2-0 Brunn Brunnen- und Badereisen
Meer durch Durchgrabung des schmalen Landstrichs zwischen beiden Wasserstanun-gen des Sees und des Meers verschaffte. 1118 erschienen von ihm in 2 Bdn. dieBerichte und Protokolle über das Wasser der Oberströmc, mit einem Atlas von13 Bl. und 2 Kpf. Das Directorünn der damaligen Republik wollte ihm einMonument in der harlenier Kathedralkirche sehen und bestimnne dem Verfasser derbesten Denkschrift auf die ruhmwürdige Thätigkeit dieses Mannes eine goldeneMedaille und Kette von 200 Ducaten Werth. Sein Zögling und Diensinach-folger Conrad gewann den Preis 1801. Das Monument selbst ist durch die fol-genden trüben Zeiten bisher nicht zur Vollziehung gelangt.
B r ü » n , Haupkst. von Mähren und einem nach ihr benannten Kreise, amEinfluß der Zwittawa in die Schwarhawa, ist mit traben, Wall und Basteienumgeben und hat em zum Theil abgetragenes, 816 Fuß hohes Bergschloß, denSpielberg, ein StaatSgefängniß. Die Stadtmit 10 Vorstädten zählt 2200H.und 36,000 E. Sie ist der Sitz des mäbrisch-fchlesischen LandeSguberniumS, derKreisbehörten und eines Bisebofs, hat ein Gymnasium, ein Fräuleinstift, sechsPfarrkirchen, viele schöne Häuser, gute Schulen, viele wohlthätige Anstalten, einenforstbotanischen Garten, ein Theater u. s. w. Hier befindet sich die k. k. mährisch-schlesische Gesellschaft für Ackerbau, Natur- und Landeskunde, sowie das Fran-zensmuseum. B. ist ein wichtiger Gewerb - und auch durch Spedition der besteHandelsplatz in Mahren . 12 Tuckmanufacturen und 19 Tuchmachermeister zeich-nen sich durch feine Waaren aus. Noch gibt es Färbereien und Manufacturen inSeidenzeuchen, Harasband, Seife, Wagenschmiere, Leder, Cattun , Tuch undMusselin u. dgl.
Brunnen-und Badereisen. (Vgl. Bäder, Gesundbrun-nen und Mineralwasser.) Bei der Auswahl des Wassers für die Kranken kannman alle Mineralwasser in Hinsicht ihrer Wirkung in 3 Hauptclasscn theilen, inStahlwasser und Säuerlinge, in schwefelhaltige und in salzhaltige. Die Stahl-wasfer, wenigstens die wirksamern darunter, sind gewöhnlich auch Säuerlinge,d. h. sie enthalten eine reichliche Menge von kohlensaurem Gas, welches den 'An-theil von Eisen aitfgelöll hält. Bei welchen dieses der Fall nicht ist, die haben sowenig Eisengehalt, und dies Wenige ist in der dürftigen Menge von Kohlensäure-gaü so schwach gebunden, daß es sich schnell zersetzt, das Eisen von der Wassermassesich trennt und als Ocker niederschlägt, besonders wenn das Wasser zum Badenerwärmt wird, wodurch eS dann vor gemeinem Wasser Nichts voraus hat, als daßes die Haut und die Wäsche beschmutzt. Die reichhaltigen Stahlwasser wirken aufdas Blutsvstem, indem sie durch ihren Antheil an Eisen den Eruor im Blute ver-mehren, sehr stärkend. Sie können daher in Kränklichkeiten von gesunkener Kraftdieses Systems, in Bleisucht, Kachepie überhaupt, in Magenschwäche und an-dern davon herrührenden Übeln gebraucht werden, dagegen sie den an den Lungen,an Vollblütigkeit Leidenden schädlich sind. Außer- den wenigen wirklich gehaltrei-chen Eisenwassern gibt es in Deutschland eine Menge unbedeutender Quellen, weiles häufig der Fall ist, daß sich einige Gran Eisen in einem großen Schwall vonWasser, das ja das allgemeinste Auflösungsmittel ist, auflösen oder vielleicht aucherst darin bilden. Zn vielen Wassern dieser Art würden kaum dem Geschmackenach besondere Bestandtheile zu vermuthen sein, wenn nicht die verrätherische Gall-üpfeltinctur auch das Hiinkerttheilchcn eines Grans Eisen entdeckte, obgleich dasWasser von solcher Kleinigkeit, gleich als schämte es sich seiner Armuth, nur rothwird. Doch haben diese geringhaltigen Wasser das Gute, daß man in ihrer Aus-wahl nicht ängstlich zu sein braucht, da sie nicht schaden, wen» sie auch nicht liessen.— Schwefelhaltige Wasser scheinen vorzüglich auf das Nervensystem desUnterleibes erregend zu wirken und daher die Thätigkeit der Leber und den Blut-timlauf im Unterleibe zu befördern. Sie können deßhalb bei Kränklichkeiten, die