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Buckinghain
weichen-, Baron, Vicomte, Marquis von Buckingham, Großadmiral, Aufseherder 5 Häfen u. s. w. ward, und zuletzt über alle Ehrenstellen, Ämter, Gnaden-,bezeigungen und Einkünfte der 3 Königreiche, nach seinem Ehrgeiz, seiner Hab-sucht und seinem Eigensinn verfügte. Die Nation entrüstete sich, das Verdienstverkannt, das Volk niedergetreten, den Adel gedemüthigt, die Krone herabgewür-digt und entehrt zu sehen, um einen übermüthigen und unfähigen Günstling zu er-höhen lind zu bereichern. Es fehlte noch, daß er auch treulos war; Lies ward er1624 im 8. Jahre seiner Gunst. Er wollte den Grafen Bristol, einen ebenso ge-schickte» als rechtschaffenen Minister, von den Geschäften entfernen. Dieser un-terhandelte damals zu Madrid über die Vermählung einer Infantin mit dem Prin-zen von WalliS , naebherigen Karl I. B.'S Bestreben war, sich nicht nur mitdem Prinzen auszusöhnen, gegen den er in einem Anfall von Jähzorn die Hand zuerheben gewagt hatte, sondern den wahrscheinliche» Thronerben zugleicb abhängigvon sich zu mache», um aas den Todesfall des alternden Iukob die Fortdauer seinerMacht zu sichern. So flößte er dem jungen Karl die romanhafte Idee ein, selbstnach Madrid zu gehen und durch seine Gegenwart alle Schwierigkeiten der Unter-handlung abzuschneiden. Dem Könige ward in einer schwachen Stunde die Ein-willigung dazu entrissen, und wiewol er lange deßhalb auf B. zürnte, erhob er ihndennoch zum Herzog. Der AuSgang der Sache war, wie Jakob ihn vorber-gesehen hatte. Während der junge Prinz durch die Anmuth und Bescheidenheit sei-ner Sitten die königl. Familie und die Nation entzückte, beleidigte sie B., der ihnbegleitete, durch Anmaßungen und Zügcllosigkeit. Er erreichte seinen Zweck; diedurch Bristol schon weit geforderte Unterhandlung ward abgebrochen, und damitkein Andrer sie später glücklich beendigen könne, erlaubte er sich die gröbsten Belei-digungen gegen das spanische Ministerium, reiste schnell mit dem Prinzen ab,täuschte den König durch falsche Berichte und bewog sogar das Parlament zu derErklärung, daß man, statt sich mit Spanien zu verbinden, ihm den Krieg erklä-ren müsse, und Jakob erklärte Spanien den Krieg. Indeß versagte das Hangder Gemeinen, obgleich es in den Krieg gewilligt hatte, mit Standhaftigkeit diedazu erfoderlichen Gelder. B. verband sich mit der Partei der Puritaner und faßteden Plan, die bischöfliche Würde abzuschaffen, die Besitzungen der Kirche zu ver-kaufen und mit dein daraus gelöseten Gelde den Krieg fortzusetzen. So ward Jakobin allen seinen Interessen der Politik, des Herzens und Gewissens von seinemGünstling verrathen und starb in der Mitte dieser Verwirrungen. Es war ihmzwar gelungen, den Heirathsvertrag seines Sohnes mit Henriette von Frankreich zu schließen; er hatte aber auch noch den Schmerz gehabt, ein englisches Heer,welches seinem Schwiegersöhne, dem unglücklichen Kurfürsten von der Pfalz, Fried-rich V ., seine Erbländer wiedererobern sollte, durch die schlechten Maßregel» B.'Szu Grunde gehen zu sehen, während die Verbindung mir Spanien die friedliche Zu-rückgabe dieses Landes bewirkt haben würde. B. fuhr nach Jakobs Tode fort,auch Karls I. unumschränkter Minister zu sein; abn- jetzt traf die Prophezeihungseines vorigen KönigS ein. B., der in dem Unterhaus« des letzten Parlaments fin-den Retter des Prinzen und der Nation erklärt worden war, ward von dem neuenParlamente für einen Verführer des Königs, für einen Verräther der Freiheitenseines Landes, für einen öffentlichen Feind erklärt. Und dies geschah zur Zeit einesKrieges, dessen Fortsetzung mehr als je das vollkommenste Einverständniß mir demUnterhaus« erfoderte. Daher jene Trennung in 2 Pariamenter, jene Verhaftungder Mitglieder, die sich am meisten durch ihren Eifer ausgezeichnet hatten, uner-laubte Taxen und gezwungene Anleihen statt bewilligter Abgabe», willkürliche Ge-fangensetzung Derer, die sie zu zahlen sich weigerten, kurz Alles, was den tugend-haftesten König dem schrecklichsten Ende entgegenführen mußte. B. aber, derdurch die schmähliche Unternehmung auf Eadix hatte belehrt sein sollen, daß er dem