Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
257
JPEG-Download
 

Brutto

. 251

Brutus (Lucius Iunius)

nock blind find, vorn Älteimpaare aus dem Neste geschafft, damit ihnen die Unrei-nigkeit nicht am WackSthume schade. Wasser--und Sunipfvöqcl verlassen baldnach der Geburt das Nest und schwimmen oder laufen mit der Mutter umher, vonberste, sowie vom Vater, angewiesen weiden, ihre Nahrung selbst zu suchen. DieMutter beschützt sie, nimmt sie bei übler Witterung unter die Flügel und läßt essich oft sauer wende», um es ihnen beguem zu machen. Die Zeit des BrülenS istgewöhnlich nach der Große der Vogel verschieden. Wenn der Hänfling nur 1tTage fodert, so brütet die gewöhnliche Henne in 21, der Schwan aber in 42 Ta-gen seine Jungen aus. In wärmer» Klimate» soll die Brükczeit etwas abge-kürzt werden. So sagt man, daß in Afrika die Henne Mir 13 Tage sitze. Auchwissen wir, daß bei sehr kühler Witterung Gänse und Hühner viel länger sitzen,als wenn das Wetter recht warm ist. Im Durchschnitt ist eine Wärme von104" Fahr. dazu erfoderlich. Das künstliche Ausbrüten der Zier ist nichtbloß aus Ägypten eingeschränkt, sondcrn man hat auch in Neapel wähl end des15. Jahrh, dergleichen Brüiöfen angelegt. 'Aber in Ägypten ist diese Kunst aufeine» hoben Grad der Vollkommenheit gebracht worden. Die dazu eingerichteten-Ofen sind von Ziegelsteinen und etwas in die Erde hineingearbeitet. «LLie bestehenaus 2 Stockwerken, die mit einander in Verbindung stehen und in mehre Kam-mern abgetheilt sind. In einem Winkel des Gebäudes ist ein Ofen, den man10 Tage hinter einander, täglich 3—4 Stunden, mir Kuh-und Kameelmist, dergewöhnlichen Feuerung jenes Landes, heizt. Um den rechten Grad der Wärmezu geben, hat man kein andres Mittel als das eigne Gefühl der Arbeiter. Manvergleicht die Temperatur, die man hervorbringe» will, mit der Wärme der Bäder.Wird die Hitze zu stark, so öffnet man eigne Luftzüge. Der Boden der Abtheilun-gen oder Kammern wird mit Matten und einer Schicht Stroh darüber bedeckt,und darauf legt man die Zier z doch so, daß sie einander nicht berühren. Täglichwerden sie 2 Mal, und ebenso oft des Nachts umgewandt. Nach 8 oder 10 Ta-gen untersucht man sie mit einer Lampe, ob sie auch bekommen. Die fehlschla-genden wirft man weg und bringt die übrigen am 14. Tage in das obere Stock-werk. Am 20. oder 21. Tage kriechen die Küchlein aus und werden nun ihrenEigenthümern zurückgegeben oder verkauft. Für das Ausbrüten nimmt der Be-sitzer des Ofens ein Drittheil der Zier. Solcher Öse» sollen 400 in Ägypten sein,und in jedem Ofen (fast unglaublich) 50,000 Küchlein ausgebrütet werden. DieEinwohner nneS Dorfes. Bernm im Delta, sind im Besitze dieser Kunst, die siedurch ganz Ägypten treiben. Auch in China ist dies künstliche Ausbrüten in Ge-brauch. Man legt die Zier in hölzerne Büchsen, die mit Sand gefüllt sind, undstellt diese auf eiserne erhitzte Platten. Röaumur machte 2 Vorschläge bekannt,wodurch er das künstliche Ausbrüten auch i» Europa einführen wollte. Auf ge-wöhnlichen Backöfen sollte ein bewegliches Gestell von Bretern angebracht werden,woraus man die Eier legen könne. Ein andrer Vorschlag war, die Eier in Mist-haufen ciiizugraben; allein theils die Unsicherheit der Temperatur, theils die schäd-lichen Luftarten, die aus den Misthaufen aufsteigen, hinderten den glücklichen Er-folg dieses Unternehmens: die meisten Eier wurde» faul. Neuerlich hat ein un-gcnannter Franzose ein Werk über das künstliche Ausbrüten herausgegeben, woriner die ägyptischen Brütöfen in größerer Zweckmäßigkeit einzuführen sucht. Erheizt die Öftn mit kochendem Wasser.

Brutto (ital.), im Gegensatze von Netto, wird in der Kaufmannssprachedie Waare mit Inbegriff Dessen, worein sie verpackt ist, genannt. Es gilt dasvorzüglich in Beziehung auf das Gewicht der Waare, daher mai>z. B. sagt: DasFaß Caffee wiegt 9 Cknr. Brutto, d. h. mit Inbegriff des Gewichts des Fasses.

Brutus (Lucius Iunius), der Sohn desMarcuS Iunius und der Toch-ter des ältern Targuinius, rettete sein Leben vor den Verfolgungen des TarguiniusConvmatmiS Lepicv». Bd. II.