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Brinkmann
er sich in der Übersetzung der„Medea " des EuripideS in holländische Verse, als guterProsaist in seinen Übersetzungen mehrer römischen und griechischen Classiker, undals Kritiker in der „Bibliothek für alte Literatur".
Drinkmann (Karl Gustav von), königl. Kammerherr, ehemal. schweb,klnvove evii -iordin-iire in London , Commandeur des Nordsternordens, geb. den24. Febr. 1764 auf einem väterlichen Gute im Kirchspiele Branokirka in der stock-holmer Landeshauptmannschaft. Sein Vater, Hans Gustav von Brinkmann,war zu seiner Zeit ein berühmter Sachwalter und im Besitz eines ansehnlichen Ein-kommens. Seine Mutter war die Gräfin Bemtus Christina Leyonstadt. Nach-dem er seine erste Bildung in Schweden erhalten, auch die Universität Upsala be-sucht hatte, ließ ihn sein Vater auf einigen der berühmtesten Lehranstalten inDeutschland seine Studien fortsetzen, zuerst in Barbv, welches damals als die Hoch-schule der herrnhukischen Anstalten in großem Ansehen stand; dann in Halle, wo ermit Schleiermacher in genaue Verbindung trat, dann in Leipzig und Jena . Ei st1790 kehrte er nach Schweden zurück, wo er sich, bei seinen gründlichenSprachstudien und bei seiner früh erworbenen Bekanntschaft mit staatsrechtlichenVerhältnißen, mit bestem Erfolg der diplomatischen Laufbahn widmete. Schon1792 wurde er als LegationSsecretair der schwedischen Gesandtschaft in Dres-den zugegeben, wo er 1794 auch die Stelle eines Geschäftsträgers versah. 1797ernannte ihn der König zum Ambassadesecretair in Paris und im folgenden Jahrezum Geschäftsträger daselbst. Dort wurde er nach dem 18. Brumaire, nebst demHamburgischen Consiil Schlüter und andern diplomatischen Personen, durch denersten Consiil fortgeschickt und hielt sich einige Zeit in Wesel auf. 1801 ging erin derselben Eigenschaft nach Berlin und erlebte daselbst die berüchtigte Zurück-sendung des preuß. Ordens. Obgleich seine öffentliche Stellung dadurch sehr deli-cat und bedenklich geworden war, genoß er doch, wegen seiner persönlichen Eigen-schaften, allgemeine Hochachtung. Sein diplomatischer Charakter hakte für die-sen Zeitpunkt ganz aufgehört. Bald trat er aber wieder in der Eigenschaft einesaußerordentl. Bevollmächtigten bei dem berliner Hofe auf und begleitete als solcherdas preuß. Hauptquartier und die Flucht des Hofes 1807. In dem darauf fol-genden Jahre begab er sich als schwed. Minister nach London , von wo er 1810 nachStockholm zurückberufen wurde. In der vor kurzem erschienenen „Ili-,!<>i,c; <Ie,c>»nx >!„ Xoist" findet der Liebhaber die Verhältniße, in welchen B. oft gegenseine innere Überzeugung streng seinen Pflichten genügte, genau entwickelt. Seitseiner Rückkehr nach Stockholm hat er sich dort als königl. Kammerherr und Mit-glied des wichtigen Collegiums zur Berathung der allgemeinen Reichsangelegen-heitcn stets aufgehalten. 1815 erhielt er das Commandcurkreuz des Nordstern-ordensund wurdeMitglied der königl. schwed. Akademie der Wissenschaften. SeineLebensweise hatte von jeher viel Eigenthümliches; um dieser treu bleiben zu kön-nen, hat er sich nicht verheirathet, obgleich er mit den schönsten und geistreichstenFrauen stets in den angenehmsten Verhältnißen lebte. Er lebte in Stockholm ganzseinen Lieblingsstudien, umringt mit einer ausgesuchten Bibliothek und Kunst-schätzen aller Art in seinem Museum, wo er auch die Nacht zubrachte, indem erbloß auf seinem Sopha eines sehr kurzen Schlummers genoß und nur selten aus-ging. Seine Lieblingsunterhaltung war ein ununterbrochener Briefwechsel mitmehren erprobten Freunden und einigen Dame» von Geistuud hoher Bildung. Andiese schrieb er oft Briefe über die interessantesten Gegenstände der Literatur undLebenseasuistik, die in Inhaltsfülle und Eleganz der Form die höchste Vollendunghaben. Überfließender Witz und die strengste Feile, das feinste Urtheil vereinigensich in Allem, was aus seiner Feder kam, indem er sich selbst über Correctheitdes Styls die strengsten Regeln gemacht hatte. So stand er viele Jahre in einem in-teressanten Briefwechsel mit der Frau von Staöl. Es stand ihm Reichthum und Ge-