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BrisoiS Bnssot
Ivandtheit des Ausdrucks ebenso sehr in der classischen Sprache des alten Latiums alsin der französischen, deutschen, englischen und seiner der Dichtkunst so viel Beguem-lichkeire» darbietenden Muttersprache znGebot. Erwar Prosaiker u. Dichter in glei-cher Vollkommenheit. Unter dein angenommenen Namen Selmar gab erfahrendseines AusenthaltS in Leipzig 2 Bdchn. Gedichte heraus, die in kritischen Blatterngut aufgenommen wurden. Er behielt diesen Namen auch bei seinen später» Dich-tungen, die er in verschiedene Musenalmanache und Zeitschriften gab. Die höchstePräcision, Reinheit und Wohlklang findet man in seinen letzten Arbeiten, die er obneNamen u. d. T.: „Philosophische Ansichten u. Gedichte", gab. Ein kleines Bdchn.seiner nur in verstohlenen Minnestunden mit der Muse erzeugten Lieblinge ließ erfür seine vertrauten freunde und Freundinnen wahrend seines Aufenthalts in Paris drucke», etwa 16 liebliche Blüthen m elegischem Svlbenmas,, in welchen er so streng,als Voll». A. W. Schlegel, sich an die Gesetze des Versmaßes bindet. Auch i» seinerMuttersprache ist er als Meister i» der Dichtkunst gekannt. De» 20. Dec. 1821reichte er der schwed. Akademie ein Gedicht: „Die Welt des Genius", ein, welchemder höchste Preis, eine große goldne Medaille, zuerkannt wurde. Da er währendseines Aufenthalts in Deutschland mit den ersten Dichtern und Denkern der Deut-schen , miiGothe, Jacobi, Fichte, den Bindern Schlegel u.A., sowie mit den inter-essantesten Staatsmännern in genauer Berührung stand, so war man einige Zeitfälschlich der Meinung, daher der eigentliche Verfasser der „Denkwürdigkctten desHerrn von -L— a" sei, die nur ein Eingeweihter so schreiben konnte. Herr v. Welt-mann, der wirkliche Verfasser, mag wol Manches aus Unterredungen Mit B.niedergeschrieben haben. Herr v. D. starb 1828. 6.
Brissac, s. Eos sä.
Br > ssot de Warville (JeanPierre), geb.d.1.Jan. 1754 inOuarvilleeinem Dorfe bei Ehartres, wo sei» VarerKnchenbäcker u. Speisewirrh war und einekleine Besitzung hatte, welches seiner Eitelkeit Gelegenheit gab, sich den Beinamend'Duarville, den er nachher i» England in de Warville umänderte, beizulegen. Inseinem 20. Jahre hatte er schon mehre Schriften herausgegeben, von denen eine1781 ihn in die Bastille brachte. Fran von GenliS sagt in ihren Memoiren, das, siees gewesen, die ihmdurch ihren Einfluß bei dem Herzoge vonEhartreS seine Freiheitwiederverschafft habe. Er heiraihcte eine Person aus dem Hause der Madamed'DrleanS und ging nach England. Hier lebte er als Spion im Solde des Poli-zeilieutenants von Paris , beschäftigte sich zu gleicher Zeit mit Literatur und machteden Versuch, in London ein Lpeeiim zu errichten. Er war aber dabei nicht glücklichund kehrte »ach Frankreich zurück. 1788 machte er eine Reise nach Amerika , wieman sagte, um die Grundsätze der Demokratie zu studire». Nach seiner Zurück-kauft gab er 1791 ein Werk über die Vereinigten Staaten heraus. Bei derAn-sammenberufung der Generalständeversammlung lief, er einige Pamphlets, undhieraufein Journal: „Der französische Patriot", in Paris erscheinen. Als sich imJuli 1789 die Gemeinde von Paris bildete, ward er Mnglied derselben. Er wareiner derHauptanstifter des AnfstandcS auf dem Marsfelde, wo man die AbsetzungLudwigs XVI. und eine republikanische Verfassung verlangte. Er sprach beständigfeindselig gegen alle fremde Mächte und bewirkte die erste Kriegserklärung gegen-Ostreich. Den 10. Aug. ward das neue Ministerium fast ganz aus seinen Partei-gängern zusammengesetzt. Als Mitglied des Eonvems blieb er an der Spitze des di-plomatischen Ausschusses, in dessen Namen er auf den Krieg gegen England undHolland antrug. Bei Ludwigs VVI. Proceß versuchte er de» llrrheilsspruch in dieGewalt des Volks zu bringen und stimmte hierauf für des Königs Tod mit Auf-schub der Vollziehung, bis die Eonstitution von den Urvei sanrmlungen genehmigtsein wurde. Doch mitten im Strome der Revolution untergrub sich unmerklich seine