Brot Brotbaum 223
waren, so hinderten sie doch de B. nicht, auch seinen Ämtern treu vorzustehen. Erstarb den 7. Mai 1777. Seine hinterlassenen Handschriften sind während derRevolution verloren gegangen.
Brot. »Lchon in dem frühesten Alterthume finden wir den Gebrauch dermehlartigen Samenkörner als Nahrungsmittel. Der unbequeme Genuß der Kör-ner, sowie sie die Natur gab, bewog dm Menschen, auf Mittel zu sinnen, sichdenselben zu erleichtern. So entstand nach vielen Versuchen das Brot. So leichtuns die Bereitung desselben zu sein scheint, so muß es doch lange gedauert haben,ehe man es in einer gewissen Vollkommenheit darstellte. Man zerrieb erst die Kör-ner zwischen Steine» und machte aus deni davon erhaltenen Mehle oder Schrotemit Milch und Wasser einen Drei, oder getrocknete feste, schwer verdauliche Ku-chen. Dies ist noch die Hauptnahrung der Earavanen, die in Nordafrika's Wü-sten reisen und Güter transportircn. Auch die Tarthaginenser aßen kein Brot undwurden von den Römern daher spottend (Breiesser) genannt. Nach
vielen Versuchen, vielleicht auch durch ein Ungefähr, kam man darauf, das inirWasser vermischte Mehl in Gährung zu setzen, welche die klebrige Eigenschaftdesselben fast gänzlich zerstört, den Geschmack verbessert und die Masse fähig macht,ein lockeres, wohlschmeckendes, leicht zu verdauendes und mithin gesundes Brotzu werden. Das Verfahren beim Drotbacken ist folgendes: Man knetet etwasalten Teig, der durch eine ihm eigne geistige Gährung aufgequollen und locker ge-worden ist und dadurch einen sauern, aber geistige» Geruch bekommen hat undSauerteig heißt, unter die große Masse des neuen Teiges; hierdurch entsteht indiesem in minderm Grade eine verwandte Gährung. Der ganze Teig wird locke-rer; es entwickelt sich darin viel Luft oder Gas, welches, da die Zähigkeit des Tei-ges ihm seine gänzliche Entbindung unmöglich macht, Augen, d. h. kleine Höhlen,darin hervorbringt, ihn hebt und aufkreibt; dies nennt man das Gehen des Tei-ges. In diesem Zustande wird der Teig in den geheizten Ofen gebracht, wosich während des Backens die in den Höhlen eingeschlossene Luft und das geistigeWesen durch die Hitze noch mehr ausdehnt und bewirkt, daß das Brot lockererwird und von den Massen, die man aus ungebackcnem Teig erhält, ganz ver-schieden ist.
Brot im Abendmahl, s. Hostie.
Brotbau m, der, in Ostindien und besonders auf den Inseln der Südsee(Australien), von Engländern in neuern Zeiten auch nach Westindien verpflanzt,ist von der Größe einer mittelmäßigen Eiche, seine Blätter sind anderthalb Fußlang und enthalten einen milchigen Saft; die 20 — ZOpfündige Frucht, dieBrotsiuckt (ck> I..), ist groß, lang, mit Buckeln besetzt und gelb von
Farbe. Diese Frucht wird vor der Reife abgenommen, zerschnitten, in Blättergewickelt und auf beißen «keinen geröstet, nach welcher Zubereitung sie wie Wei-zenbrot schmeckt und als Brot genossen wird. In jedem der verwachsenen Frucht-knoten steckt ein länglicher, oben mit einem langen Haare versehener Samen-korn, und auch diese Kerne sind eßbar. Sie gleichen den Kastanien und werdenauch wie diese in der Asche gebraten. Förster fand den Geschmack der aufdiese Artzubereiteten Brotfrucht völlig wie die Krume von Weizenbrot mit Kartoffeln ver-mischt. Man weiß selbst Leckereien aus Brotfrucht zuzubereiten. Das Holz, be-sonders des veredelten Baums, ist gelblich und dient zu allerlei Kunstsachen. Augdem «plint werden Zeuche verfertigt. Die Blätter geben Servietten und Tisch-decken: man wickelt auch die Frucht darein. Der Saft, der den eingeschnittenen«kämmen entfließt, gibt, mit Kokosmilch eingekocht, einen guten Vogelleim, mit«agomehl, Zucker und Eiweiß einen festen Kitt. Die trockenen Blüthenkäßchenbraucht man als Zunder. Die Vermehrung und Fortpflanzung des Brotbaums,der in 60 bis 70 Jahren seine volle Größe erreicht, geschieht durch Samen, durch