Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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248 Brunehild Brunellcschi

der Wagen die Stadt verlassen, als ein Haufen des Gesindels, welches gefügtwar, den Postillon zwang, nach dem Gasthofe zurückzufahren. Als der Marschallausgestiegen war und sich mit seinen 2 Adjutanten in sein voriges Zimmer begebenhatte, wurde» die Thüren des Hauses verschlossen. Die Empörer hatten sich inedeß bedeutend vermehrt und foderte» mit großem Geschrei den Tod des MarscballS.Umsonst vertheidigten ihn der Präfect und der Maire, da keine Truppen in derStadt waren, mit Gefahr ihres Lebens 4 7 Stunden lang. Die Thür ward end-lich gesprengt, ein Haufen Mörder drang in das Zimmer, und der Unglücklichesiel, von mehren Pistolenschüssen getroffen, nach einigen nutzlosen Versuchen, sichzu vertheidigen und zu rechtfertigen. «Lein Leichnam ward auf eine barbarischeWeife gemißhandelt, von dem Gasthose bis zur Rhonebrücke geschleift und inden Fluß gestürzt.

Brunehild, Brunichild, Gemahlin Siegbert'S I., Königs vonAustrasien feit 568, eine westgokhifche Prinzessin, voll Verstand, unternehmendenGeistes, heroischer Entschlossenheit und tiefer iLtaatSwissenschaft, aber von einemCharakter, der Alles der ungezähniken Herrschbegierde aufopferte. Sie verleiteteihren Gemahl zu einem Kriege gegen seinen Bruder Chilperich , und als er (575)darin ermordet worden war, lebte und wüthete sie fort bis 613, da Lothar II. , Kö-nig von Soissons , sie in feine Gewalt bekam und als eine Mörderin von 10 Köni-gen und königl. Prinzen zum schrecklichsten Tode verdammte. (S. Fredegonde.)— Brunhildis, s. Nibelungen .

Brunellefchi (Filippo di Ser Bruncllesco Lapi), geb. 1377 zu Florenz ,widmete sich dem Studium der Werke des Dante, der Physik und der Perspektive,deren sämmtliche Regeln kaum bekannt waren. Er formte verschiedene Figuren underfand sinnreiche Maschinen. Doch widmete er sich der Baukunst vorzugsweise. Erlernte die Zeichnenkunst, um seine architektonischen Plane selbst machen, die Bild-hauerei, um jene damit ausschmücken, und die Mechanik, um über die Massen der-selben gebieten zu können, sowie er auch Mathematik und Geometrie gründlich siu-dirte. Man behauptet, daß er die perspectivische» Ansichten der vornehmsten Denk-mäler von Florenz gezeichnet habe: eine Kunst, die damals in Erstaunen setzte.Diese verschiedenartigen Kenntnisse setzten ihn in den Stand, kühne und gewagteArbeiten zu übernehmen, uyd verschafften ihm den Namen eines WiederherstellerSder Baukunst. Als Bildhauer verdankte er viel seinem innigen Verhältnisse mitDonatello , der damals noch sehr jung, aber schon sehr geschickt war. Beide gin-gen nach Rom ; hier faßte B. die Idee, die Baukunst nach den Grundsätzen derGriechen und Römer umzufchaffen. Als 1407 die Baumeister sich zu Florenz versammelt hakten, um über den Bau der Kuppel des dortigen Dom? zu berath-schlagen, fand B. wenig Gehör und ging wieder nach Rom zurück. Inzwischenthaten die Künstler Verzicht auf eine Unternehmung , welche ihre Kräfte bei wei-tem überstieg. Man war gezwungen, zu B. feine Zuflucht zu nehmen, wel-cher erklärte, daß er den Dom mit einem Gewölbe bedecken wolle, das durchseine eigne schwere und einzig durch die Stärke des Zusammenhanges seiner ein-zelnen Theile sich schwebend erhalten solle. Diese Behauptung schien allen Bau-meistern so sonderbar, daß man deren Urheber für wahnsinnig hielt und aus derVersammlung entfernte. Da jedoch alle andre Plane der Erwartung der Magi-stratspersonen ebenso wenig entsprachen, so rief man B. von neuem zurück undfoderte ihn auf, die Art und Weise, wie er seinen Plan auszuführen gedächte, zuzeigen. Dies schlug er aus, baute aber 2 kleine Capellen nach seinem neuenSysteme, worauf ihm der Ban der Kuppel überkragen wurde. Da er wäbrenddesselben bemerkte, daß, je weiter der Bau fortschritt, immer mehr Zeit verlorenging, so legte er auf dem Gewölbe der Kirche selbst kleine Wirthshäuser an undersparte dadurch den Arbeitern die Zeit des Hinauf- und HeruntersteigenS. Auf