Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
Seite
262
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?L2 Buch (Leopold von) Buchanan

Buch (Leopold von), geb. 1777 im Preußischen, einer der ersten Geogno-sten Deutschlands , der seinen Zweck, die physische Beschaffenheit der Erde durcheignes Beschauen zu erforschen, seit mehr als 3» I. aus Reisen durch alle Provin-zen Deutschlands, dmch Skandinavien bis zum Nordcap, durch Theile von Groß;britannien, Frankreich und Italien und bis in die canarischen Inseln, eifrig ver-folgt hat. Er untersiicht dabei vornehmlich Geognosie, allgemeine Physik, Be-schaffenheit und Temperatur der Atmosphäre, Erhöhung des Bodens und Botanik.Im Besitze einer glücklichen Unabhängigkeit, beginnt er von Berlin aus, wo er ge-wöhnlich dieWinkermonate verlebt, mit dem Frühlinge seine naturforschenden Wan-derungen. Einfach in seiner Lebensart, mäßig, an Beschwerden gewöhnt, reist er zuWagen, zu Pferde, zu Fuß, wie es sein Zweck erfodert. Bescheiden und mild in sei-nen Urtheilen, beachtet er jede Mittheilung von Andern, die ihn zum Wahren füh-ren kann. Unter den Geognosien hat er zuerst die Verschiedenartigkeit der vulkani-schen Erscheinungen und besonders ihrer Wirkungen auf die Gestalt und Beschaf-fenheit der Erdoberfläche deutlich dargelegt. Er theilte nämlich die Vulkane in Cen-tral - und Reihenvulkane. Die letzten scheinen ihm der Richtung großerSpalten inder Erde, und diese wieder der Richtung der Urgebirge zu folgen. Seine Centralvul-kane sind die liparischen Inseln, der'Ätna, Island, die Azoren , die Canarien u. s. w.Was ihm die Geognosie verdankt, beweisen seine „Geognost. Beobachtungen aufReisen durch Deutschland und Italien " 1802); seine „Physikal. Beschreibung dercanarischen Inseln", wo er 1815 mehre Monate verweilte. Ihn begleitete damalsder norwegische Botaniker Christian Smith , der einige Jahre später die Zahl der-Opfer der unglücklichen Unternehmung des Capit. Tücke» im Congoflusse ver-mehrte. Auch ist v. B. „Reise durch Norwegen u. Lappland" (2 Thle., Berlin 1810, m. Kpfrn.) ein Hauptwerk über den Nakurbau der Erde im hohen Norden.

Buchanan (Georg), Dichter und Historiker, geb. 1500 zu Kilkerne inSchottland, studirte zu Paris von 1520 — 22. Nachdem er dann im franz.Hülfsmilicair in Echottland 1523 Dienste genommen halte, verließ er solche, weilihm die Kriegsstrapatzen eine schwere Krankheit zugezogen hatten, und ging 1524auf die Universität St.-Ankrews, wo er Luther's Lehre kennen lernte, dann nochim nämlichen Jahre nach Paris . Hier lebte er in höchster Dürftigkeit, bis er1526 Lehrer der Grammatik im Collegium der h.Barbara wurde. Daselbst wählteihn der junge schottische Graf Cassils zu seinem Lehrer und nahm ihn 1531 mitnach Schottland. Als dieser 1530 starb, ernannte ihn Jakob V. zum Lehrer sei-nes unehelichen Sohnes Jakob Stuart , Grafen Murra». Weil er eine beißendeSatyre gegen die Franciscaner, wie matt sagt, vom Könige selbst verfallt, druckenließ, mußte er flüchtig werden und hielt sich einige Jahrein Frankreich als Erzieherauf, wo er einige latei». Tragödien schrieb und den Euripides übersetzte. Endlichging er nach Portugal , um eine Lehrstelle an der »euerrichleten Universität Coim-bra zu übernehmen. Seine Feinde unterließen jedoch nicht, ihn auch hier zu ver-folgen, und er ward, sowol wegen jener LMtyre, als auch weil man ibm im All-gemeinen den Vorwurf machte. kein echter Katholik zu sein, auf einige Monate,um sich besser zu unterrichten, in ein Kloster gesperrt, in welchem er seine poeti-schen Umschreibungen der Psalmen in latein. Versen verfaßte. Nach vielem Her-umschweifen kam er 1563 wieder nach Schottland , bekannte sich öffentlich zur re-fornürten Religion, ward nachher Lehrer des jungen Königs Jakobs VI.. nachmali-gen Jakob >., den er streng hielt lind ihn selbst oft körperlich züchtigte. Auch nach-dem Jakob zur Regierung gekommen war, sagte er ihm bittere Wahrheiten. Erschrieb 1565 die schottische Geschichte („Ili.-il.wi-, .8,-,»ii:,e". lll» > XX - in seinenfammkl. Werken herauSgeg. von Rudiniann, Edinb. 1715, 2 Bde., Fol.) nichtohne Bitterkeit gegen die kathol. Religion und gegen seine ehemalige Wohlthäterin,die Königin Maria Stuart , zu deren Gegnern er sich schlug. Er blieb m Gunst