Büchernachdruck 271
für die deutsche Sprachsünde der von Adelung (Dresd . 1807). Indessen erhal-ten die Kataloge, auch der reichsten Bibliotheken, ihren wahren Werth und ihreBrauchbarkeit erst durch eine zweckmäßige Einrichtung und Anordnung, und ge-währen dadurch zugleich auch ein specielles bibliothekarisches Interesse. Dazu istaußer der Vollständigkeit und Genauigkeit i» den materiellen Angaben, welche sichbei alten Drucken und vorzüglich seltenen Werken, bis auf Bemerkung des Dru-ckers, der Seitenzahl, Signatur, des CustoS u. s. w., bei Kupferwerken lns aufdieAngabe der Zahl und nähere Beschaffenheit der Kupfer, sowie der Namen derKünstler erstrecken muß, vorzüglich auch eine lichtvolle und leicht zu übersehendeAnordnung der Bücher erfoderlich. Franzose» waren hierin die ersten Vorgänger.Gabriel Nandu'- brach durch den „sAi.abie.nn! !ül>!i«t!n-u.->>- (loistt-suin.-n-" (Par,1613, 4.) die Bahn; ihm folgten Ismael BullialduSund Ios. O.ueSnel im „(At.bibl. binianae" (Par. 1679). Durch weitere Ausbildung dieser Anordnungs-methode und zugleich durch bibliograph. Genauigkeit zeichnete sich im 18. Jahrh,der pariser Buchhändler Gabriel Märn» aus Kataloge von Bulteau 1711, du Fay1725, Brochard 1729, Graf Hoym 1738), und auf dem von ihm gelegtenGrunde baueten Debure im Kataloge von Gaignat (1769) und bei der Redactionder ersten Abtheilung des Dallu-re'schen Katalogs, sowie bei der Bearbeitung derzweiten Abtheilung, der Buchhändler Nyon niit Glück fort. Um dieselbe Zeit lie-ferte auch Iac. Morelli in Venedig den durch dieselben Eigenschaften sich empfeh-lenden Katalog der trefflichen Bibliothek des Maffeo Piuelli (Ven. 1787, 6 Bde.).Da indessen alle diese Kataloge bloß zum Behilf des Verkaufs verfertigt wurde»,so ließen sie keilt höheres Streben zu. Auf einen eigentlich Wissenschaft list en undbibliothekarischenStaudpunkterhoben sich, umderfrühern mangelhaften Katalogeder Botlejauffchen (Orf. 1738, 2 Bde., Fol.) und pariser Bibl. (1739, 6 Bde.,Fol.) nicht zu erwähnen, Ioh. Mich. Francke in seinem Realkataloge der Büuan'-schen (Lpz. 1750, 7 Bde, 4.) und Audiffredi in dem alphabetischen der Casauati'-fchen Bibliothek (Rom 1761, 4 Bde., Folst. Beide Werke, obgleich leider unvoll-endet, sind unübertroffene, vielleicht selbst unübertreffliche Muster, und namentlichkann mit dem erster» der mit kindischen Fehlern angefüllte und höchst unzuverlässige„(Atalopuis bibliotli. -loiulomi.ie I >,ei csi.inucfi von Joseph v. Sanoi i (Wien 1801, 13 Bde.. 4.) auf keine Weise verglichen werden. Endlich gibt es nochbeurtheilende Kataloge ((Kit. luisonneA), welche nähere Nachrichten und Urtheile,Beschreibungen seltener und merkwürdiger Bücher, und zum Theil Angaben ihrerPreise enthalten. Außer den wenigen allgemein interessanten Werken dieser Artvon Ioh. FabriciuS (Wolfenb. 1717, 6 Bde., 4.), Jak. Friedr. Reimmann(Hildesk. 1731, 2 Bde.), Gottlieb Stolle (Jena 1733, 18 Bde., 4.)u. A. sindvorzüglich brauchbar die Kataloge von Crevenna (Anist. 1778, 6 Bde., 4.), SernaSantander (Brüssel 1803, 5 Bde.) und Lord Spencer (s. oben), sowie Denis'S„Merkwürdigkeiten der Garelli'schen Bibliothek" (Wien 1780, 4.). .4s.
Büchernachdruck, der unveränderte Abdruck einer Schrift, einermusikalischen Eomposition oder irgend eines andern Geisteswerks ohne Zustimmungdes Verfassers und Verlegers, besonders zum Zweck des Verkaufs in gewinnsüchti-ger Absicht. Kaum war nach Erfindung der Buchdruckerkunst das Geschäft desBuchhandels und des Schriftstellers zum bürgerlichen Nahrungszweige geworden,als man auch darüber zu klagen anfing, daß dasselbe durch Nachdrucke,- gestörtwerde. Man war anfangs nicht zweifelhaft darüber, daß dies sowol sittlich un-recht als auch ein förmlicher Eingriff in die vollkommenen Rechte der Verfasser undder von ihnen angenommenen Verleger sei, indem Beide, welche auf die Hervor-bringung und den Druck einer Schrift Mühe und Kosten verwenden, in der Absicht,durch den Verkauf derselben Ersah und einen billigen Gewinn zu erlangen, durchden Nachdruck ihres Erfolgs beraubt werden. Luther nannte den Nachdruck ge-