Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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220 Broglio (Victor, Herz. v.) Bronkhorst (Peter v.—Joh. v.)

geführt und am 27. Juni 1794 in s. 37.1. guillotinirt.— 4) Charles Fran-ko is, Graf v. B., geb. d. 20. Aug. 1719, ein Bruder von Victor Fram ois, ist,n der Geschichte der franz.Diplomatik dadurch berühmt, daß ihm Ludwig XV. dieLeitung seines geheimen Ministeriums anvertraut hatte. Obgleich steh D. desschwierigen Geschäfts mit vielem Verstände entledigte, so entstanden doch durch diesgeheime Ministerium, das dem öffentlichen nicht selten ganz entgegenwirkte, diegrößten, oft die lächerlichsten Verwirrungen. So ward er vom Könige der Formnach verbannt, erhielt aber zugleich insgeheim wieder den Auftrag, auch in derVerbannung seine Geschäfte wie seither fortzusetzen. Unter Ludwig X VI. ward ernicht gebraucht und starb 1781. — 5) Victor, Pair von Frankreich, SohnClaude Victors, s. d. folg. Art.

Broglio ^Victor, Herzog von), Pair von Frankreich, geb. 1785 und ver-mählt mit einer Tochter der berühmten Frau von Sraöl. Sein Großvater war derim siebenjähr. Kriege bekannt gewordene Marschall Herzog v. Broglio . Sein Va-ter, Victor, siel als Opfer des Revolutionstribunals bei allem Patriotismus, den erbeständig bewährt hatte. Der Sohn genoß eine treffliche Erziehung und folgte an-fangs seiner Neigung für schöne Kunst. Bald zogen ihn aber ernste Wissenschaftenund praktische Staatsverwaltung mehran. Er wurde StaatSrath, 'Auditor, Mili-tairintendant in Jllyrien und in Valladolid, undsranz.Gesandtschaftsrarh in War-schau, Wien und Prag . 1814 nahm er Sitz in der PairSkammer und gab hierglänzende Beweise von seinem tiefen Studium der jetzigen Verhältnisse der Gesell-schaft in ihren gebildeten Ständen und der für die jetzige Civilisation geeigneten Ge-setzgebung. Zu Ney's Processe war er einer der wenigen PairS, die das Nicht-schuldig auSsprachen. Er redete,mit Nachdruck gegen die Ausnahmegesetze und ge-gen die Proscriptionsliste. Als das Ministerium die Macht der Polizei zu erweiternstrebte, fand seine Behauptung viel Beifall: „daß jetzt dieRegicrungen Alles undobendrein allein versehen wollten, woraus die doppelte Unbequemlichkeit entstände,daß das Publicum die Thatsachen nicht kenne, welche die Regierungen zu außer-ordentlichen Beschlüssen bestimmten, und daß zugleich die Regierung die öffentlicheMeinung nicht erfahre". Bei Gelegenheit der Debatten über die Censur der Zeit-schriften führt - er an: „Eine jede neue Regierung kann um so unbedenklicher demPublicum die freie Rede gestatten, sobald sie die Mißbräuche der vorigen zu vertre-ten sickminberufen fühlt. Die Preßbeschränkung verhüllt den Ministern, durch ihreesgne Schuld, die wahre Kenntniß der Lage, worin sie sich zu der Nation befinden.Sie schwächt unter Anden » »»gemein die günstigen Vorurrheile des Publikumsfür die Verwaltungsschigkeit der hohen Angestellten der Krone. Die Preßbeschrän-kung hat nur Werth für Minister, welche sich einer Partei im Staate leidenschaft-lich i» die Arme werfen und dieser Partei Willkür und Ausschreitung gestatte» wol-len". Der Herzog besitzt außerdem in, ganze» Gebiete der LraatSwirchschaft aus-gezeichnete Kenntmsse, er ist ein gewandter Redner und versteht, was wenigen Ge-schäftsmännern gegeben ist, sogleich in die Sache einzudringen.

B r o m i u s, ei» Beiname des Bacchus.

Bronkhorst (Peter van), Holland. Maler, geb. 1588 in Delft und gest.1661. Er stellte sehr gelungene Perspectiven von Tempeln und Kirchen dar undbelebte diese durch kleine, schön gearbeitete Figuren. Auf dem Rathhause vonDelft befindet sich sein Urtheil des Salomo . — Johann van B., geb. 1648in Leyden , gest. zu Hoorn 1726, lernte die Malerei ohne andre Leitung als die seinesGenies und brachte es darin zu einem hohen Grade von Vollendung. Er maltevorzugsweise Thiere, mit besonder»! Fleiße aber Vögel. Das Leichte und Glän-zende der Federn stellte er sehr täuschend dar. Er war eigentlich Pastetenbäcker undtrieb die Malerei bloß zu seinem Vergnügen. — Ein andrer Iohannvan B.,geb. zu Utrecht 1603, lvar Glasmaler; schätzbare Werke von ihm befinden sich