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Brav
zu widmen, machte er das Wirthshaus zu seiner Werkstatt? und arbeitete nicht eher,als bis die Wirthin gewaltsam auf Bezahlung drang. Dabei aber trieb er seinen Ei:gensinn so weit, das; er das Gemälde, wofür er den gefoderten Preis nicht erhielt, insFeuer warf und ein neues mit mehr Sorgfalt anfing. Als er während des nieder-länd. Krieges nach Antwerpen kam, sah man ihn hierfür eine» Spion an und brachteihn aus die Citadelle. Er erklärte, daß er ei» Maler sei, berief sich auf den ebenfallshier verhafteten Herzog von Aremberg, und malre, nachdem er auf dieses Fürsten Verwendung mit allem Nöthigen versehen worden war, die ihn bewachenden Solda-ten, wie sie sich in den Wachstuben mit dem spiele beschäftigten, mit so viel Kraftund Wahrheit, daß Rubens bei dem Anblick des Gemäldes ausrief: „Das ist Brau-wer'sWerk; nur ihm können diese Gegenstände gelingen!" Rubens bewirkte seineLoslassung gegen Bürgschaft, kleidete ihn und gab ihm Wohnung und Lisch. B.aber, statt für diese Großmuth dankbar zu sein, entwich heimlich, um innoch grökereAusschweifungen zu fallen. Er nahm seineWohnung bei dem BackerCraesbeke, derdurch ihn ebenfalls zu einem geschickten Maler gebildet wurde. Dieser Mann. der inseinen Neigungen mit B. übereinstimmte, hatte eine hubscheFrau, und die Verbi»:düng unter diesen 3 Personen ward so vertrank, daß sie wegen des dadurch gegebenenÄrgernisses genöthigt wurde», die Flucht zu nehmen. B. war nach Paris gegangen,fand aber keine Arbeit und kehrte nach Antwerpen zurück, wo er 1640 im Hospitalstarb. Rubens, der nur der Talente B.'S gedachte, ließ ihn ehrenvoll in der Cm niest-terkirche beerdigen. Allen Gemälden B.'S sieht man an, welche Orte und Gesellschaf:ten dieser Künstler besuchte; auch verstand er nicht, wieTenierS, unedel» Gegensinn-,den die Mannigfaltigkeit zu geben, deren sie fähig sind. Dennoch werde» seine Ge:mälde von den Liebhaber» theuer bezahlt. Es möchte in der That schwer sein, m derKraft und Harmonie der Farben, im geistreichen Gebrauch des Halbdunkels und inder Wahrheit des Ausdrucks mehr zu leisten.
Brav o, im ^Superlativ l»avie-ü>»». a. d. Ital., ein Ausruf des Beifalls.Auch bezeichnet man damit ein Art ital. Banditen, Meuchelmörder für Geld.
Bravourarie, eine Arie, welche so gesetzt ist, daß ker-rsängerGelegen-,heit hat, durch eingefügte Verzierungen, glänzende Läufe, Sprünge ic. seine Fertig-,seit an den Tag zu legen. Ebenso redet man auch von Bravourvariationen.
Bra w e (Joachim Wilhelm.Frech, v.), geb. zuWeißenfels 1138, in Pforta undLeipstg erzogen und gebildet, gest. 1158 zu Dresden,alser eben zum RegierungS-raih in Merseburg ernannt worden war, gehört zu den ersten Trauerspieldichternin Deutschland , welche den Weg zum Bessern bahnten. Als Fr. Nicolai bei derStiftung der „Bibliothek der schönen Wissenschaften" 1156 einen Preis für dasbeste Trauerspiel, das man den Herausgebern einsenden würde, ütiSgeseht hatte, tratauch B. unter die Bewerber. Cronegk erhielt den Preis, B.'S „Freigeist" aber(ein bürgerliches Trauerspiel) ward dem „Kodrus " zunächst gestellt. Ehe er nochüber dieses Stück das Urtheil der berliner Kritiker erfuhr, schrieb er seinen „Bru-tus", ein heroisches Trauerspiel in fünffüßigen Iamben , in welchem besonders diefür seine Zeit ungemeine «tärke und Kühnheit überraschten. Seiner Jugend mußman verzeihen, wenn er zuweilen in geschmückte Reden überströmt, mehr schim-merk als erwärmt, mehr das Ohr als das Herz der Zuschauer erschüttert. Indeßwar, was er geleistet hat, doch von der Art, daß Lessing nicht verschmähte, Heraus-geber davon zu sein („Trauerst), d. H. v. Brawe", Berlin 1168).
Bray (Franeois Gabriel.Grafde), seit 1809 bairischerGesandter in Peters-burg, dann seit 1820 in Paris und seit dem Juni 1821 in Wien , ist in der Norman-die geb., wo sein Vater zum Stammadel der Provinz gehörte, der bei der Heraldie inParis seinen Stammbaum bis auf Wilhelm den Eroberer führen konnte. SeineMutter war aus Bretagne und besaß Güter bei Nantes , wohin sich auch der Vaterbegab und große Summen auf die Austrocknung der Sümpfe u. Urbarmachung der