Bredow Brec(Mathieu van—Philipp Jakob van) 185
Statt und Festung wieder zu verlassen. Im Sept. 1791 wurde B. von der ArmeePechegru's bercnnt; es fiel aber erst, nachdem ganz Holland im Winter 1795erobertwar. AlSimDec. 1813 bei der Annäherung der russ. Avantgarde, unter demGe-neral Benkendorf, die sranz. Garnison einen Ausfall machte, benutzte dies die pa-triotisch gesinnte Bürgerschaft, um sich in Masse 1» erheben, die Thore zu verschlie-ßen und den ausgezogenen Truppen die Rückkehr in Statt und Festung unmöglichzu macben. — Zu politischer Hinsicht ist B.'durch den 1667 zwischen Englandund Holland dort geschlossenen Frieden merkwürdig. 32.
Bredo w (Gabriel Gottfried ), preuß. Regierungsrath u. Pros. der Geschichtezu Breslau, geb. d. 11. Dec. 1773 zu Berlin von armen Ältern, besuchte das Ioa-chiniSthalische Gymnasium unter Meierotto, der das aufstrebende Talent des Jüng-lings wahrnahm, und erhielt eine Freistelle. Er ging darauf nach Halle, wo erin das philologische Seminar unter Wolf trat und bald die Theologie mit denAlkerihumswissenschaften vertauschte. 1794 ward er Mitglied des von Gedike ge-leiteten Schullchrerseminars und folgte 1796 der Einladung des trefflichen I.H. Voß nach Eutin , der bei der dortigen gelehrten Stadtschule den Unterricht derersten Classe mit ihm theilte. Hier gewann er neben den alten Dichtern und derMetrik das Studium der alten Erd - und Himmelskunde lieb, aus welchem sodannseine Untersuchungen über die alte Zeitrechnung hervorgingen. Bereits 1799 er-schien s. „Handbuch der alten Geschichte" (5.Ä. v. Klinisch, Altona1825), dem die„Untersuchungen über einzelne Gegenstände der alten Geschichte, Geographie undChronologie" folgten. Nach Voß'S Abgang übernahm er das Reetorat, ging aber1804 als Professor der Geschichte nach Helmstädt. Hier eröffnete sich ihm ein wei-terer Wirkungskreis. Er durchschaute die Lage des deutschen Vaterlandes und ganzEuropas und stellte sie mit Kraft und Freimüthigkeit in seiner „Chronik des neun-zehnten Jahrhunderts" dar. Aber schon beim 2.Bd. traten dem wahrheitsliebendenPatrioten so große Schwierigkeiten in den Weg, daher die Fortsetzung des Werksan Venturini überließ und zur alten Weltkunde zurückkehrte. Er faßte den Plan,von Homer bis aus die mittlern Zeiten herab eine geschichtlich fortschreitende Dar-stellung aller geographischen Lwsteme zu liefern. Hierzu bedurfte er einer kritischenBerichtigung der kleinern griechischen Geographen. Den Stoff dafür zu sammeln,reiste er im Febr. 1807 nach Paris , wo er bis zum Herbst blieb und eine reiche AuS-beute machte. Nach seiner Rückkehr verwickelten ihn seine Freimüthigkeit und seinEifer, womit er in der Jugend den deutschen Sinn anzuregen suchte, bald in Unter-suchungen und Unannehmlichkeiten. Gern folgte er daher 1809 einem Rufe nachFrankfurt an der Oder, und ging, als die Universität von dort nach Breslau verlegtwurde, schon 1811 dahin. Hier erkrankte er an einem unheilbaren Übel und starbnach großen Leiden am 5. Sept. 1814. In diese Zeit fällt die Herausgabe seiner„lssü-uMic l>u, i!Üen!ies" und seine schätzbare Schrift über Karl den Großen. B.war ein wackerer Lehrer, ein fleißiger, gründlicher und geistvoller Geschichtschreiberund ein wahrer deutscher Patriot.
Bree (Maihieu van), erster Maler des Kronprinzen der Niederlande , Mitgl.des niederländ. Nakionalmstituts, geb. 1773 zu Antwerpen , bildete hier sein Ta-lent, später unter Vincent in Paris und in Italien . Schon 1798 bewunderteman seinen Tod Cato'S. Diesem schönen Gemälde folgte die Ziehung des LooseSunter den dem Minotauruö geweiheten jungen Athenienserinnen, ReguluS Ab-schied, bevor er nach Carthago zurückkehrte, die Taufe des heil. Augustin, derFischzug der Apostel, der Herzog von Braunschweig auf dem Todbetle, der Ein-zug des ersten Conseils und seiner Gemahlin in Antwerpen . 1816 malte er, zumAndenken der Wasserflut am Rhein von 1809, die sich dem Tode weihende Jo-hanne Seebus und des leydner Bürgermeisters van der Werff Selbstaufopferung1576, worin die Stellung der Gruppen, der kühne Pinsel und das lebhafte Co-