Bülow v.Dennewitz (F. W., Graf) Bülow (L.F.V. H., Gr. v.)295
MIIN c-il. tlon^, ,1'aoil <;nr I» clnotrino cle 1.1 nnuvollc; ogli^s cbrnlienno", 1809,an den Tag gelegt hat. Er prophezeiht darin, daß 1817 oder 1818 das hohe Licht,das Swedenborg angezündet, alle bisherige kirchliche Formen umwerfen, und dieneue bessere Lehre sich festgründen werte. Sei» Bruder
B ulow (Friedrich Wilhelm, Freiherr v.), Graf von Dennewitz , k.preuß. (General von der Infanterie, Ritter mehrer Militairordenac., berühmt durchseine Siege im letzten Befreiungskriege, wurde 1755 auf dem Gute seines Vaters,Falkenberg in der Altinark, geboren. Er trat im 14. I.in daS preuß.Militair undwar bis zum Capitain gestiegen, als er 1795 mit demCharakter einesViajorS zumGouverneur des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen ernannt wurde, und als sol-cher den rheinischen Fcidziig ehrenvoll mitmachte. Wahrend der Belagerung vonMain ; vereitelte seine Entschlossenheit den beabsichtigten Überfall bciMarienbor».Wegen Erstürmung der zahlbacher Schanze erhielt er den Verdienstorden. 1795horte fein Amt beim Prinzen auf, und er erhielt ein Bataillon. Im Kriege von1806 war er als Obristlieutenant in dem belagerten Thorn und focht in mehrenTreffen mit Auszeichnung. 1808 ward er Generalmajor und Brigadegeneral. Als1813 der Krieg gegen Frankreich auSzebrochen, lieferte er am 5. April das ersteglückliche Treffen bei Möckern , nahm am 2. Mai Halle und schützte dann das be-drohte Berlin zum ersten Male durch den Sieg bei Luckau (4. Zuniü Nach demWaffenstillstände rettete er, unter dem Oberbefehl des Kronprinzen von Schweden ,an der Spitze des 3. ArmeccorpS, Berlin zum zweiten Male durch die denkwürdigeSchlacht von Großbeeren (23. Aug/ . Zum dritten Male endlich half er es rettendurch den großen Sieg bei Dennewitz (s. d.). Der König nahm ihn dafür in diegeringe Zahl seiner Großritter des eisernen Kreuzes auf und gab ihm, nach Beendi-gung des Feldzugs, für sich und seine Nachkommen den Titel: Graf Bülow vonDennewitz. An der Erstürmung Leipzigs , am 19. Oct., hatte er einen ausgezeich-neten Antheil. Er focht sodann mit demselben Ruhme in Westfalen, Holland, Bel-gien, am Rhein, bei Laon, nahm SoissonS u. Lasere, und beschloß den Fcldzug mitdem Einrücken in Paris . Nach dem Frieden ward er commandirender General vonOstpreußen und Lithauen. Bei Eröffnung des Feldzugs von 1815 erhielt er denOberbefehl des 4. ArmeecorpS, mit welchem er zum Siege bei Belle-Alliauce sowesentlich beitrug, daß der König, um ihn auszuzeichnen, ihn zum Chef des 15.LinienregimentS ernannte, welches fortan den Namen Regiment Bülow von Dcn-newitz führen sollte. Am I I. Jan. 1816 kehrte der Held zum Generalcommandonach Königsberg in Preußen zurück und starb das. am 25. Febr. 1816. B. warebenso achtungswerih als Bürger und als Mensch. Er hatte die Kriegskunst vonfiüher Jugend an gründlich u. wissenschaftlich studirt, setzte dieses Studium wäh-rend seiner militairifchen Laufbahn unablässig fort und war ein denkender Feldherr.Aber er huldigte auch den Musen. Sein gebildeter Geist war im Gebiete dcrschönen Künste kein Fremdling. Die Tonkunst zog ihn vorzüglich an, und er hatmehre Motetten, eine Messe und die Psalmen 51 und 100 componirt.
Bülow (Ludwig Friedrich Victor Hans, Graf von), k. preuß. StaatSmi-nister, geb. den 14. Juli 1774 zu Essenroda bei Braunschweig , dem Stammgutes. Vaters (lüneburgischen LandschaftSdirectorS), erhielt eine treffliche Erziehung,besuchte von 1788 — 90 die Ritterakademie zu Lüneburg und dann bis 179l dieUniversität Göttingen . Sein Vetter, der nachmalige preuß. Staatskanzler Fürstvon Hardenbcrg, damals dirigirender Minister der preuß.-fränk. Fursiemhümer,stellte den junge» Mann von empfehlendem Äußern und ungewöhnlicher Geistes-regsamkeit biim Kammercollegiuni zu Baireuih als Referendarius und 1796 alsAffeffor an. Selbst in die Hauptstadt versetzt, beriefet ihn 1801 als wirkli-chen Kriegs- und Domainenrath nach Berlin , wo er im Generaldirectorim» imniagdeburg halberstädtischen, im fränkischen und Bergwerküdepartement den Vor-