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Brunnen - und Badereisen
von Trägheit im Bftitumlauf des Unterleibes und der Leberfunction herrühren, ge-braucht werden, dagegen sie bei Anlage zu Anhäufungen und Wallungen des Blu-te? nachtheilig wüten tonnen. — Die salinischen, z. B. Bittersalz u. s. w.einhaltenden Wasser wirken auf die eigentlichen Verdauungswerkzeuge, namentlichauf die >Lchleiniabsonderung des Diagens und der Gedärme, befördern die Bewe-gung dieser Theile und kennen von solche» Personen mit Nutzen getrunken werden,welche an Verstopfung und andern davon herrührenden Kränklichkeiten leiden, da-gegen diejenigen, welche schon mit einer krankhaften Absonderung dieser Theile be-haftet sind, sie vermeiden müssen. — Die warmen O.uellen und die Seebäder sindvorzüglich unter die kräftigen Bäder zu rechnen. Man könnte zwar denken, daßdie wenigen wirksamen Bestandtheile, welche sich in den Gesundbrunnen befinde»,in zweckmäßigen und bestimmten Gaben als Arzneimittel in bequemerer Form ver-ordnet werte» könnten; allein die Arzte, besonders die Bade-und Bnmnenärzte,versichern, daß die Bestandtheile der mineralischen Wasser, durch die innigere Mi-schung und Auflösung von der Natur selbst zubereitet, weit wirksamer als dieselbenMittel in Arzneien oder in künstlichen Bädern waren. Zu Ansehung der Bestim-mung der Kranke», nach welchem Bade und Gesundbrunnen sie reisen sollen, istschon oben Einiges erwähnt. Zu Ansehung der ökonomischen Umstände der Kran-ken sollten aber besonders ihre Ärzte sehr umsichtig zu Werke gehen und die ärmer»oder auch nur minder wohlhabenden Kranken lieber davon abhalten. Zudem ist inAnschlag zu bringen, daß solche Kranke bei aller Humanität der Badedirectionenund Badeärzte, welche für den Minderwohlhabenden so gut wie für den Reichensorgen, doch auf die heilsame Wirkung der Vergnügungen der Bäder nicht rechnendürfen, indem sie denselben meistens entsagen müssen. Wer hingegen Geld undnur eine leichte Kränklichkeit hat, besonders wer bei der Annäherung der Badezeitetwa eine Art von Badekrankheit spürt (ungefähr wie die Menschen, die sich andas Aderlässen gewöhnt haben, an der Ader ein Zucken fühlen, wenn die Zeit wie-derkehrt, wo sie zur Ader ließen), braucht unter den Bädern nach ihren Bestand-theilen nicht ängstlich auszuwählen; es wird ihm jedes gut bekommen, und er wirdüberall ein willkommener Badegast sein. Wer noch schwankend sein sollte über dieheilsamen Wirkungen der Bäder, der lese nur die Ankündigungen von manchen,welch' eine Reihe von Krankheiten aufgeführt ist, die alle durch die wundersameKraft der Heilquelle weggespült werden. Wen» wir aber auch zugeben, daß alledie heisiamcn Folgen der Bade - und Brunnencuren nicht einzig und allein Wir-kung der Bestandtheile des Mineralwassers, sondern andrer Nebenumstände sind,so können wir doch behaupten, daß diese Vortheile durch keine andern Mittel so guterlangt werden können als durch Bade - und Brunnencuren. Schon der bei man-chen Menschen ungewöhnliche Eindruck des bloßen Wassers aus den ganzen Kör-per, auf die Hauknerven und dadurch auf das gesammte Nervensystem,-ist von denheilsamsten Folge» für die Gesundheit. Das Trinken der Gesundbrunnen hat dengroßen Vortheil, daß viele Menschen, die eine gewisse Art von Wasserscheu haben,von der Möglichkeit überzeugt werden, daß auch ihr Magen Wasser vertragen kann,wenigstens einige Wochen mit diesem heilbringenden Element erquickt, und nichtimmer mit Thee, Bier, Wein oder andern hitzigen Getränken belästigt wird. Wiewohlthätig ferner ist die körperliche Bewegung, welche das Gebot des Arztes, nochmehr das allgemeine Beispiel, die Mode, die Langeweile, erzwingt. Manche Dame,welche außerdem das Gehen für zu beschwerlich oder unanständig hielt, der Ge-lehrte, welcher an seinem Arbeitstische sich krumm gesessen hat, der Geschäftsmann,welchen die Arbeit aus dem Stuhle gefesselt hielt, der fette Müßiggänger, welcherauf dein Sopha sich zu pflege» gewohnt ist, Allen ist die Bewegung wohlthätig,und alle Diese würden sie ohne Badereisen nicht haben. Auch der häufigere Genußder freien Lust, der wohlthätige Einfluß der Reise selbst ist sehr hoch anzuschlagen.