Brun
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saistben Schriften" von Fr. Brun (4 Bde., 1789 — 1801, bei Orell u. Füsili)enthalten die vielleicht in zu reger Begeisterung entstandenen Schilderungen ihrerReise durch die Schweiz und das südliche Frankreich . Nach der Geburt ihrer letz-,den Tochter litt ihre Gesundheit sehr. Die noch übrige Lebenskraft erschöpfte derHingang ihres Vaters, der 1794 starb. Hensler in Kiel schickte sie daher imFrühling 1795 nach Italien. Die ältesten Kinder begleiteten sie. In Lugano ver-einigte sie sich mit der tieffuhlenden Fürstin von Dessau , die damals mit Matrhis-son auch nach Italien reiste. In diesem Verein durchlebte die Dichterin einen derkehl reichsten Winter in Rom , fand aber erst im Sommer 1796 in der Ldchwesel-quelle von Ischia ihre Gesundheit wieder. Zoega'S und Fernow'S Freundschaft,sowie AngelicaS Bekanntschaft war ihr Gewinn während ihres Aufenthalts inRom , die wir aus den 2 letzten Bänden ihrer prosaische» Schriften genau kennenlernen. Im Herbst 1796 kehlte sie vollkommen genesen in die Schweiz zurück;ihre gestärkte Constikurion widerstand fast 2 Jahre den« Klima von Kopenhagen .Bonstetten hatte indeß, um dem Joche des franz. Directoriums zu entgehen, inDänemark ein Asvl gefunden. Er gab der Freundin seinen Johannes Müller,lind sie wurde die Dritte in diesem Bunde. Als 1801 Dänemark den Kampfgegen England bestanden hatte, fand sich die Dichterin durch erneuerte Leidenin eine» Zustand versetzt, der den berühmtesten Arzt in Kopenhagen , -Laztorphden Vater, zu dem Ausspruche bewog, sie müsse zur Lebenserhaltung mildere Luftathmen. Frau v. B. reiste daher mit ihrer jüngsten Tochter, Adelaide , in dieSchweiz . Den Winker brachte sie im Waadtlande und in Copet bei Necker undseiner berühmten Tochter, Anna Germaine von Sta ck, zu; doch nur der Aufent-halt in Rom versprach Besserung im Kreise der alten Freunde von 1795. DieReise selbst hat sie im 1. und 2. Theile der „Episoden" (Zürich , Brell und Füsili)beschrieben. Strenger wie nie empfing der heimathliche Himmel die Halbgeuesene.Wenig Tage nach ihrerZurückkunfcbracheiueReiheübelauf sieein und ihre Nerven-krämpfe steigerte» sich bis zur Epilepsie. Das einstimmige Urtheil der Ärzte erilirtesie aufs neue. Ihre 2 jüngsten Tochter begleiteten sie. Mit ihnen lebte sie denWinter von 1805 auf 1806 in und bei Genf im Tirkel der alten Freunde, welchender Geschichtschreiber Italiens, Sismondi , vergrößerte. Den Lommer 1806brachte sie mit -Lismondi und Bonstetten im Waadtlande zu. Eine gefährlicheKrankheit ihrer Tochter nöthigte zu neuen Reisen (s. „Episoden", 3. Bd.), bis end-lich im April 1807 in Rom die Kranke wiederhergestellt wurde. Ida hatte sich durchdie kunstreichste Bildung überreizt, sie konnte nur in den Seebädern von Castell aMare und in der mildern Winrerluft von Neapel Besänftigung und Beruhigungfinden. Dort erheiterte und tröstete die Einsame die väterliche Freundschaft desedeln Capacelatro, Bischofs von Tarent , und das Zusammenleben mit der gelieb-ten Familie Füangieri. In Rom war sie im Juli 1809 Augenzeugin von denGewaltthaten de Miollis's und Salicetti's, und fand die beste Gelegenheit, überden mutkvollen Widerstand, den der ehrwürdige Greis Pius ä I I. dem Usurpatorentgegenstellte, und über die Wegführung des Papstes in die Gefangenschaft (7.Juli) die zuverlässigsten Nachrichten einzuziehen. Sie gab 1816 ihre damals anden Bischof von Seeland, ihren Bruder, geschriebenen „Briefe aus Rom " durchBötuger in Dresden heraus. Der Nov. 1810 brachte die genesene und aufs neuefrisch erblühende Tochter in die 'Arme der Ihrigen zurück. Die interessanteste Par-tie dieser letzten Reise hat sie im 4. Theile der „Episoden" dargestellt, auch unter d.Titel: „Sitten - und LandschaftSstutien von Neapel und seinen Umgebungen",entworfen 1809 und 1810, mit spätern Zusähen 1818 herausgeg. von Bottiger(Peüh). Am schmerzhaftesten verwundete die Rückkehrente der Verlust ihrer in-deß gestorbenen Mutter. Seitdem ist die Dichterin dem heimischen Herde treu ge-blieben. Doch mußte sie im verhängnißvollen Winter zwischen 1813 und 1814