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Zweiter Band. Bo bis C.
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Brannschweig (Friedrich Wilhelm, Herzog v.)

teriereginxmk eingerückt war. Obgleich dies Regiment dem Corps des Herzogstapfer» Widerstand leistete, so ward eü dennoch geschlagen, und der Oberst gefan-gen. Nun wandte sich der Herzog nach Braunschweig , seiner Vaterstadt. Am31. Juli traf er daselbst einund bivouacguirte mit seinen Truppen auf den Wällen;er brachte die Nacht, in einen Mantel gehüllt, auf Stroh gelagert zu. Er durftesich keine Ruhe gestatten, denn pon allen Leiten waren ihm seine Verfolger aufder Ferse. Der westfäl. (General Reubel zog 4000 M. seiner Division bei Ohofi» der Nähe von Braunschweig zusammen, der General Gratien war mit einerholländ. Division von Erfurt aufgebrochen, und der dänische General Ewald gingvon Glückstadt ins Hanövei sche über die Elbe, um diesen Ltrom zu decken. Am1. Aug. stieß Reubel in der Nahe von Braunschweig , bei dem Dorfe Olper, aufibn, und es entstand ein Gefecht (das elfte seit seinem Aufbruche aus Sa'chsen),in welchem ein Corps von beinahe -1000 M. vor kaum 1500 nicht allein zurück-wich, sondern denselben auch gerade den Weg öffnete, auf dein sie allein entkom-men konnten. Am 2. Aug. verließ der Hei zog Brannschweig; der Weg, den ereinschlug, lief, vermuthen, daß er auf Celle gehen würde, wohin er auch von denwestfäl. Truppen verfolgt wurde. Statt dessen überging erüber Hanovcr sogleichnach Nienbura, sehte über die Weser, brach die Brücken hinter sich ab und mar-schirte an diesem Flusse hinunter. Am 4. Aug. kam er zu Hoya an und eilte aufdem linken Wesel ufer weiter, während sich ein Theil seines Corps, um eine De-monstration zu machen, nach Bremen wandte. Hier rückte» am 5. die schwarzenHusaren ein, besetzten die Thore, eilten aber gleich am folgenden Tage weiter. Un-terdessen fetzte der Herzog seinen Marsch durch das Oldenburgische fort. In Del-menhorst brachte er die Nacht vom 5. auf den 6. Aug. zu, und es schien, als ob erOstfrieslaud zu erreichen suche, um sich dort einzuschiffen. Unvermuthet aber ginger bei Huntebrück über den sich in die Weser ergießenden kleinen Strom, die Hunte,bemächtigte sich aller zu Elssleth größrcntheils leer liegenden Handelsschiffe undWesertahrzeuge, schiffte seine Mannschaft in der Nacht voni 6. auf den 7. mitZurücklassung der Pferde ein und verschaffte sich mit Gewalt in dieser von Lcliif-fern bewohnten Gegend die nöthigen Seeleute. Am 7. Morgens ging der Herzogselbst, mit aufgezogener engl. Flagge, unter Segel, und schon am 8. landete erauf Helgoland , von wo er am 11. mitseinem Corps nach England absegelte. DasMeer entzog ihn dem Untergänge, denn am 7. Aug. rückte Reubel, dessen Vorhutschon bei Huchting sich mit den zur Deckung der Einschiffung zurückgelastenenschwarzen Husaren geschlagen hatte, in Bremen ein. Am 8. erschien Reubel selbstbei Elsstcrh, das der Herzog am Tage zuvor verlassen hatte. In England wurdeder Herzog mit seinem ganzen Corps, welches sogleich in engl. Dienste übergingund späterhin in Portugal und Spanien gebraucht wurde, mit der lebhaftestenTheilnahme aufgenommen. Er erhielt vom Parlament eine jährl. Pension von6000 Pf. St., bis er am 22. Dec. 1818 als regierender Herzog in seine Erb-staaten zurückkehren konnte. Er war einer der freimüthigsten und rückhaltlosestenFürsten seiner Zeit, der allen Formen einer täuschenden Höflichkeit von Jugend aufabgeneigt war. In seinem Erblande wollte er das Gute mit reinem Willen; aberer wollte es zu schnell, übersah darum die gewohnten Formen, stieß ebendeswegenüberall an und wurde bald ebenso sehr verkannt, als man ihn mit unbeschreiblichemJubel voll überschwenglicher Erwartungen, die er nicht erfüllen konnte, aufgenom-men hatte. Er fand Nichts, worauf er sich hätte stützen können in der ganzen um-gewandelten Landesverfassung. Einseitige Rathgeber kamen hinzu. So wollte ersäen und ernten zugleich. Daraus entstanden Mißgriffe aller Art. Sein kriege-rischer Geizt und sein gesunder Verstand ließen ihn neue gefahrvolle Unternehmun-gen von Seiten des großen Gewaltherrschers ahnen. Die Vorliebe und die großenAnstrengungen, welche er, weit über die Kräfte des Landes und seine ubernomme-