222 Broschiren Brosses
schmoren, abgekühlt, gepulvert und mit Salmiak und gereinigtem Schwefel zueiner gleichförmigen Masse gerieben wird. Diese bringt man in eine Retorte, wor-auf sich, bei verstärktem Feuer, das Quecksilber niit dem Ammonium des Sal-miaks verflüchtigt, das Zinn aber, mit dem Schwefel und der Salzsäure zu einerArt von Kalk verbunden, als ein matt goldenes Pulver zurückbleibt. Will mander Masse ein rpthliches Ansehen geben, so kann man sie mit etwas Mennige zu-sammenreiben. Außerdem gebraucht man zum Bronziren einen besondern Firniß,den man aus Animagummi und Leinöl macht. Diesen Firniß streicht man zuerstmit einem Pinsel über die ganze Dberfläche, die man bronziren will, und läßt ihntrocknen, doch so, daß er noch einigermaßen klebrig bleibt. Dann wickelt manein Stück weiches Leder um einen oder zwei Finger, taucht sie in das Pulver undreibt dies sorgfältig ein, oder, was noch vorzuziehen, man breitet das Pulver miteinem weichen Haarpinsel auf dem klebrigen Überzüge aus. Dann bedeckt mandas Nanze, um den Staub abzuhalten, und läßt cö so trocknen. Zuletzt wird dasetwa lose Goltpulver mit einem weichen Pinsel abgekehrt. Das Bronziren desHolzes federt eine eigenthümliche Vorkehrung. Alan reibt berliner Blau, Schütt-gelb, Umbercrde, Lampenruß und Pseifenkhon einzeln mit Wasser auf Steinenund mischt sie in einem Geschirr in solchen Verhältnissen, wie die gewünschte Farbees federt, zusammen. Das Holz muß vorher polirt und mit einem gewöhnlichenFirniß, wozu man Lampenruß gethan hat, überzogen werden. Nachdem die-ser Überzug getrocknet ist, trägt man erst zu zwei verschiedenen Malen die obige Mi-schung auf. Wenn auch diese vollkommen trocken ist, bringt man das oben be-schriebene Bronzepulver mit einem Pinsel darauf, reibt und polirt das Mauze undüberzieht dies hiernächst mit einer dünnen Lage spanischer Seife. Endlich wird Al-les mit wollenen Lappen abgerieben. Will man Eisen bronziren, so muß dies vor-her so stark erhitzt werden, daß man es nicht in der Hand halten kann.
Broschiren heißt bei den Seidenwebern, vielfarbige Blumen in Seiden-stoffe einweben, broschiere Arbeit; auch wird das bloße Zusammenheften der Bücherbroschiren genannt.
Brosses (Charles de), erster Präsident im Parlament zu Bourgogne, geb.zu Dijon d. 8. Febr. 1709, beschäftigte sich mit dem Rechtsstudium, ohne darumdie Künste und Wissenschaften aus dem Auge zu verlieren, zu denen er viel Neigunghatte. Die genaue Bekanntschaft mit der röm. Meschichte erzeugte das Verlangenin ihm, Italien (1739) zu besuchen. Bei seiner Rückkehr gab er s.,,Briefe überden jetzigen Zustand der unterirdischen Stadt Herculanum" heraus (Dijon 1750).Zebu Jahre darauf erschien s. Abhandlung über den Fetischdienst. Auf Busson'gEinladung, der sein Jugendfreund war, schrieb er (1750) eine „Meschichte derSeereisen nach Australien ". Man glaubte damals an ein südliches Festland, demde D. den Namen Magellanien beilegte, und dessen Nichtdasein erst durch Cookbewiesen wurde. Diesem Werke folgte eine Arbeit ganz andrer Art, welche denUmfang und die Mannigfaltigkeit der Kenntnisse ihres Verfassers beweist: eine Ab-handlung über die mechanische Bildung der Sprachen. Sie enthält bei man-chen Mängeln viele neue und tiefe Untersuchungen, geistreiche Vermuthungen und'Ansichten; zugleich beschäftigte sich de B. sei» ganzes Leben hindurch mit einerArbeit, die in den Auge» der Gelehrten nicht mindern Werth haben mußte. Erhatte den Entschluß gefaßt, den Sallust zu übersetzen und die Lücken dieses Ge-schichtschreibers auszufüllen. Zu diesem Behufe brachte er über 700 Bruch-stücke des Sallust zusammen, aus denen er mit beträchtlichen Einschaltungen dieGeschichte des 7. Jahrh, der römische» Republik mit bewundernswürdiger Gelehr-samkeit zusammensetzte: ein Werk, welches noch mehr Beifall würde gefunden ha-ben , wenn das Verdienst des Stplö mit der Tiefe und dem Scharfsinne der Nach-forschungen übereingestimmt hätte. So zeitraubend diese verschiedenen Arbeiten