Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Brutus (MnrcuS IuniuS)

Superbug dadurch, daß er sich blödsinnig stellte, weßhalb er den Beinamen Bru-tus bekam. Bei einer in Rom auggebrochenen Pest begleitete er die Söhne desTarquinius zu dem Orakel in Delphi. Als Lucreria, des EollatinuS Elemahlin,sich den Dolch in den Busen stieß, um die Entehrung nicht zu überleben, welche sievon Septus, dem Sohne deg Tarquinius, erluren, ließ B., der dabei gegen-wärtigwar, die Maske fallen; er zog den blutigen Doleh aus der Wunde undschwur den Tarquiniern Rache, erklärte den E'-staunten das Räthsel seiner Um-wandlung, vermochte zu einem gleiche» Eide alle Anwesende und ließ, da man sichseiner Leitung unterwarf, sogleich die Thore sperren, das Volk zusammenrufen, denLeichnam öffentlich ausstellen, und verlangte die Verbannung der Tarquinier.Nachdem sie beschlossen worden, trug B. darauf an, die Konigswürde abzu-schaffen und eine freie Verfassung einzuführen. Da bestimmte man, daß 2 Consulnansein Jahr die höchste (Gewalt ausüben sollten, und ertheilte dieses Amt zuerstdem ZuniiiS B. und dem Tarquinius CollatimiS. Tarquinius , der die Thore ge-sperrt und sich von dem Heere verlassen sah, schickte Gesandte nach Rom , die seinPrivaketgeuihuin zurückfedern und zugleich versprechen sollten, daßerNichkS gegendie Republik unternehme» wolle. Man bewilligte dieses Begehren; dennoch ver-suchten d>e Gesandten eine Verschwörung und zogen mehre Jünglinge in dieselbe,unter denen sich auch die beiden Söhne des B. und seine und des EollatinuS Neffenbefanden. Aber ein Sklave, Namens Vinde.r, entdeckte das Vorhaben vor seinemAusbruche. Nachdem die Schuldigen gefangen genommen worden, ließen die Eon-sitln auf den folgenden Morgen das Volk zu den Eomitie» berufen. Alles war tieferschüttert, unter den Gefangenen auch des B. Sehne a» Pfahle gebunden undden Vater auf dem Richterstukl zu sehen, der sie verurrheilen sollte. EollatinuSweinte, und selbst der strenge ValeriuS saß stumm da. Aber B. stand gefaßt aufund befahl, nachdem die Schuld unwidersprechlieh erwiesen worden, den Lictoren,das Gss-ß zu vollziehen. Weder die Bitten des Volks noch seiner öLöhne ändertenseinen Einschluß. Er wohnte dem schrecklichen Schauspiele mit Sündhaftigkeit bei,und erst nach der Hinrichtung verließ er die Versammlung, in die er jedoch zurück-gerufen ward, da EollatinuS seine schuldigen Vettern zu retten wünschte. Das Volkverurtheilte Alle und wählte an die Stelle des EollatinuS den ValeriuS zum Eonsul.^ndeß kalte Tarquinius, von Porsenna unterstützt, ein Heer versammelt und rücktegegen Rom an. Die Eonsuln zogen ihm entgegen. B. führte die Reiterei, ihm ge-genüber befehligte AruuS, Tarquin'S Sohn. Beide durchstießen sich im Angriffezu gleicher Zeit mit ihren Spießen, 509 v. Ehr. Die Römer siegten, und B. wardfeierlich begraben. Die Weiber betrauerten ihn ein ganzes Jahr lang als den Rächerder Ehre ihres Geschlechts.

Brutus (MarcuS Iunius). Dieser mit dem Namen des letzten Römersbezeichnete Republikaner war anfangs ein Feind des PompejuS, der seinen Vaterin Galatien getödtet hatte, vergaß aber seinen Privathaß und versöhnte sich mitPompejus , als sich derselbe zum Vertheidiger der Freiheit auswarf. Er nahm je-doch keine Befeklshaberstelle an und ergab sich nach der unglücklichen pharsalischenSchlacht dem Eäsar, der ihn mit der zärtlichsten Freundschaft aufnahm, da er ihnimmer geliebt hatte und sogar ihn für s. Sohn hielt, indem B.'S Mutter, eineSchwester des strengen Eato, Cäsar s Geliebte gewesen war. Bei Vertheilung derStaatSäniter wies der Dictator dem B. Macedonien zur Verwaltung an. Den-noch ward B. ein Haupt der Verschwörung gegen Cäsar , da er die zärtlichstenBande dem Wohle des Vaterlandes opfern zu müssen glaubte. Eassius, von Haßgegen Eäsar und von Liebe zur Freiheit angetrieben, suchte anfangs durch schrift-liche Auffoderungen, dann durch seine Gemahlin Iunia, des B. Schwester, den-selben zu gewinnen; und als er ihn genug vorbereitet glaubte, erklärte er ihn»mündlich semen Plan einer Verschwörung gegen den nach der Alleinherrschaft strc-