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Zweiter Band. Bo bis C.
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Burkard Waldis

Burgunder Wein

lian als Vormund der Kinder anerkennen. Da verlobte er seine Tochter mitdem Dauphin Karl, wobei die Grafschaften Artois und Burgund, nebst Macon -.»eus, AuxerroiS, Salins und Bar an der Seine zum HeirathSgute bestimmt wur-den. Aber die Absicht, die Provinzen hierdurch ganz zu beruhigen, ward nicht er-reicht; besonders waren die Flanderer die hartnäckigsten, und eü kam so weit, daßMaximilian, 2 Jahre nach seiner Erwähluug zum römischen Könige (1488), inBrügge über 3 Monate lang gefangen gehalten wurde. Endlich erkannten ihndie Flanderer als Vormund seines Sohnes Philipp und als Regierungsverweseran. Run verliert sich die Geschichte der burgundische» Länder in die der Nieder-lande und Frankreichs . Das eigentliche Burgund war, wie wir oben gesehen ha-ben, in 2 abgesonderte Theile zersplittert: Bourgogne und Hochburgund oder dieFranche-Comtd. Jenes wurde im sogenannten Damenfrieden von Cambrai 1529(s. Franz I.) von Tranien aus immer an Frankreich abgetreten, dieses eroberteLudwig XI V. und behielt es 1618 im nimweger Frieden. Seitdem sind beideBurgund nie wieder von Frankreich getrennt worden. l<S. Niederlande,Königreich der.) S. des Baron Bai ante, Pairs von Frankreich , „lH^ioiro clo*<Iii<vi clk Ilvuigogne clo la in»!»»» ckc Valvis" (136t — 1411) (PariS 1824,10 Bde.).

BurgunderWein, einer der vorzüglichsten fränz. Weine, hat einenfeinen, eigenthümlichen, sehr reizenden Geschmack, besonders wenn er nicht ganzjung mehr ist. Bestie Wirkung ist minder rasch als die des Champagners, aberdauerhafter; er macht einen sanfte» und ruhigen Eindruck und gilt für ein beson-deres Stärkungsmittel bei alten und schwächlichen Personen. Die Franzosenschätzen ihn sekr hoch, und bei allen nordischen Nationen wird er viel getrunken.Am vorzüglichsten wiedergewonnen m der Gegend vonNutts; aus dieser Gegenderhält man den Romanee, den Baudot, Echerau.r, la Fache, Didier, St.-Georgeu. s. s.; diese Sorten übertreffen alle übrige Burgunder und werden ihres feinenund zarten Geschmacks wegen sehr hoch bezahlt. ZnS Ausland kommen sie nurselten. Der Wein von Chamtole ist der vorzüglichste. Unter den Beaunc-weinen zeichnen sich der weiße Montrachet, Chambertin, Clos de Vougeotrc. aus.Weine zweiter Claffe sind der Bolnay, Pomard, DoSue rc., die fast ebenso wohl-schmeckend sind als die ersten, wenn sie zur gehörigen Reife kommen. DieWeine aus der Gegend von Auxerre, Dijon und Avalon sind nicht weniger be-rühmt und werden vorzüglich ausgeführt. Man verführt die jungen burgunderWeine im März und April, die alten können das ganze Jahr über versandt wer-den. Sie halten sich besser auf Flaschen als auf dem Fasse. Es wird jetzt vielmoussirender Burgunder, nach Champagnerart, bereitet, er ist aber bedeutendschwerer als der Champagner.

Burkard Waldis , ein Fabeldichter und Erzähler des 16. Jahrh., geb.zu Allendorf an der Werra , war in frühern Jahren Mönch, nahm später das pro-testantische Glaubensbekenntniß an, für welches er eifrig kämpfte, und durchwan-derte unstät den Norden, Westen und Süden Europas , ward hierauf Kaplan derLandgräfin Margaretha von Hessen, unk starb, wie es scheint, nach 1555 als Pfar-rer zu Abterode , einem unweit seiner Vaterstadt gelegenen Dorfe. Sein „Esopus,gantz new gemacht unnd in Reimen gefaßt, mit sampt hundert newer Fabeln, vor-mals im Druck nicht gesehen noch außgangen" (die Zueignung ist unterzeichnet:Allendorf an der Werra ) /Fkf. a. DA 1548), enthält 400 Fabeln, Erzählungenund Lchwänke, theils den Übersetzern Äsop's und andern alten Fabeldichtern nach-enäblt, theils nach bekannten Novellensammlungen, wirkliche» Vorgängen odereignen Erfindungen, mit glücklicher Laune, treffender und freimüthiger Latpre, undnicht ohne Eigenthümlichkeit in einer leichten und fließenden Sprache bearbeitet.Fünf Ausgaben (die letzte 1584) bezeugen den Beifall der Zeitgenossen. Ermüdet