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Brunck
Brundisittm
eine qualvolle Krankheit bestehen. Die Musenkunsi gießt den wnnberthätigen Bal-sam in jede schmerzende Wunde. Das 3. Bdchn. „Gedichte" ist 1820 in Bonn er-schienen. Nie ruht ihr >Laitenspiel, welches zuletzt die Wied^geburt Griechenlands gefeiert hau. Ihr neuestes Werk ist: „Wahrheit aus Morgenträumen und IdaSästhetische Eniwiäelung" (2larau 1823), worin sie ihr Iugendlebcn selbst erzählt.
B r u ii ck (Richard Franz Philipp), einer der genialsten Kritiker der neuernZeit, geb. zu Strasburg den 30. Dec. 1729, machte bei den Jesuiten zu Paris schnelle Fortschritte in den Wissenschaften, vernachlässigte aber dieselben, als er indas Geschäftsleben trat. Er befand sich als KriegScommissair während der Feld-züge zu Gießen in Winterquartieren und wohnte hier zufällig bei einem Professor,der durch Räch und Beispiel den Geschmack für die Wissenschaften in ihm wiedererweckte und ihn zum Lesen der Classiker leitete. AlsB. nach Strasburg zurückge-kommen war, widmete er alle Zeit, die er frei hatte, dem Griechischen, und besuchte,in einem Alter von 30 I. und mit einem öffentlichen Amte bekleidet, die Borlesun-gen der Hellenisten der Universität. Der Eifer, der ihm zu diesem mühsamen Stu-dium Muth gemacht hatte, stieg durch das Vergnügen, Schwierigkeiten zu über-winden, und so setzte sich allmälig die Überzeugung in ihm fest, daß alle die Nach-lässigkeiten, die er in den griech. Dichtern zu bemerken glaubte, nur Nachlässigkei-ten der Abschreiber seien. In dieser Meinung änderte er, was ihm anstößig war,warf die Ordnung der Verse um und erlaubte sich Freiheiten, welche die Kritikdurchaus verwerfen muß. Dieser Wuth zu ändern überließ er sich besonders inden Randglossen seiner Bücher »nd in den zahlreichen Abschriften, die er mehr zuseinem Vergnügen als zum Gebrauche von den griech. Dichtern machte; dieseWillkür ist auch in seinen Ausgaben so sichtbar, daß sie nur einen sehr vorsichtigenGebrauch, selbst der besten, erlaubt. Dennoch ist B. der griech. Literatur vonwesentlichen! Nutzen gewesen, und seit dem Wiedcrei wachen der Wissenschaftenhaben wenige Gelehrte so kräftig ihre Fortschritte gefördert. Bewundern mußman, wie Vieles und Wichtiges er in einem Zeiträume von 20 Jahren geleistethat. Auch besorgte er eine schätzbare Ausgabe des Virgil . Don seinen griech.AuSg. nennen wir die Analekten, den ApolloniuS RhodiuS, den Aristophanes , dieGnomiker, und sein Meisterwerk, den Sophokles, für den ihm der König einenIahrgehalt von 2000 Franken bewilligte. Um diese Zeit unterbrach die franz. Re-volution seine Studien. Mit Feuer ergriff er die neuen Ideen und war eins derersten Mitglieder der VolkSgescllschast in Stras'vurg, ohne sich jedoch von denGrundsätzen einer anständigen Mäßigung zu entfernen. Dies beweist der Umstand,daß er während der Schreckenszeit zu Bcsanron verhaftet war und erst nach Ro-bespierre's Tode seine Freiheit erlangte. 1791 nöthigten ihn ökonomische Ver-hältnisse, einen Theil seiner Bibliothek zu verkaufen, und 1801 mußte er noch-mals dazu seine Zuflucht nehmen, was für ihn sehr bitter war, da er seine Bücherleidenschaftlich liebte und bei seinen vormals glänzenden Vermögensumsiänden eineköstliche Bibliothek gesammelt hatte. Wenn man mit ihm von einem Autor sprach,den er besessen hatte, traten ihm die Thränen in die Augen. Seit jener Zeit wur-den ihm die griech. Studien verhaßt; dagegen besorgte er noch eine AuSg. des Te-renz und halte den Plautuü zum Drucke fertig, als er den 12. Juni 1803 starb.Diele seiner nachgelassenen Papiere sind auf der pariser Bibliothek.
B r u n d i s i u m (jetzt Brindisi), berühmte alte Stadt Apuliens in Terradi Otranto (Königr. Neapel , am adriat. Meere, deren jetzt versandeter Hafen zu derRömerzeit einer der besuchtsten wär, weil man von da gewöhnlich nach Griechen-land und Asien überfuhr, daher auch die oppische Heerstraße dahin führte. Auchvon Konstantinopel nach Rom , durch die albanisch-.maccoonischen Gebirge, gingder nächste Weg über Brindisi. Virgil starb in Brindisi . Jetzt zählt sie 5900Einw. (im 12. Jahrh. 60,000) und ist der Sitz eines Erzbischofs.