Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Briefsiyl

nur den Schreibenden betreffen, nachstellt. Aber in vielen Fällen, wo wichtigeNachrichten einer Vorbereitung bedürfen, ist eine andere Ordnung nothwendig.Bei Antworten wird die Anordnung, wie der Inhalt selbst, oft durch den zu be-antwortenden Brief bestimmt. 4) Die Form und der Ton des Briefs werden vor-nehmlich durch unser Verhältnis; zu dem abwesenden Empfänger bestimmt. Diesesgilt auch von den Theilen des Briefs und vornehmlich vom Eingang und Schluß,bei welchen die durch Standesverhältniffe, Convention und Etikette bestimmtenFormalitäten am meisten hervorzutreten pflegen. Ein vertrauteres Verbältniß unddie Gleichheit der Denkart unter den Schreibenden hebt diese Formen auf. DieBriese zerfallen in verschiedene )lrten. InBeziehung auf das allgenwineVerhält-niß der Mittheilung zwischen dem Schreibenden und dem Empfänger sind die BriefeZuschriften oder Antwortsschreiben (beantwortende Briefe) — gleichsam schriftlicheRede und Gegenrede, oft auch Frage und Antwort —, denn nicht jede Zuschriftfedert eine Antwort im engern Sinne. Ist eine Zuschrift die erste, die man anJemand schreibt, sodaß man mit derselben erst ein Verhältniß anknüpft, so bedarfes einer nach Beschaffenheit der Umstände längern oder kürzern 6 inleitung, in wel-cher man die Beweggründe des Schreibens an die bestimmte Pn-son auSeinanderseht,oder selbst die Annäherung entschuldigt. Bei den Antwortschreiben ist, außer derschon gefederten Selbständigkeit und Ordnung der zu beantwortenden Punkte, diestete Beziehung der Antwort auf die Zuschrift überhaupt zu beobachten, wobei dasVerhältniß zu dem Empfänger wiederum bestimmen muß, was und wie viel wir ihmerwidern dürfen. — Durch die Kürze der schriftlichen Mittheilung, insofern dieselbemit der Nähe des Abwesenden in Verbindung steht, unterscheidet man das Billet(Handbillet) von dem eigentlichen Briefe, der an entferntere Personen geschriebenwird. Das Billet wird an eine Person geschrieben, die mit dem Schreibenden aneinem und demselben Orte oder wenigstens in geringer Entfernung von demselbenwohnt, um ihraugenblicklich eine Nachricht,zu geben, sie einzuladen, zu Etwas auf-zufodern w. Aus diesem Grunde ist leichte Kürze dem Billete eigen, und die innernund äußern Formen des Briefs werden bei dems.lben weniger streng beobachtet.—In Hinsicht auf den besondern Inhalt und Zweck des Briefs pflegt man die Briefeeinzutheilen in ^Geschäftsbriefe, PConvenienzbriefe, 3) vertrat liche, 4) unter-haltende, 5) belehrende Briefe. Diese Eintheilung ist jedoch nicht so zu nehmen,als ob der Zweck, den die eine Gattung ausspricht, den der andern völlig aus-schlösse; ne verbinden sich vielmehr sehr häusig und gehen aufmannigfaltige Weisein einander über. Die Geschäftsbriefe gehören in Hinsicht ihrer Schreieartdeni Geschäftsstyl an, und es kommt darauf an, ob sie öffentliche Angelegenheitenoder Privatgeschäfte betreffen. Das besondere Geschäft, welches sein Gegenstandist, hat gewöhnlich auch auf den Ausdruck des Geschäftsbriefs Einfluß und bringtgewisse Formen der Mittheilung mit sich. Die eigenthümlichen Erfodernisse,welche aus der Natur bestimmter Geschäfte hervorgehe», muß man mit diesen selbstkennen lernen. Auch gibt es zu diesem Zwecke besondere kaufmännische (z. B.„Frankfurter Briefsteller für Kaufleute", herauSgeg. von Cleminirs, und die inengl. und franz. Sprache HerauSgeg. Beispielsammlungen von Bruch und vielenAndern), militairische u. a. Briefsteller; sowie die Schriften über den Geschäftsstyl(;. B. Theod. Heinsius'S „Lehrbuch des deutschen GeschäftSsialS", Berl. 1806,und die Briefsteller für das GeschästSleben überhaupt, z. B. „Voflbedings neuergemeinnütziger Briefsteller für das bürgerliche Gescbäftslebcn", Berl. 1815) hierinAnleitung geben. Den Übergang von dem Geschäftsbrief zu dem Höflichkeitsbriefmacht das Anhaltungsschreiben und der mit demselben in Verbindung stehendeEmpfehlungsbrief, bei welchem ein vorbereitender Eingang und ein zweckmäßigerSchluß wesentlich, und die Formen derHöflichkeit unerläßlich sind. — Die Höflich-keirs- oder Convenienzbricfe sind solche, welche die Schicklichkeit oder die