27 6 Buchhandel
exemplare nun in Leipzig an dieEommisfionnairs derSortimentshändler ab, welchesolche wöchentlich oder nach Maßgabe des Verbrauchs öfter oder seltener durch diePost oder durch Fuhre auf Kosten des Empfängers absenden. t>. in Strasburg ,der nach Empfang der ihm zur Neuigkeit gesandten Exemplare findet, daß sie fürseine Abnchmer nicht hinreichen, verlangt deren mehr; allein er schreibt deßwegennicht an ä. nach Riga, sondern schickt an seinen Tommissionnair I). in Leipzig einenZettel, auf welchem die Anzahl der Exemplare, welche er verlangt, bemerkt ist.>>. übergibt diesen Zettel an U., der solchen expedirt, das Verlangte 1). zur Beför-derung an einhändigt und den Zettel gelegentlich, als Beleg, an .4. einfndet.Durch diese Einrichtung entstehen für den deutschen Buchhandel, sowie für Leipzig selbst, große Vortheile. Der Sortimentshändler erhält Alles frei von Leipzig , unddadurch, daß sich für ihn, von allen Theilen Deutschlands her, wöchentlich eine großeZahl an ihn gerichteter Bücherpakete sammelt, die er zusammenpacken und an sichabsenden läßt, kommt ihm die Fracht unendlich wohlfeiler, als wenn er jedes ein-zelne Paket besonders zugesandt erhielte, und das Geschäft wird dadurch vereinfacht.Für Leipzig entspringen durch dies Commisfions- und Speditionsgeschäft, und da-durch , daß sich auf der Dstermesse aus allen Theilen Deutschlands und andern Län-dern mehre 100 Buchhändler — die sich wahrend der Messe auf einer eignen Börsemit einander berechnen — mit ibren Gehülfen versammeln, große Vortheile,und es läßt l'ch erwarten, daß die konigl. sächs. Regierung dies immer mehr erwä-gen und die Freiheit und Sicherheit eines so großen Verkehrs durch liberale, zweck-mäßige Einrichtungen schütze» werde. Dadurch, daß sich die Buchhändler, gleichandern Kaufleuten, über gewisse Procente einigen, welche sie sich gegenseitig alsRabatt von ikren VerlazSartikeln bewilligen, ist es nur allein möglich, daß diesel-ben in allen Buchhandlungen Deutschlands , mit wenigen Ausnahmen, zu einemund demselben Ladenpreise verkauft werden können. Mehre oder mindere Entfer-nung von dem Stapelplatze des deutschen Buchhandels, sowie der wechselnde Geld-curs, der verschiedene Münzfuß, die ungleichen Abgaben u. s. w., , erwehren odervermindern natürlich die Unkosten des Verkebrü und somit auch den Gewinn beiden, SortimentSgeschäfte, da überdies der Sortüncntshändler nicht, wie andreKaufleute, dergleichen Unkosten auf die festbestimmten Preise seiner Waare schlagenkann, wogegen er ebensowie Jene Verlusten aller Art ausgesetzt bleibt. Über denKrebsschaden des deutschen LiteraturvcrkehrS, den Büchernachdruck, s. d.In andern europ. Ländern, z. B. in England und in Frankreich , besteht bis jetztkeine solche den Verkehr befördernde Verbindung unter sämmtlichen Geschäftsge-nossen, wie in Deutschland , und noch weniger ein so wichtiger Mittelpunkt desHandels, als die Büchermesse in Leipzig ist. Jedoch ist in Frankreich Paris derCentralpunkt für den franz. Verlagshandel. In Großbritannien wetteifert darinEtinburg mit London . In den Niederlanden sind die wichtigsten Verlagsbuch-handlungen in Amsterdam, Utrecht, Leyden und Harlem. In Brüssel und Lüttich werden viele franz. Driginalwerke nachgedruckt. Auch treten in Frankreich undEngland oft niehre Buchhandlungen zu gemeinschaftlichem Verlage größerer Werkezusammen, welches in Deutschland selten der Fall ist. 1802 stiftete» die nord-amerikanischen Buchhändler eine Messe zu Neuyork und setzten eine Meßordnungfest. In -Lpanien und Portugal wird der Preis jedes Buches durch eine obrig-keitliche Taxe bestimmt, die demselben i» frühern Zeilen jedes Mal vorgedruckt wurde.Riickfichtlich der Verlagsartikel verdient noch bemerkt zu werten, daß sich bei Über-nahme eines solchen der Verleger mit dem Verf. gewöhnlich über das zu bezahlendeHonorar zu einigen, außerdem auch die Kosten des Drucks, die Kosten undMühe des DebirS w. zu tragen hat, und dagegen das Werk als sein Eigenthum be-trachtet. Für den Fall neuer Aussagen werden gewöhnlich besondere Bestimmun-gen gemacht. Der Verleger, welcher Honorar, Druck, Papier w. gleich beim Er-