Bünau
Bundesfestungen 291
Regierungsrath zu Münster, seit 1807 in Berlin , 1810 ward er OberlandeSge«richtSpräsidcnt zu Soldin, später Vlitglied des neuerrichteten WtaatSrarheS, danneine Zeitlang vortragender Rath des StaatSkanzlerS; 1814 kam er als General-secretair des preuß. Gouvernements nach Dresden , wo ihm auch die geh. Polizeioblag. 1818 ward er zum Oberpräsidenten der Provinz Sachsen ernannt undwählte Magdeburg zu seinem Wohnsitze, wo er, bei erfolgter Auslosung des bisherzu Halberstadt bestandenen Civilgouverncments, eine ihm sehr günstige Stimmungvorfand. Eine erweiterte Wirksamkeit erhielt er, als im Verfolg der karlsbaderCongreßbefchlüsse Tensurgefetze und Untersuchungen demagogischer Umtriebe ange-ordnet wurden, und er, damit beschäftigt, wiederholt längere Zeit in Berlin sichaufhielt. Die Mittheilungen in der preus:. StaatSzeitung über die demagogischenUmtriebe rühren angeblich von ihm her. Auch ist von ihm die Schrift: „Über diegegenwärt. Verhältnisse des christl. evangel. Kirchenwesens in Deutsch !., befond. inBeziehung auf den preuß. Staat" (1818; N. A. 1819:. — Im Dec. 1820, alsman B.'s Ernennung zum Minister vermuthete, ward er, unmittelbar nach einerfeierlichen Audienz bei dem zu Berlin anwesenden Großfürsten Nikolaus, von einemSchlagflusse befallen, dessen Folgen ihn von allen öffentlichen Geschäften entfern-ten. Er starb zu Potsdam d. 4. «ept. 1827. Sein Nachfolger als Oberpräsidentder Provinz Sachsen war der Regierungs-Chef-Präsident von Motz zu Erfurt . 20.
Bünau (Heinrich, Grafvon), geb.zuWeißenfclS den 2. Juni 1697, zeich-nete sich schon während seiner akad. Jahre zu Leipzig durch eine Gelehrsamkeit aus,welche ihm nach und nach den Weg zu den höchsten Staaiswürden bahnte. Nach-dem er am dresdner Hofe mehre StaatSämter bekleidet hatte, wurde er Obercon-sistorial-Präsident und Wirkl. Geh.-.Rath und zuletzt Oberaufseher der GrafschaftManSfeld. Aber er und Gras Brühl , der eben damals die ersten schritte zu sei-nem nachmaligen unbeschränkten Einflüsse that, konnten nicht neben einander be-stehen ; B. trat daher 1742 in Kaiser Karls VII. Dienste als Geh.-Rath und Wirkl.Reichshofrath, und wurde von ihm nicht nur als bcvollmächt. kais. Minister nachNiedersachsen gesendet, sondern auch in den ReichSzrafenstand erhoben. Nach desKaisers Tode trat er aus seinen amtlichen Verhältnissen und wurde kurzdaraufStatt-halter zu Eisenach und, nachdem der junge Herzog seine Regierung selbst angetretenhatte, dessen erster Minister. Als der Herzog 1758 frühzeitig starb, verliefiB. denHof und zog sich aufsein Gut Osmannsstedt zurück, wo er bis zu seinem am 7. April1762 erfolgten Tode seinen Studien lebte. Als Staatsmann zeichnete er sich ebensosehr durch Klugheit und Erfahrenheit als durch eine hohe und mehrfach erprobteRechtlichkeit aus, in seinem Privatleben war er mild und gütig, und seine Gelehr-samkeit war von einem Umfang und einer Gründlichkeit, wie man sie bei Männernseines Standes in der Regel selten findet. Zwei Dinge sind es, die ihm eine blei-bende ehrenvolle Erwähnung sichern: seine durch umfassendes Quellenstudiumwie durch Sorgfalt für die Darstellung ausgezeichnete, leider aber unvollendete,„Deutsche Kaiser - und Reichshistorie" (Lpz. 1728—48, 4 Bde.,4.), und die treff-liche, vorzüglich im Fache der Geschichte überreich ausgestattete Bibliothek, welchedurch den von Franke'S Meisterhand gefertigten Katalog eines Theils derselben allge-mein bekannte und jetzt eine der vorzüglichsten Zierden der königl. öffentl. Bibliothekzu Dresden ist, für welche sie 1764 für 40,000 Thlr. gekauft wurde. 52.
Bund, s. Testament.
Bund (deutscher), s. Deutschland und Deutscher Bund .
B u n d e S f e st u n g e n, die festen Plätze, welche dem deutschen Bunde an-gehöre», zur Vertheidigung der deutschen Grenzen bestimmt sind und zum Theilschon fertig bestehen, zum Theil erst erbaut werden sollen. Ob solche Festungennöthig sind, kann nur ein Laie in der Kriegskunst fragen, welcher noch an dem durchdie Ereignisse des Revolutionskriegs und der ersten Jahre der Napoleonischen Siege