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Zweiter Band. Bo bis C.
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308 Bürger (Marie Christine Elisabeth) Bürgerliche Gesellschaft

die durch Annahme gemeiner Sprecht» tcn erreicht werden sollte. Von seinen Liedernim Volkstöne gibt es einige, die nicht leicht zu sehr gelobt werden können. Sie sindeigenthümlich, ohne Bizarrern' und frei aus voller Brust gesungen, wie denn über-haupt wenig deutsche Dichter sich mit ihm im reinen kraftvollen Klänge der Poesievergleichen lassen. B. hat auch das Verdienst, das bei uns vergessene und »acheinseitigen Vorurtheilen verachtete Sonett zuerst wieder zu Ehren gebracht zu ha-ben. Unter seinen Übersetzungen ist die des Homer die wichtigste. A. W. Schlegelfaßte sein Urtheil in folgenden, Resultate zusammen: ,,B. ist ein Dichter von mehreigenthümlicher als umfassender Phantasie, von mehr biederer und treuherziger alszarter Empstndnngsweise: von mehr Gründlichkeit im Ausführen, besonders inder grammatischen Technik, als tiefem Verstand im Entwerfe»; mehr in der Ro-manze und dem leichten Liede als in der höher» lyrischen Gattung einheimisch; ineinem Theile seiner Hervorbrinaungen echter Volksdichter, dessen Kunststrl, woihn nicht Maximen und Gewöhnungen hindern, sich ganz zu demselben zu erhebe»,Klarheit, rege Kraft, Frische und zuweilen Zärtlichkeit hat". Erste Samml. seinerGedichte Göttingen 1715. Von 111b gab er den göttinger „Musenalmanach", und1190 das Journal: „Lvceum oder Akademie der schönen Redekünste", heraus. Auchsind die „Wunderbaren Reisen und Abenteuer des Freiherr,, v. Münchhausen" (a. d.Engl., 1. Th., 1181) von ihm. S. Werke hat K. Reinhard mehrmals, zuletztBerlin 1823—25, 8 Bde., herauSg., sowie B.'S „Lehrbuch der Ästhetik" (Ber-lin 1825), das er nach seinen in Göttingen gehaltenen Vorlesungen handschriftlichhinterlassen hatte, und sein „Lehrbuch des deutschen e^tvls" (Berlin 1826).

Bürger (Marie Christine Elisabeth), geb. Hahn, zu Stuttgart d. 19.Nov. 1169. Die Gedichte Gonfr. Aug. Bürger's machten einen solchen Einbruchaufchi Herz, daß sie ihm in einen, Gedichte ibrHe.z und ihlv Hand antrug. Bür-ger betrachtete diesen Antrag anfangs nur als das -Lz iel einer aufgeregten Phantasieund scherzte darüber. Als aber verschiedene Nachrichten einliefen, welche von dernaiven Dichterin ein sehr reizendes Bild entwarfen und die Kühnheit ihres Ent-schlusses doch auch keine gemeine Weiberseele zu verrathen schien, glaubte er, dieSache verdiene wol eine ernstlichere Erwägung. Er gab ihr also eine poetische Ant-wort, und diese leitete zu Unterhandlungen ein, welche sich damit endigten, daß Bür-ger sein Schwabenmädchen 1190 als Gattin abholte. Aber nur wenige Wochenlebte er in dieser so sonderbar geknüpften Verbindung glücklich; sie mußte 1192getrennt werden und scheint nicht wenig zu Bürger's frühem Tode beigetragen zuhaben. Die Geschiedene erschien nun u. d. 9!. Elisa B. als Schauspielerin undDeclamatorin zu Dresden, Alrona, Hamburg und in andern Städten; auch inAttitüden, nach Art der Händcl-Schütz. Man hat von ihr niehre Gedichte undandre Schriften. 64.

Bürger, s. Durgerstand.

Bürgerkrone, bei den Römern die höchste militairische Belohnung, wel-che Demjenigen zu Theil ward, der einem Bürger das Leben gerettet hatte. Siehatte die Aufschrift: OI, .>>ocv:>tum, und war aus Eichenlaub gemacht. DerGerettete überreichte sie aufBefehl seines Anführers seinem Retter, den er nachherwie einen Vater zu ehren hatte. Unter den Kaisern wurde sie nur von diesen er-theilt. Zugleich waren damit Ehrenbezeugungen verbunden. Der Gekrönte trugseine» Schmuck bei den Schauspielen und saß zunächst beim Senat. Bei seinemEintritt stand die ganze Versammlung, zum Zeichen der Hochachtung, aus. DemAugustns bewilligte der Senat als ein besonderes Ehrenzeichen, daß oufdem GipfelseineSHauseS zwischen 2 Lorberzweigen eine Bürgerkrone aufgestellt werden sollte,zum Zeichen, daß er der beständige Erhalter seiner Bürger und Überwinder derFeinde sei. Gleiche Ehre widerfuhr auch dem Claudius .

Bürgerliche Gesellschaft, s. Staat.