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Bruyöre
benden Cäsar . B. ging darauf ein und bewog durch sein Ansehen viele der vor;nebmste» Römer zum Beitritt. Cäsar ward im Senat ermordet. B. erklärte durchöffentliche Reden die Absicht dieser That, konnte jedoch das Mißvergnügen desVolks nicht besiegen und begab sich mit seiner Partei auf das Capital. Bald aberfaßte er Muth, als der Consul P. Cornelius Dolabella und der Prätor L. Corne-lius Cinna, Cäsar's Schwager, sich für ihn erklärten. Allein Antonius, den B.großmüthig verschont hatte, sehnte sich nur zum Scheine mit ihm aus und erlangtevon ihm die Erlaubniß, dem Volke Cäsar's Testament vorlesen zu dürfen. Hier-durch gelang es dem Antonius, das Volk zur Wuth und Rache gegen die MörderCäsar's zu reizen. Ein allgemeiner Aufstand zwang die Verschworenen, aus Rom zu flüchten. B. ging nach Athen und suchte dort unter dem römischen Adel einePartei zu bilden; auch gewann er die Truppen in Macedonien. Hetzt fing er an,öffentlich zu werben, welches ihm um so leichter ward, da die übrigen Pompcjani-schen Truppen seit der Niederlage ihres Feldherrn noch in Thessalien herumschweif-ten. HortensiuS, der Statthalter von Macedonien, trat ihm bei, und so standB.,Meister von ganz Griechenland und Macedonien, in kurzem an der Spitze einesmächtigen Heeres. Er ging hieraufnach Asien , wo er sich mit Cassius, dessnWaffen hier einen ebenso glücklichen Fortgang gehabt hatten, vereinigte. InRom hatten dagegen die Triumvirn die Oberhand. Sämmtliche Verschworenewaren verurtheilt worden, und man rüstete sich, sie zu bekriegen. B. und Cas-sius aber unterwarfen sich die Lpcier und Rhodier mit großer Anstrengung undgingen dann nach Europa zurück, um den Triumvirn die Spitze zu bieten. (Dasoll, nach Plutarch, dem B. auf dem Marsche von Sardes nach AbyduS in Klein-asien ein Gespenst erschienen sein.) Da? Heer ging über den HelleSpour und sam-melte sich, 19 Legionen und 20,000 Reiter stark, in den Ebenen von Philipp!rn Macedonien, wo auch die Triumvirn, Antonius und Octavian , mit ihre» Le-gionen eintrafen. Obgleich die römischen Geschichtschreiber in ihren Berichtenüber die Schlacht von Philippi nicht übereinstimmen, so scheint doch so viel gewiß,daß zwar Cassius vom Antonius geschlagen ward und sich von einem seiner Lckla-vm den Tod geben ließ; daß aber B. mit mehrem Glücke gegen die HeereSabthei-!u gen kämpfte, an deren Spitze Octavian stand, der aber durch Unpäßlichkeit be-hindert ward, dem Treffen in Person beizuwohnen; daß B. nach der Schlachteine vorkheilhafte Stellung innehatte, wo er schwer anzugreifen war, unddaßerdurch die thörichte Hitze seiner Krieger gewissermaßen gezwungen ward, den Kampfzu erneuern, der nun auch für ihn unglücklich ablief. Er ward völlig geschlagen.Nur mit wenigen Freunden entrann er dein Tode, übernachtete in einer Hohle,und da er feine Sache rettungslos sah, bat er einen seiner Vertrauten, denStrako,ihn zu todten. Lange weigerte sich dieser; als er ihn aber fest entschlossen sah, hielter ihm mit abgewandtem Gesicht sein Schwert entgegen, in welches B. sich stürzte.So stcrb er 42 v. Chr. im 43. Lebensjahre.
Bruyßre (Jean de la), der berühmte Verfasser der Charaktere und Sittenseines Jahrhunderts, war auf einem Dorfe bei Dourdan in der Normantie 1639,nach A. 1644, geb. Er kaufte sich anfangs die Stelle eines Schatzmeisters zuCaen ; allein kurz daraufkam er durch den BischofBossuetmit einer Pension von3000 LivreS zu dem Herzoge von Burgund, um denselben in der Geschichte zuunter-richten und hielt sich in dessen Hause seine ganze übrige Lebenszeit auf. Er übersetzte1681 die Charaktere des Theophrast mit vieler Eleganz ins Französ . und begleitetesie mit einer Folge von Charakteren, worin er die Sitten seiner Zeit mir scharfemBlicke und in einem bis zum Epigrammatischen sinnreichen und witzige» Vortragedarstellte. Dieses Werk steht in verdienter Achtung. B. nahm seine Cbarakrerenicht selten von lebenden Personen, wiewol er dies leugnete, und scheint sich da-durch viele Feinde gemacht zu haben. Übrigens war er ein Mann von liebens-
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