Buchholz Büchse 277
scheinen des Buchs zu bezahlen hat, dasselbe finde nun Käufer oder nicht, wagt beider Verlagsübernahme sein Capital, wie der Kaufmann bei seinen Speculationen.Hieraus geht zugleich hervor, wie sehr der Nachdruckn-, der seine Hand nur nachschon gangbaren Artikeln ausstreckt und kein Honorar dafür entrichtet, gegen denrechtmäßigen Verleger in (ungerechtem) Vortheil steht.
B u ch h o l z (Paul Ferdinand Friedrich), geb. den 5. Febr. 1768 zu Alt-ruppin, wurde vock seinem Vater wegen seiner natürlichen Fähigkeiten zu einemgelehrten Fache bestimmt. Er wollte in Halle, nachdem er aus den Schulen zuPerleberg, Neuruppin und Berlin gut vorbereitet worden war, Theologie studi-ren ; doch die Fortschritte, welche er unter Lieberkühn und Gcdicke in derPhilologiegemacht hatte, lenkten ihn von diesem Berufe ab. Auch in der engl., sranz. unditalien . Literatur erwarb er sich gute Kenntnisse. Kaum war er in seinem 19. I.nach seiner Vaterstadt zurückgekehrt, als ihm eine Lehrerstelle a» der Ritterakade-mie zu Brandenburg angetragen winde. Er nahm den Antrag mit Freuden an.Bald machte er die Entdeckung, daß ihm Besseres zu Theil geworden, als er nachdem Maße seiner Kenntnisse verdiente. Sein Bestreben ging nun dahin, sich desin ihn gesetzten Vertrauens würdiger zu machen, und er erweiterte lehrend unddurch den Unigang mit seine» ältern Collegen den Kreis seines Wissens. Als nachmehren Jahren die Verhältnisse an der Rttterakademie sich veränderten, wünschteersieh zu einem Staatsamte vorzubereiten. Er gab daher, 32 Zähre alt, seine Leh-rerstelle an der Ritteracademie auf und ging nach Berlin , Die Schriftstellerei warfür ihn anfangs Nothbehelf. Sobald er aber einsah, daß sich in gänzlicher Unab-hängigkeit von Protecrionen auf dieser Bahn Fortschritte machen ließen, wurde sieihm so lieb, daß er allen andern Bestrebungen entsagte. Seit 21 Jahren ist.seiriLeben in seinen Schriften. Die Zahl derselbe» ist bedeutend, ihr Gehalt verschie-den. Das genauere Studium der sranz. Revolution erzeugte in ihm die Idee einesGravikationSgesetzeS für die sittliche Welt und eine Reihe von Schriften, welchemit dieser Idee zusammenhängen. „Der neue Leviathan", „Rom und London ",das „Gemälde des gesellschaftlichen Zustandes im Königreiche Preußen", „Her-mes, oder über die Natur der Gesellschaft, mit Blicken in die Zukunft" ic. sindunstreitig nicht fehlerlose Productionen; allein alle verrathen das aufrichtige Be-streben ihres Verfassers, über die Erscheinungen der sittlichen Welt inS Klare zukommen, um sie einem und demselben Gesetze zu unterwerfen. Seine 'Vater-landsliebe ist unverkennbar; doch sieht er i» dem Vaterlande immer nur einen Theilvon Deutschland, in Deutschland nur einen Theil von Europa, und in Europa nur einen Theil des von Menschen bewohnten Himmelskörpers, Erde genannt.Dabei hat er nie dem Parteigeiste gehuldigt, nie Parteihaupt zu werden gestrebt.Seit 11 Jahren mit derGeschichte der curop. Staaten und seit dem Frieden vonWien mit der HerauSg. der „Neuen Monatsschrift für Deutschland" beschäftigt,hat er „Philos. Untersuchungen über die Römer" bekanntgemacht, deren Inhaltdie Aufmerksamkeit der Gelehrten verdienen würde, wenn sie immer gewohnt wä-ren, die Gegenwart in dem Spiegel der Vergangenheit oder auch umgekehrt zu be-trachte». In den „Philosoph. Untersuchungen über das Mittclalter" will er denLesern zeigen, wie ein großer Theil der Fragen, mit deren Losung die Zeitgenossenbeschäftigt sind, aus der Vergangenheit herstammt, und durch welche Entwicke-lungen die europäischeGesellschast aufdenPunkt der Vervollkommnung gelangt ist,woraus sie sich gegenwärtig befindet. Der 11. Jahrgang seines „Histor. Taschcnb."(Berlin 1828) enthält die Begebenheiten des 1.1825.
Büchse, ein Feuergewehr mit gezogenem, d. h. inwendig geriefeltem Lauf,im Gegensatz der glattläusigen Flinte. Der Zeitpunkt ihrer Erfindung kann nichtgenau bestimmt werden. 1381 gelobte Augsburg in dem Kriege der Reichsstädtegegen die Edelleute von Franken, Schwaben und Baiern, 30 Büchsen zu stellen.