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Bugge
lischen Gottesdienstes und der Kirchenverfassung in den Städten und Ländern, wo-,hin er zu diesem Zwecke berufen wurde. Er that dies 1528 in Braunfchweig undHamburg, 1530 in Lübeck, 1531 in Pommern . 1531 ging er deßhalb nachDänemark, krönte den König Christian III. , redigirte die 1539 auf dem Reich?-rage zu Odensee zum Gesetz erhobene dänische Kirchcnordnung, bewirkte in denis.I. die Wiederherstellung d. Univers. zu Kopenhagen , deren ersterRector und Lehrerd. Theologie er war, und gab der evangelischen Kirche in Dänemark und Norwegen die Einrichtungen, durch welche die Reformation in diesen Ländern befestigt wurde,daher ihn die Dänen als ihren Reformator betrachten. Erst 1512 kam er nachWittenberg zurück, richtete noch in dems. Jahre im Wolfenbüttelschen und 1543im Hildesheimischen die evangelische Kirchenverfassung ein. Für alle diese Städteund Länder faßte er zweckmäßige Kirchenordnungen ab und bewies überhaupt beiseinen Veranstaltungen in denselben alle Umsicht, Milde und Gewandtheit, die zuOrganisationen von solchem Gewicht erfodei lich war. Für die Niedersachsen über-setzte er Luther'S deutsche Bibel ins Plattdeutsche, welche 1533 zu Lübeck erschien.Luther'S treuer Freund blieb er bis zu dessen Tode und hielt ihm auch die Leichen:predigt. Während der Veränderungen, die der schmalkaltische Krieg mit sich brachte,verließ erWittenberg nicht, faßte auch mitMelanchthon das leipzigcrInkcrim ab,daher dieAngriffe auf dasselbe in den interimistischen Streitigkeiten auch ihn kraft»und sein Alter verbitterten. In den letzten Jahren seines Lebens litt er an Entkräfttung und starb den 20. April 1558. Die Gegner des Interims haben ihn desEhrgeizes und Eigennutzes beschuldigt. Diesem Vorwürfe widerspricht aber seineAblehnung der ihm angetragenen Bisthümer Schleswig und Camin, gegen derenEinkünfte seine Ämter in Wittenberg nicht in Betracht kommen konnten. Liebezum akademischen Leben und Anhänglichkeit an die Sache der Reformation hieltihn an dem Geburtsorte derselben fest. Man hat von ihm auch eine Geschichtevon Pommern Greifswald 1128, 4.). S. EngelkenS: „Ioh. Bugenhagen,Pommcr" (Berlin 1811). 31.
Bugge (Thomas), geb. d. 12. Oct. 1140 zu Kopenhagen , dänischer Justiz-rath, Pros. der Mathematik und Astronomie an der Univcrs. zu Kopenhagen undbei der k. Marine, Mitgl. mehrer gel. Gesellsch. u. Akadem. d. Wiss, Astronom ander^ternwarte zuKopenh. seitllll, deren eigentlicher Wiederhol steiler er ward.(>!07.s. „Ollere .I.", Kopenk. 1184). Er behauptet nicht nur unter den nütz-lichen Astronomen in Europa , sondern auch unter den thätigen Geographen eine»vorzügliche» Rang. Den wesentlichsten Aiukeil hatte er an den vortresslichen Char-ten von Dänemark , welche die kopenhagnerAkad. d. Wiss. herausgab; denn er warbei ihrer Aufnahme der erste trigonometrische und astronomische Beobachter. Mehrnoch wirkte er für die Erdkunde durch Bildung junger Männer. Rich, die beidenBruder Wibe, Soeberg, D'Aubert, Pihl, Lievog, Ginge, Engelbart, vortheilhaskbekannte Astronomen, gingen aus feiner Schule hervor. Eine Menge junger Of-siciere in der k. Marine und linker den Landtruppen wurden durch seinen Unterrichtbefähigt, die unzähligen, schätzbaren Beobachtungen ausNorwegc», Island, Grön-land, Tranguebar, aus Ost- und Westindien zu liefern, welche die dürftige Geo-graphie dieser Gegenden so ansehnlich bereichert haben. Keiner von B.'S Vorgän-gern an d. berühmten Sternwarte hat die Sternkunde so unmittelbar zum Bestendes LtaatS, zum Wohl seines Vaterlandes und zum Nutzen der Schifffahrt an-gewendet als er. Durch seine äußerst genauen trigonometrischen Vermessungenwurden nicht nur in Dänemark ein besserer und billigerer Contributionsfuß, neueKatasterberecbnungen, gerechtere Regulative für die Staatseinkünfte, nach genauernVerhältnissen der Besitzungen veranlaßt, wodurch vielen Gebrechen in derStaatS-wirihschaft und unzähligen Processen über Feld - und Landeigenthum vorgebeugtward; sondern es wurden auch alle Küsten, Häfen, Inseln, Klippen, Sandbänke