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Brüh! (Karl Friedrich Morih, Graf v.)
ein Liebling GellertS und Croncgk's Freund auf der Universität Leipzig , befaß vieleKenntnisse in der Astronomie, und starb d. 9. Jan. 1809alS k. sächs. Gesandter inLondon . Er hatte sich durch sinnreiche Verbesserungen an Instrumenten und durchAufsäße in den „l'liilo-!. tt,-nn«u'l.", auch durch s. „lienlirrnlie-i .vur divers vb-jots >le läsioinnnir poütigne" (Dresd . 1781) bekanntgeniacht.
Drühl (KarlFriedrichMoritz,Grafv.).geb. 1772zuPförteninderNiedcr-lausiß, bis 1828 Generalintendant der k. -Schauspiele in Berlin . Seine geistreicheMutter, Gemahlin des Grafen Moriß, jüngsten Sohnes des Grafen Heinrichv. D rühl (f. d.), geb. Schleierweber 1756 und gest. 1816, welche der Erstehungihres Sohnes die höchste Sorgfalt widmete, besaß große Talente für Gesang undMusik sowol als für theatralische Darstellung; sein m engen. Oheim warTheaker-dichter und ebenso leidenschaftlicher als glücklicher Schauspieler in ernsten und cdelnCharakteren; sein Vater selbst besaß ein entschiedenes Talent für Darstellung konii-scher Rollen, und so war der junge Graf von Kindheit auf Zeuge und selbst Theißnehmen musikallscherund theatral. Kunstubungen im Kreise s. Familie, welche vongeistreichen Personen, z. B. Meißner, Naumann u. A., stets umgeben war und inPforten und Leifersdorf Privattheater hatte, auf welchen der berühmte Reinecke,dessen Gattin und der nicht minder geschätzte Schauspieltireckor Brandes auftraten.1785 begleitete der junge Graf s. Ältern nach Weimarund sah den Kreis, welchendortMänner wie Wieland, Herder, Gökhe u.A. um die geistreiche Herzogin Amaliebildeten, Ltrc» ward s. Geist immer mehr zu x-en schönen Künsten hingezogen, undobschon er sich für das Studium der Forstwissenschaften entschieden hatte, blieben siedoch immer s. Lieblingsneigung. Im 18. I. wurde er im Preußischen, wof.Baterdie Stelle eines Oberste» und Chauss-ebau-Iutendanken bekleidete, als Iagdjunk.-rangestellt und fand in Berlin Gelegenheit, in der Zeichnenkunst und in der Musikunter Genelli, Fasch und Thürschmidt Kenntnisse und Übung zu erlangen. Eineforstwissenschaftliche Reise durch Deutschland führte ihn in der Zeit, wo Schiller inWeimar lebte, zum zweiten Male dahin; er hielt sich ein Jahr lang dorkauf, genoßdes Wohlwollens der Herzogin und des täglichen Umgangs mit den Genien der Kün-ste und Wissenschaften, welche sie umgaben, und wurde Mitglied des gesellschaftl.Theatervereins, in welchem er mehre Male vor der Herzogin auftrat. In dieser Pe-riode schrieb Gökhe „Paläophron und Neoterpe", bestimmte die erstgenannte Rollefür den jungen Grafen und leitete s. Studium derselben. Mit dem Prinzen Heinrichvon Preußen verlebte B. als Kammcrhcrr einige Jahre zu Rheinsberg , in ländlicherStille zwar, doch nicht geschieden von der Theaterkunst, da der Prinz eine franz.Schauspielergelellschaft unterhielt, durch welche der Graf die Eigenheiten der franz.Theaterpraxis kennen lernte. Nach dem Tode des Prinzen ward er an den Hof derKonigin, Mutter des jetzigen Königs, berufen, wozu die Vorliebe dieser Fürstin fürTheater und Musik die Veranlassung gegeben hatte. Von jetzt an widmete der Grafdiesen Künsten und ibren Hülfswissenschaften ein ernstliches Studium und benutztejede Gelegenheit zur Erweiterung s. Kenntnisse derselben. Diese Gelegenheiten mehr-ten sicb, als er 1813 deni Heere als Freiwilliger nach Frankreich folgte, Paris , feineKunstschätze lind s. Tkeater sah, den König von Preußen hierauf nach England be-gleitete und aufder Bühne von London Shakspeare's Dichtungen in der Ursprachehörte. So vorbereitet, ward er 1811 an die Spitze der Bühne von Berlin , einerKunsianstalt für öLchauspiel, Oper und Ballet , berufen. Um die Oper, für welchesein Vorgänger Iffland am wenigsten zu wirken vermocht hakte, erwarb er sich baldein in die Augen fallendes Verdienst. Er war es, der einen Devrient anstellte, dieKntwickeluug der Anlagen einer During (jetzt Stich) beförderte, das Wolff'scheKünsilerpaar nach Berlin zog, dem Herrn Wolff die Regie der Tragödie anver-traute, zuerst Calderon auf die Bühne brachte, die Maxime von der Unantastbar-keit des Rollenbesitzes abschaffte, den Einwirkungsversuche» einer pedantischen Cen-
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