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Braiinschwcig (Friedrich Wilhelm, Herzog v.)
gleich, das Zeigten die Schlachten bei Jena und Auerstädt (s. d.). Der Her-zog mußte, tödllich verwundet, sei» väterliches Erbe verlassen, und beschloß seinLeben in Ottensen bei Alroua am 1t). Nov. 1806. ?lllerdings hatte der Unglück,liche Fürst seine Kraft verkannt; er lebte i>t einer Zeit, die langst vorüber war.Allein dieser Irrthum war dem Greise wol verzeihlich, und immer bleibt der Heldcn-muth preiswurdig , womit er gegen Napoleon ankämpfte. Was den Charakter desHerzogs als Regenten anbetrifft, so erklärt selbst die Verleumdung seine Verwal-tung für eine der glücklichsten. Indeß mochte der Mangel an Einheit des Willens,der sich in den meisten Handlungen seines Lebens offenbarte, die Ursache manchesvon ihm verfehlten wohlthätigen Zwecks gewesen sein. Nicht minder spürten dieUnterthanen des Herzogs seine Liebe zu dem Ausländischen, besonders die in ihrenFolgen so verderbliche Hinneigung zu der fran^ Nation, die ihm durch Friedrich II. eingeflößt worden war, auf eine schmerzliche Weise.
B r auns eh w e i g (FriedrichWilhelm,Herzog von), dervierteimdjüngsteSohn des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand von Draunschweig. Geb. d. 9. Oct.1111, erhielt er mit seinem zweiten und dritten Bruder, die wenige Jahre älterwaren, gleiche Erziehung, bis die milikai, ische Laufbahn, für welche er bestimmtwar, seinem Unterrichte eine besondere Richtung geben mußte. Von seinem Vatermit großer Zärtlichkeit geliebt und dennoch sehr hart behandelt, ward er 1786 vornKönige von Preußen zum Nachfolger seines Oheims, Friedrich August, Herzogsvon OlS und Bernstadt, ernannt. Er ging jetzt nach Lausanne , blieb zwei Jahrein der Schweiz und wurde bei seiner Zu, uckkunft als Capital» bei einem prcuß. In-fanterieregiment angestellt. In dem Kriege 1792 fg. gegen Frankreich focht erin den preuß. Heere» und wapd zwei Mal verwundet. Nachdem baseler Frieden er-hielt er ein Regiment und vermählte sich 1804 mit der Prinzessin Maria Elisa-beth Wilhelmine von Baden . Aus dieser Ehe wurden 1804 und 1806 zwei Prin-zen geboren, die noch leben. 1805 starb sein Oheim, und er wurde Herzog von OlSund Bernstadt. 1806 nahm er an dem Kriege gegen Frankreich mit allem Feuer,das die Unterdrückung Deutschlands und seines Vaters unglückliches Schicksalin ihm entstammte, Antheil. Er befand sich zuletzt bei dem Blücher'schen Corpsund ward mit demselben bei Lübeck gefangen. Durch den im -Lept. d. I. erfolg-ten Tod seines ältesten Bruders, des zwar verheiratheten, aber kinderlosen Erb-prinzen, und durch die schon früher vom Vater eingeleitete Übereinkunft zwischenihm und seinen andern beiden Brudern, die wegen unheilbarer Blindheit regie-rungSunfähig, übrigens auch nicht verhcirathel waren, würde er nach dem Todeseines VarerS zur Nachfolge in der Regierung der braunschw. Lande gelangt sein;der tilsiter Friede und der Wille Bonaparte'S verfügten es aber anders. Ecit dieserZeit lebte er zu Bruchsal , wo ihm im April 1808 seine Gemahlin starb. 1809beim Ausbruche des östreichisch - französ. Krieges warb er in Böhmen ein Freicorps .Bereits war Schill in lLtralsund untergegangen, als der Herzog in Sachsen ein-fiel. Allein der Konig von Westfalen nöthigte ihn, mit seinen schwarzen HusarenDresden und Leipzig zu räumen. Der Herzog und der östr. General Am Endezogen sich von Dresden seitwärts nach dem Fränkischen zu, wohin die Östreicherunter Kienmayer aus Böhmen vorgedrungen waren. Nach dem Waffenstillständevon Znaim (t. 12. Juli) räumten die Ostreicher Dresden , das sie zum zweiten Malebeseht hatten, abermals und zogen sich über die böhmische Grenze zurück. Alleinder Herzog rückte, indem er dem Bündnisse des östr. Kaisers entsagte, mit seinem1500 M. starken Corps, worunter 700 M. Cavalerie ivaren, von Altenburg ge-gen Leipzig vor. Nach einem kleinen Gefechte mit dem daselbst befindlichen Mi-litair setzte er seinen Marsch nach Halle fort, wo er am 27. Juli ankam. Er ver-weilte auch hier nicht, sondern traf schon am 30. Juli bei Halberstadl ein, wo andemselben Morgen der westfälische Oberst Wellingerodc mit dem fünften Znfan-Evnversalivus'Lvicvil. Bd. I>. 42