Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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176
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176 Braunschwcig (Karl Wilhelm Ferdinand , Herzog v.)

Franzose, de Limon, in sehr Karten Ausdrücken abgefaßt hatte. Der Kaiser Franz und der König von Preußen billigte» dasselbe; allein der Herzog fand die Ausdrückezu stark. Man strich die bittersten stellen weg, der preuß. Geh.-LegationSrathvon Rcnfner brachte das Ganze in Zusammenhang, und der preuß. Gesandtein Mainz , Hr. v. Stein, ließ es drucken. Gleichwol erregte der drohende Tondesselben die heftigste Erbitterung. Der Herzog hatte den Plan, von Lothringen aus auf Paris loszugehen, ihm die Zufubr abzuschneiden und es dann durch Hun-ger zur Übergabe zu bringen. Am 23. Aug. 1792 ergab sich Longwy ; Nerdunam 2. Sept. Allein in der an sich unfruchtbaren Champagne erschwerten Gebirge,enge Pässe und unwegsame Wälder die Zufuhr für das Heer von den Grenzen her.Dumourie; stand im Lager bei 2t.-Menehould ; es gab täglich Gefechte; alleinDumouriez vermied eine Hauptschlacht, in der er Frankreichs Schicksal aufs Spielgesetzt hätte, Weiler voraussah, daß die Deutschen ohnehin durch Mangel undKrankheiten zum Rückzüge genöihigt werten würden. Diese gefährlichen Feindestellten sich nur zu bald ein. Daher sichte der Herzog Dumouriez zu einer Schlachtzu nöthigen, indem er am 20. Sept. das Corps unter Kellermann bei Balmy(s. d.) angriff. Allein die Franzosen behauptete» ihre Stellung; somit sahen sichdie Deutschen 2 Tage darauf zu einem Waffenstillstände und am 29. >Lepk. zumRückzüge aus der Champagne genöthigt. Da während dieses Rückzugs CustineSpeier und Worms , auch am 21. Oct. die Festung Mainz in seine Gewalt ge-bracht und daraufFrankfurt genommen, welches letztere jedoch scbon am 2. Dec.von den Preußen und Hessen wiedererobert ward, so mußten nun alle Anstrengun-gen der Deutschen zunächst auf die Wiedereroberung jener„Festung gerichtet sein.Der Herzog eröffnete daher 1793 gemeinschaftlich mit den Östreichern am Ober-rheine den Feldzug, nahm am 7. März die Festung Königstein, eroberte Mainz am 22. Juli und suchte die Eroberung der starken franz. Festung Landau vorzu-bereiten. Die Franzosen unternahmen dagegen am 14. Eept. einen allgemeinenAngriff von Strasburg bis Saarbrück gegen Wurmser und den Herzog, der andiesem Tage Moreau bei PirmasenS im Darmstädkischen eine blutige Schlachtlieferte. Die Franzosen wurden aus ihrem Lager bei Hornbach bis an die Saar gedrängt. Einen Monat später gelang es dem Herzog, gemeinschaftlich mitWurmser, am 13. Oct. die weißenburger Linien zu erobern und Landau näher zukommen. 11m noch einen festen Stützpunkt zu gewinnen, wagte der Herzogin derNacht vom 16. auf den 17. Nov. einen Sturm auf das Bergschloß Bitsch, denSchlüssel zum vogesischen Gebirge, welcher die Straße von Landau, PirmasenS ,Deißenburg und Strasburg vereinigt. Dieser Versuch mißlang. Dagegen schluger eine Abtheilung der franz. Moselarmee unter Hoche, die, um Landau zu ent-setzen, durch das Gebirge helwordrang, vom 23. — 30. Nov. bei Kaiserslautern .Mein die Angriffe, die Hoche und Pichegru ohne Rücksicht auf ihren Menschen-verlust, täglich unternahmen, und die Durchbrechung der östreich. Linien, welchePichegru am 22. Dec. bei Froschweiler bewerkstelligte, nöthigten die Ostreicher zumRückzüge überde» Rhein , wodurch zugleich der Rückzug des Herzogs bewirkt wurde.Da sich bereits Mißverständnisse zwischen Östreich und Preußen erhoben hatten, solegte er im Anfange 1794 den Oberbefehl nieder. Möllendorf war sein Nachfol-ger. Jetzt arbeitete der Herzog von neuem für das Wohl seines Landes bis zu demunglücklichen I. 1806. Sei» Schuldenedict aus jener Zeit ist ein Muster fürdeutsche Fürsten . Bereits in das Greisenalter getreten, wo er sich ohne Vorwurfvon dem öffentlichen Schauplatze zurückziehen konnte, übernahm er Lasten, dieseine Kräfte überstiegen. Zu Anfange 1806 machte er in Auftrag des KönigS vonPreußen eine Reise nach Petersburg, die auf den bald darauf mit Frankreich aus-gebrochenen Krieg Bezug harre. Der Herzog trat als Oberbefehlshaber an dieSpitze des preuß. Heers. Die phpftschen und moralischen Kräfte waren zu un-