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glückliche Pachtung sein ganzes Vermögen, und, von Kabale verfolgt, durch freiwil-ligen Verzicht seine Stelle verloren, und seine VermögenSumstände waren höchstzerrüttet; allein von diesem Allen würde er sich erholt haben, wenn jener Verlust ihnnicht alles Muthes und aller Kraft beraubt hätte. Nach Niederlegung seiner stellelebte er zu Göttingen , erst als Privcudocent, dann »ach ziemlich langer Zeit als au-ßerordeml. Professor ohne Gehalt. Er, der Lieblingsdichter der Narion, war genö-thigt, seinen Unterhalt aufs kümmerlichste durch Lehnübersetzung für Buchhändlerzu erringen. Dennoch würde er erträglich gelebt habe», wenn ihm nicht bei seinerSorge für seine Kinder, denen er gern eine Mutter gegeben hätte, ein Gedicht voneiner S chwäbin, die, wie es schien, von der Schönheit seiner Gedichte bezaubert, denMuth harte, ihm öffentlich ihre Hand zu bieten, zu Gesicht gekommen wäre.1'90 wurde dieses Schwabenmädchen, mit Namen Elise Hahn, seine Gattin, unddiese übereilte und romanhafte Verbindung für ihn eine Quelle des bittersten Kum-mers, welchen selbstdie 2 Jahre darauferfolgte gerichtliche Trennung derselben nichtniehr tilgen konnte. Einsam, ohne kräftige Freunde, an Leib und Seele heftig er-schüttert, an Kraft und Vermögen erschöpft, mußte er durch Lohnarbeiten sei» Lebenkümmerlich fristen. Ein Geschenk der Regierung zu Hanover half dem drückendstenMangel ein wenig ab. Doch erweckte es wenigstens in dem gebeugten Manne dieHoffnung zu künftiger Besoldung; er ahnete nicht, daß er deren nicht mehr bedür-fen würde, und starb bald nachher eines ruhigen Todes. Denkt man sich den un-glücklichen Dichter, so muß man erstaunen über Das, was er dessenungeachtet ge-leistet hak. Er hat uns Lieder, Oden, Elegien, Balladen, erzählende Gedichte undEpigramme hinterlassen, In keiner dieser Arten behauptet er einen niedern Rang,in einigen hat ihm die Stimme der Nation seinen Platz unter den Ersten angewiesen.Schiller'» berühmte Recension feiner Gedichte that B. sehr wek. A. W. Schle-gel ist in seinen „Charakteristiken und Kritiken" besonnener in die Mitte getreten, undman darf diesem sicher folgen, um ein reines Kunsturcheil über unsern Sänger auS-zusprechen. Früher harte man an ihm gepriesen, daß er allen Volksklassen genieß-bar sei, daß Alles mit dem sichersten Griff aus deni Mittelpunkte gehoben, Alles nichtbloß gut, einzig gedacht, empfunden und gesagt, der Ausdruck den Gedanken nichtangepaßt, sondern angeschaffen sei. Ganz im Gegentheil vermißte Schiller in demgrößten Theil der Bürger'schen Gedickte den milden, sich immer gleichen, immer hel-len, männlichen Geist, der eingeweiht in die Mysterien des Schönen, Edeln undWahre», zu dem Volke bildend herniedersteigt, aber auch in der vertrautesten Ge-meinschaft mit demselben n,e seine himmlische Abkunft verleugnet; B. vermischesich nicht selten mit dem Volke, zu dem er sich nur herablassen sollte, und anstatt esscherzend und spielend zu sich hinaufzuziehen, gefalle es ihm oft, sich ihm gleich zumachen. -Lchiller vermißte an ihm die Idealisirkunst, die Kunst, das Vortrefflicheseines Gegenstandes von gröber», wenigstens fremdartigen Beimischungen zu be-freien. „B.'S Muse", sagt er, „hat einen zu sinnlichen, zu gemeinsinnlichen Cha-rakter. Liebe ist ihm selten etwas Andres als Genuß oder sinnliche Augen» cide;Schönheit oft nur Jugend, Gesundheit, Glückseligkeit und Wohlleben. Seine Ge-mälde möchte er mehr einen Zusammeuwurf von Bildern, eine Composition vonZügen, eine Art von Mosaik, als Ideale nennen". Aber B. war nur nicht von derSchiller'schen Idealität ausgegangen; seine leitenden Principien waren Natur-kraft, Popularität und Correcthcit. Was den poetischen Werth von B.'s Werkenin den einzelnen Dichtungsarten betrifft, so steht er in den Romanzen, da, woer den alkenglischen Balladen nachgebildet hat, seinen Vorbildern an Einfachheitund Zartheit nach; in seinen eignen, deren Reihe aus das glänzendste „Lenore" er-öffnet, die ihm, wenn er sonst Nichts gedichtet hätte, allein die Unsterblichkeit sichernwürde, findet man doch, als die beiden Endpunkte seiner Manier, eine nicht volkS-gemaße Künstlichkeit der Darstellung, und dann wieder wirkliche Volksgemäßheit,
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