.
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Bwunschweig (Stadt)

deck" (Braunschw. 1824, 4.). Derselbe hat des Herzogs Julius Leben, geschildertvon dessen Zeitgenossen Franz Algermann (Helmst. 1822), herausgegeben.

Braunschweig-Wolfenbüttel ward ani 28. Oct. 1806 als croberies Land fürI)apoleon in Besitz genommen und nachher zum Königreiche Westfalen geschlagen,bis nach der leipziger Befreiungsschlacht (1813) auch Braunschweig seinen Erbfur-freu, Friedrich Wilhelm , am 22.Dec. wiedersah. Nach dem Tode desselben (16.Juni 1815) übernahm der Prinz-Regent, jetzige König von England, dievormund-schaftl. Regierung und ordnete die gegenwärtige Verfassung. (S. Braunschwei-gisch" Land stände.) Um die Verwaltung erwarb sich derGeh.-R. v. Schmidt-Phiscldeck große Verdienste. Das Landesschuldenwesen (3,506,000 Thlr.) ist in dertrefflichsten Ordnung; eine 1814 contrahirte Llnleihe von 150,000 Thlrn. ist ab-getragen, sowie auch die von der Stadt Braunschweig auf das Land übernommenen,aus der westfälischen Zeit herrührenden Schlofibauschulden. Das Zutrauen, wel-ches die Regierung genießt, ist so groß, daß die 4procent. Landesobligationen, ob-gleich sie keine besondere Hvpoihek haben, für voll "erkauft werden. Die Zinsenwerden pünktlich bezahlt. Die Grenzirrunge» mir Hanover sind durch den Grenz-vertrag vom 24. Juni 1824 ausgeglichen. Braunschweig hat auf dem Bundestage,in Gemeinschaft mit Nassau, die 13. Stelle und eineGesammtstiinme; im I'!r-nun>für sich 2 Stimmen. Das BundeScontingent beträgt 2096 Mann. — Getreide,Rübsamen, Flachs, Taback, Cichorien, Hopfen, Färberröthe und Holz machen diebedeutendsten Gegenstände des Handels und der Fabriken aus. Schafe, Schweine,Ziegen, Federvieh und Bienen werden für den Bedarf gezogen, fettes Rindvieh undPferde zum Theil eingeführt; doch gibt es zu Harzburg ein gutes Landgestilt- DieWälder haben wilde Schweine, Edelhirsche, Rehe, Hasen, Auer-, Birk-, Reb- undHaselhühner; doch nimmt, weil kein Wild gehegt wird, die Iagdausbeute eher abals zu. Die Berggegenden liefern Eisen, Kupfer, Salz, Marmor, Stein- undBraunkohlen, Porzellanerde und andre Mineralien. DerRammelsberg gibt Silber,Kupfer, Blei, Arsenik, Vitriol und Schwefel, auch etwas Gold. Torf steht in denSandgcgcnden der »ördl. Bezirke in großen Strecken; Steinkohlenbänte liege» un-ter dem Ebne, Hilfe und Ihdte. Gewerbtweige sind besonders: die Brauereien(Mumme) und Branntweinbrennereien; die Garnspinnerei (das verbreitetste Ge-werbe); die Leinwand- und Ledermanufactur; die Papier -, Seifen-, Taback-,Salmiak-, Krapp - und Eichorienfabrik. Die braunschweig , lackirten Waaren sindauch im Auslande berühmt. Das fürstenberger Porzellan wird ebenfalls geschätzt.Der Mittelpunkt des Handels ist die Hauprst. Braunschweig . Auch,fehlt es deinLande nicht an gut unterhaltenen Straßen. Die Einkünfte (ohne Ols) betragen2,347,000 Gldn.

Der jetzt regierende Herz. v. Braunschweig , Karl, geb. d. 30. Oct. 1801,trat die Regierung selbst an d. 30. Oct. 1823, mit seinem zurückgelegten 19. Le.bcnsjahre, und überließ seinem Bruder Wilhelm das Fürsieiuhum Ols (f. d.), des-sen Eink. 175,000 Gldn. betragen. Der mit Hanover über die Vormundschaft ge-führte Schriftenwechsel und des Herzogs Beschwerde über des G.-R. v. Schinidr-Phiseldeck Übergang in hanöver. Dienste (vgl. Hall. A. L. Z. ,„1827, Nr. 301 fg.)wurde, da der Herzog die Vorschläge der vermittelnden Höfe, Ostreich und Preußen,nicht annahm, von dem Herzoge im Jan. 1829 an den Bundestag gebracht.

,.B r a u n s ch w e i q , Hauptst. desHerzogrh. gl. N. (52° 18' N.Br. u. 28°15'O.L.) (3041 H., 3 i,500Ei»w.) liegt an der Oker in einer angenehmen Gegend,ist der Sitz des GeheimenrathscollegiumS, der Kammer, des Steuercolleg. und destäülegü nioln-i. Die übrigen Obercollegien für den ganze» Staat befinden sich inWolfenbüttel (s. d.). Der Villa Brunswick wird zuei-st um 1031 in Urkun-den gedacht. Eckbrecht I., welcher in jenen Gegenden die Schlösser Hohewort,Dankwcrderode und Melwerode besaß, mag die Villa angebaut und solche nach