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Braunschweig (Leopold, Prinz von)
s. Ahnherren (den Brunonen) benannt haben. Was Leibnitz nnd später Büschingvon des OrkS hobem Alter sagen, hat keinen historischen Beweis für sich. Bruns-wick lag als ein offener Ort unter den Mauern des Schlosses Dankwerderode, alsHeinrich der Löwe zur Regierung gelangte. Diesem Fürsten hat der Ort seine Ver-größerung, seine Befestigung und sein städtisches Recht zu verdanken, womit derName Dankwerderode aus dcrGeschichte verschwand. Braunschweig wuchs schnellempor unter den braunschweig. Ottonen , trat 1247 zur Hanse und wurde eineQuaniersiadt derselben. Von dieser Zeit an strebte es eine Reichsstadt zu werden;deßhalb kaufte es von den Fürsten , wenn sie Geld bedurften, die Münze, den Zollund fast alle Regalien in ihren Stadtmauern, und pfandweise die Gerichte Elch,'Asseburg, Kämpe», Wcndhausen und Neubrück, rings um die -Ltadk. Nur die wie-,derbolten Fehden zwischen dem Rathe und denGilden hielten dieStadtab, sich zurReichsunmittelbarkeit zu erheben. Indessen schloß sie, nach einer blutigen Fehdemit Herzog Heinrich dem Jüngern, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh, einen vor-theilhaften Frieden, welcher ihr eine gewisse Unabhängigkeit sicherte. Als aber im17. Jahrh, die Hanse in Verfall gerieth, sank auch Braunschweig . Eswar ineinedruckende Schuldenlast gerathen, Rarh und Bürgerschaft lagen gegen einander insteter Fehde; Herzog Rudolf Llugust benutzte dieseSchwäche, und die Stadt unter-warf sich 1671 dem Herzoge. Der Ort schien jetzt schnell wieder aufzublüken. Dieverfallenen Messen wurden neu belebt, das fr.rstl. schloß (der graue Hof) unddas große Schauspielhaus wurden erbaut. 1754 erklärte der Herzog Karl die Lüadtzur beständigen Residenz seines Hauses. Für ihre Verschönerung that sein Nach-folger, KarlWilhelmFerdinand, noch mehr, und die Zeitumständevermehrten ihrenWohlstand außerordentlich. In dem letzten Regierungsjahre des Helden, der beiAuerstädt siel, wurden die Festungswerke der Stadt abgetragen, um schönen An-lagen Raum zu geben. Die Stadt, deren Umfang 1 Stunde beträgt, ist in 6 Be-zirke getheilt, die ihre Namen von den Hauptthoren haben.,, Ihre vorzüglichstenPlätze sind der Schloß-und der Burgplatz, der Hagen -, Ägidien-, Kohl-undAltstadtmarkt. Man bemerkt den von Heinrich dem Löwen erbauten Dom, dieMartins-, Brüder-,Kakharincn - und Andreaskirche, das fürstl. Residenzschloß,das landschastl. Haus, das Zeughaus, das Opernhaus, das Altstadtrathhaus oderden sogen. Autoröhof, jetzt zum Meßgebäude eingerichtet, das NeustadlrathhauS,das große Gewandhaus, das Zucht - und Werkhaus, das große Waisenhaus unddas ArmenkrankenhauS. Vor mancher größer» Stadt genießt Braunschweig derBequemlichkeit trefflicher, mit großen Steinplatten gepflasterter Fußwege und einesReichthums an Fluß-und Quellwasser. Die Reformirten besitzen eine eigne Kirche,so auch die Römisch-Katholischen , die Juden ihre Synagoge. Das Museum vonKunsisachen und Antiken, als dessen Haup.zierde das berühmte mantuanischeOnyxgefäfi betrachtet wird, ist jetzt durch die größtentheilS aus Paris zurückerhal-tenen Schildereien der ehemal. salzdahlumschen Galerie erweitert. Die Stadt be-sitzt in dem hergestellten dlollegiu Ouoliun eine höhere Lehranstalt, die, zwischenden sogen, lateinischen schulen und den Universitäten in der Mitte stehend, vonihrer ersten Stiftung durch Herzog Karl (1745) an, nicht allein in Deutschland ,sonderwauch im Auslande, besonders in England und Rußland , eines guten Rufessich erfreut hat. Außerdem hat Braunschweig 2 Gymnasien, ein Realinstitut,eine 1825 errichtete Cadettenschule, eine anatomisch-chirurgische Anstalt und mehretrefflich eingerichtete Arbeitsschulen. Sie ist reich an milden Stiftungen; aus-gezeichnet sind die nach dem Muster der Hamburgischen eingerichtete Armenanstaltund das große Waisenhaus. Die Stadt hat Farben-, Wollen-, Garn-, Por-zellan-, Papiertapeten-, Lackir-, Papiermache-, Taback-, Salmiak - und20 Eichoriensabriken.
B r a u n s ch w e i g(M. I. Leopold, Prinz von), preuß. Generalmajor,