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Zweiter Band. Bo bis C.
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Bülow (August Friedrich Wilhelm von)

trag hatt? und sich durch Fleiß uud Geschäftsgewandtheit auszeichnete. 1801 warder zum Kammerpräsidenten in Magdeburg ernannt, welche» Posten er mit Ruhmbekleidete, bis er nach dem Abschlüsse des tilsiter Friedens bei der Bildung desStaatSratheS des neuerrichteten Königreichs Westsalen, als Mitglied desselbennach Kassel berufen und bald nachher, an Beugnosts Stelle, den 8. Mai 1808wirklicher Minister der Finanzen, des Handels und Schatzes wurde. Unter denschwierigsten Verhältnissen leistete er hier Bedeutendes, gewann das Vertrauen derNation, wie des Königs, und leitete nach großartigem Plane, unter Widersachernaller Art, die Organisation aller auf seine Stellung Bezug habenden Verwaltungs-zweige. Manche königl. Gnadenbezeigungen wurden ihm zu Theil; auch warder in den Grafenstand erhoben: eine Auszeichnung, die der König von Preußenspäterhin bestätigte. — Viele Feinde benutzten seine mehrmalige Abwesenheit,wahrend welcher er zu Paris am kaiserl. Hoflager wegen rückständiger Kriegsschul-den und der stanz. Le/tS erfolgten Lüntrrberanbnnz unterhandelte, und wußten denKönig so wider ihn einzunehmen, daß er, unmittelbar nach seiner Rückkehr, den7. April 1811 den Abschied erhielt. Sein Abgang aus dem Ministerium wardvon Vielen betrauert. B. ging auf sein väterliches Gut Essenroda, wo er in länd-licher Beschäftigung und staatSwissenschaftlichen Studien lebte, bis mit der großenKatastrophe am Ende 1813 der König von Preußen ihn, aufHardenberg'S Vor-schlag, nach Frankfurt a. M. berief und zum preuß. Staats- und Finanzministerernaünre. Unter den kriegerischen Anstrengungen Preußens bis zum zweiten pa-riser Frieden bot er alle seine Kräfte auf, HülfSgucllen herbeizuschaffen. Er be-gleitetete auch den König 2 Mal nach Paris, London und Wien . Als nach de»Sicherstellung des Friedens die Reorganisation des Staates in Hinsicht der ge-stimmten Verwaltung und besonders der Finanzen erfolgen sollte, schien man diefrüher bewährte kraftvolle Wirksamkeit des Finanzministers in Etwas zu vermissen,von welcher Erscheinung die Ursache aber mehr in andern hemmenden Verhältnis-sen als in seiner Persönlichkeit zu suchen ist. Die Stellung der Ministerien gegeneinander, das Bedürfniß neuer Institutionen im Widerstreit mit der Autorität an-geerbter Vorurtheile, das Schwerfällige und Unsichere des vormaligen StaatSme-chanismus, besonders durch die Bildung der Provinzialregierungscollegien u. s. f,machten die Erfüllung der Foderungen, welche man an den Fmanzminister zu ma-chen berechtigt war, sehr schwierig, besonders da weder in emer Verfassungsurkundenoch m der ganzen Gesetzgebung eine sichere Grundlage zu finden war. So trat,im Verfolg der StaatSrathsverhandlungen am Jahresschluß 1817, eine neue Be-stimmung der Ministerialverhältuiffe ein; das Finanzministerium ward dem We-sen nach aufgelöst in die Ministerien des -Schatzes und in die StaakScontrole, undder dem Namen nach fortbestehenden Behörde nur die Leitung der Steuer- u. Do-mainenverwalrung gelassen. Dieses war der Zeitpunkt, in welchem B. den Königum seine Dienstentlassung bat und aus die ehrenvollste Weise solche als Finanzmi-nister erhielt, indem er Mitglied des Staatsministeriums, des SkaatSraths u. Mi-nister des Handels verblieb. Im Juli 1825 wurde das Miuisterium des Handelsmit dem Ministerium des Innern verbunden, und Hrn. v. B. die obere Leitung derProvinz Schlesien übertragen. Er starb aber schon den 25. Aug. 1825 im Badezu Landcck. — sein Stiefbruder, aus der ersten Ehe seines Vaters,

Bülo w (August Friedrich Wilhelm von', aus dem Hause Essenrode imHandverschen, k. preuß. Wirkl. Geb. Rath, geb. zu Vörden in Westfalen den 23.Febr. 1762, beendete gleichfalls seine akademischen Studien zu Gottingen undwidmete sich der juristischen Lausbakn zu Hanover und zu Celle , wo er Iustizkanz-lei-, dann Qberappellationsrath wurde und mehre juristische Arbeiten, z. B. ge-meinschaftlich mit Hagemann die „Prakt. Erörterungen aus allen Theilen derRechtsgelehrsamkeit", herausgab. 1805 trat er in preuß. Dienste, zuerst als Geh.