Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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BreScia

Bresche

gestellt, ein eifriger Bekehrer geworden ist. — Nachdem B. bereits 1800 unterdem Namen Maria mit einem Bändchen poetischer Spiele aufgetreten war, ließer im nächsten Jahre einen Roman: „Godwi oder das steinerne Bild der Mutter",in 2 Thln., folgen. So groß von der einen Seite die Erwartungen waren, die dieserRoman, in welchem der Einfluß einer jüngst entstandenen Kunstschule nicht zuverkennen ist, den der Dichter selbst aber einen verwilderten nannte, durch das überihn ausgegossene poetische Leben und durch vieles Einzelne in Inhalt und FormGelungene für die Zukunft erregte, so war dennoch nicht zu leugnen, daß in ihmein Geist walte, der mit sich noch zu uneinS war, um die streitenden Elemente einerreichen, aber noch unentwickelten innern Welt mit einander in Einklang zu bringen.Doch finden sich darin einige schone sinnige Lieder. — Was auf Godwi folgte —darunter mehre dramatische Arbeiten, wie: „Die lustigen Musikanten", ein Sing-spiel (1801); „Ponce de Leon", ein Lustspiel (1801); „Die Gründung Prags",„Victoria und ihre Geschwister mit fliegenden Fahnen und brennender Lunte", einklingendes Spiel (1817) — erfüllte jene frühern Erwartungen nur zum Theil;dagegen gelang es dem Vers., in einzelnen, hier und da zerstreuten Novelle» dieschmale Linie einfacher Schönheit festzuhalten. Die dankbarste Anerkennung aberverdient die Liebe, mit der er, zum Theil in Verbindung mit gleichgestimmten Freun-den, manches schöne Erzeugnis einer frühern Zeit vom Untergänge rettete und zuallgemeinerer Kunde brachte. Dahin gehören die seit 180k mit seinem FreundeAchim von Arnim u. d T.: „DeSKnaben Wunderhorn" (3 Thl.), herausgeg. deut-schen Volkslieder und die Erneuerung einer schönen, alten Geschichte, die, u. d. T.:„Der Goldfaden", von Georg Wickram aus Kolmar verfaßt, ein paar Jahrhunderteverborgen gelegen, bis sich B. durch Herausgabe derselben (1809) den Dank ver-diente , den schon Lessing zu erwerben gesonnen war. 50.

Bresche, die Öffnung oder der Weg, den der Belagerer durch sein Geschützin den Festungswall macht, um in die Festung eindringen zu können. Man mußsie daher dahin legen, wo die wenigste Vertheidigung ist, d. i. in die Gesichtslinienoder Facen der Bollwerke. Gewöhnlich wird, um den Widerstand der Belagertenzu theilen, in die an der Fronte liegenden GesichtSlinien der beiden angegriffenenBollwerke und in die Ravel.nface Bresche gelegt. Dies geschieht niit schweremGeschütz, und nur da, wo die Kanonen nicht hinreichen, mittelst der Mine. —Dresche-Batterie, s. Batterie. — Practicabel, gangbar, heißt die Bresche,wenn sie so groß ist, daß sie bei einem Sturme einen glücklichen Erfolg hoffen läßt.Dies ist nach der allgemeinen Annahme der Fall, wenn sie für 1<l Mann in der Li-nie gangbar ist. Doch kann sie auch oft bei weit geringerer, ja bei der Hälfte die-ser Breite Vortheilhaft benuzt werden.

Brescia , Hauprst. einer Delegation (Kreises von 311,000 Einw. auf56^ kUM.) in der Statthalterschaft Mailand , am Fuße eines GebirgS zwischendem Garda- und Iseosee an den Flüssen Mella und Garza. Letzterer durchschnei-det, wie es in den meisten lombardischen Städten der Fall ist, diese Fabrikstadt von3138 H. und 33,000 Einw. Eine Citadelle beherrscht von ihrer Felshöhe herabdie Stadt, die eine prächtige Kathedrale hat. Diese und die schöne Bibliothek imbischöflichen Palaste verdankt die Stadt dem Cardinal O.uirini. Die Stadt hatferner eine philharmonische Gesellschaft, ein Münzcabinet und Theater, wie manletzteres fast in allen italienische» Städten von gleicher Bedeutsamkeit findet, weilin Italien viele Landgutsbesitzer ihre Einkünfte in den Städten verzehren und hierihrem Vergnügen lebe». In dieser Stadt, von Alters her armata genannt, und inBergamo war die Hauptfabrik für Armaturstücke aller Art im Debit und Geschmackder Levante, die hierin einen großen Lupus treibt und von Venedig seit Jahrhunder-ten mit schönem und kostbarem Feuer- und Schneidegewehr versehen wurde. Be-rühmt sind von Alters her B.'s Flinten und sein Stahl imDrient; weniger bedeu-