Band 
Zweiter Band. Bo bis C.
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Bürg k)05

und Staatsämter der ritterlichen Unabhängigkeit vorzogen, als sie daöBenutzungs-system ihrer Hörigen neben der Waffenehre stark zu siudiren anfinge», da legre manaus (Gemeinheiten, niedergeschlagenen Waldstrecken und Wiesen große Rittergüteran und beschwerte den Bauernstand, der vorher nur den mäßigen Burgdienst leststete, mit Hand - und Spanndiensten. Zn der Nähe der WirthschastSgebäude undVerwalter- oder Pächterwohnung fand der Herr der alten Ritterburg selbst rathsamund bequem, sich eine Wohnung zu bauen, jedoch anfangs noch die Befestigungender Burgen durch Erdwälle und liefe Gräben, welche eine Zugbrücke und ein räum-licher Hosgarken statt des engen ZwingergarrenS schmückte, beizubehalten. DieAhnenburg sieht noch auf der Hohe, aber in Ruinen.

B ü r g (JohannTobias), Astronom, geb. d. 21.Dec. 1766 inTrier, fiolltesiudiren, entschloß sich aber ein Handwerk zu lernen, um seinem verarmten VaterErleicliterung zu verschaffen. Dies wendete jedoch sein Lehrer ab, der die großenAnlagen des Jünglings erkannte. D.'s Fleiß erregte tue Aufmerksamkeit des da-maligen Reformators der östr. Lehranstalten, des Präses der Studien-Hof-Com-miffion, G. Fr. v. Swieten (Sohns des berühmte» Arztes). Durch dessen Un-terstützung widmete er sich der Mathematik und besonders der Astronomie, übte sichunter dem AdjunctuS der kaiserl.-Sternwarte, F. de Paula TrieSnecker, im Be-obachten und studirte Lalande, Euler rc. 1791 erhielt er die Professur der Physikam Lyceum zu Klagenfurt . Da aber TrieSnecker durch Hell's Tod zum Astronomenbefördert ward, bewarb sich B. uni die Adjunctenstelle und erhielt sie im Sept.1792. Die wiener „Ephemeriden " bewahre» die Beweise seines Fleißes und seinerGeschicklichkeit als praktischer und theoretischer Astronom. Unsterblich hat er sichdurch die Theorie der Mondesbewegung gemacht, der verwickeltsten aller astronomi-schen Theorien. Die Mondtaseln gehören nämlich zu den wichtigsten astronomi-schen Tafeln wegen ihres Nutzens für die Schifffahrt. Die europäischen Seemächte,besonders England, hatten große Preise auf die Erfindung der Längenbestimmungzur See gesetzt, welche nur durch 2 Methoden, die Verfertigung genauer See-oder Längenuhren lind genaue Mondtafeln, gesunden werden kann. Für jene tru-gen Harrison und Mudge, für diese Tobias Mayer (s. d.), Letzterer wenigstenstheilwcise, die in England ausgesetzten Preise davon. Hierauf gab das pariser Na-tionalinstitut 1798 die Preisfrage auf: aus einer großen Anzahl der zuverläs-sigsten alten und neuen Mondbeobachtungcn, wenigstens 500 an der Zahl, dieEpochen der mittlern Länge des ApogeumS und des aufsteigenden Knotens derMondbahn zu bestimmen. B. rang um diesen mühevollen Preis, nicht, wieverlangt wurde, nur mit 500, sondern mit mehr als 3000 Beobachtenden undnach einer eignen sinnreichen Methode in den schwersten Rechnungen, wrourch erschon allein ein für die Nachwelt brauchbares Werk geliefert hat. Er berichtigtedie T. Mapersche Längenepoche des Mondes so genau als möglich. B. hatt:nur einen Mitbewerber, den sranz. Astronomen Alex. Bouvard. Lagrange, La-place, te Lambre, Legendre und Mlchain, die ersten Geometer und AstronomenEuropas , waren die Prüsiingscommissarien, de Lambre BerichtSersiatter. BeidePrcisschriften wurden zwar von so vorzüglichem Werthe gefunden, das; man denPreis zu theilen beschloß, jedoch so, daß die Bürg'sche ; erhalten solle. Aber in derfeierlichen Schlußsitzung beschloß der Eonsul Bonaparte, den Hauptpreis zu ver-dopoeln; so erhielt Jeder 1 Kilogramm in Golde (260 Dukaten), cinFall, einzig>» ftiner Art. D.'s Name ward dadurch berühmt. Später belohnte ihn sein Kai-ser mit deni Leopoldskreuze und verlieh ihm alle Muße, seine mühsamen Mond-berichnungen zu vervollkommnen und zu beendigen: eine Lage, die ihm allein denVerlust des Gehörs erträglich machen kann. Dies: nach de la Place's Theorieberechneten Mondtafeln erschienen im I. 1806 bei dem Nationalinstitut (13Dogen, 4.). 1.

Diivetslitioiis'Lexico». Bd. II.

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