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Zweiter Band. Bo bis C.
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290 Bulgarien

11. Nov. 1532 mit Anna Boolen, die er zuvor zur Marquise v.Pcmbreck erbebenhatte. Erst als die Schwangerschaft das Geheimniß enthüllte, erklärte Träumerdie erste Ehe für nichtig und die zweite für gültig, und Anna ward mit beispiellosemPomp in Westminsier als Konigin gekrönt. 1533 gebar sie die berühmte Elisabeth.Die ungezügelten Lüste des ebenso ausschweifenden als tyrannischen Königs ver-mochte Anna jedoch nicht auszulöschen, und wie sie als Ehrendame Katharinas ihreGebieterin verdrängt hatte, so ward sie von Johanna Seymour , ihrer Ehrendame,verdrängt. Noch gesellte sich zu dem Überdruß Heinrichs der Argwohn der Untreue;und allerdings scheint er nicht ganz ungegründet gewesen zu sein, obgleich das gegensie eingeleitete gerichtliche Verfahren durchaus unregelmäßig war. Anna ward 1535verhaftet, angeklagt und vor eine Commission gestellt. Ein Musiker, Smelto», dernebst Andern eingezogen worden, bekannte, die Gunst der Königin besessen zu haben,und am 17. Mai 1536 ward sie von 26 Richtern zum Tode vei urtheilt. Vergebensgab Anna vor, schon früher mir dem Grafen v. Norkhumberland vermählt, mithinnie die legitime Gemahlin Heinrichs gewesen zu sei»; vergebens vernichtete Cranmer die Ehe; das Todesurtheil ward nach dem Wille» des hartnäckigen Heinrichs voll-zogen, der es für eine ausgezeichnete Gnade ansah, daß er den Scheite,Haufen indas Schaffot verwandelte. Der letzte Tag (der 19. Mai 1536) der Unglücklichenbietet mehre interessante Momente dar. Sie ließ die Frau des Thurmwächters ru-fen, warf sich vor ihr auf die Knie und sagte zu ihr: „Geht und bittet in meinemNamen und in dieser Stellung, wie Ihr mich seht, die Prinzessin Maria (Katha-rinasTochter) um Vergebung für alle die Leiden, die ich ihr und ihrer Mutter ver-ursacht habe". Dem Könige schrieb sie: „Ihre Wohlthaten gegen mich baben stetszugenommen. Ich war Nichts, und Sie machten mich zur Dame, zur Marquise,zur Königin, und da ich auf Erden nicht höher steigen kann, machen Sie mich heutezur Heiligen".

Bulgarien , Bulgarei, türkisch - europäischeProvinz von 1710 lUM.(>l»<->n, >„lt>iini), mit derHauptst. Sophia und den Paschaliks Nikopoli, Sili-stria, Widdin w. Gegen O. ist ihre Grenze das schwarze Meer, gegen S. das Ge-birgeSardick und einTheil desHämus, den» der FlußKamtschi trennt Bulgarien hier vor» eigentlichen Rum-Ili und Macedonien; gegen W. grenzt Bulgarien an die freiern Serbier und un N. an die Donau . Es ist ein wellenförmig gebildetesLand, deffen reizende Thäler nach der Donau abdachen und glücklichere Menschen,als die jetzt dort lebenden 1,800,000 (ursprünglichMagyaren und Slawen, Bul-garen ) ernähren könnten. Seit866 sind die meisten Bewohner der griech. Kirche zu-gethan und haben 3 Erzbischöfe unter einem Patriarchen. Die Regierung hat dermohammed. Beglerbeg von Rum-Ili im alten Königssitze Sophia (50,000 E.);unter ihm stehe» 4 Paschen zu Sardick, NikopoliS, Silistria und Widdin. Die al-ten Mösier kämpften lange tapfer wider die Römer und die griech. Kaiser um ihreFreiheit. Wider ihre oft bis Konstantinopel reichenden Streifereien erbaute KaiserAnastasiuü 507 eine große Mauer. In den häufigen Feldzügen der russ. Groß-fürsten niit den griech. Kaisern waren die Bulgaren selten Zuschauer, und gemeinig-lich bald des Einen, bald des A. Verbündete. Dem Schutze des griech. Kaisers un-ter eignen Königen am Ente unterworfen, bemerkte ihr König Asan, daß der Hofzu Konstantiuopel selbst des Schutzes mehr als Bulgarien bedürfe, und gab 1185das Schutzbündnis, des Hofes zu Konstantinopel auf. War dies anscheinend weise,so wurde es doch Bulgariens Unglück in der Folge der Zeiten, denn Ungarns Kö-nige verlangten nun von dem bulgarischen Unterwerfung. Der lange Kamps mitjenen hatte Bulgarien entvölkert. Als nun die Türken über Gallipoli in Europa vorgedrungen waren, traf ihr. erster heftiger Angriff Bulgarien . Der Kampf warso unglücklich, daß 1392 der bulgarische König Susman in türkische Gcfangen-schast gerieth, und die Nation dadurch ihre Selbständigkeit verlor. Hauptpunkte