818
Burmcinn (Familie)
sie gestatten darf und gestatten, kann. Bei den Franzosen hat Scarron, und beiden Deutschen Blumauer die Äneide auf burleske Art bearbeitet. In der Darstel-lung gehört es auch zur Bouffonerie. l'g.
Burman n. Dieses Geschlecht stammt aus Köln und ist durch ausge-zeichnete Männer in der gelehrten Welt berühmt worden. Franz Burniann,geb. zu Leyden 1632, war 9 Jahre Pastor zu Hanau seit 1655, seit 1661 >Lub-regenS des (lillegii <>>(>,»»„> zu werden, und endlich Professor der Theologie zuUtrecht , wo er d. 12. Nov. 1619 starb, und der Vers. mehrer theologischen Schrif-ten. Er hatte zwei Sehne, wovon Peter, der ältere, geb. zu Utrecht d. 6. Juli1668, daselbst und zu Leyden studirte, 1688 l>. derRechte ward, dann Deutschland und die Schweiz bereiste und nach seiner Rückkehr zu Utrecht die juristische Laufbahnbetrat. Die glänzendsten Erfolge aufderselben machten ihn jedoch nicht dem früh be-gonnenen Studium der Alten untreu. Dies bewies feine 1691 zuerst erschieneneAbhandl.„1>e er-e-iigiiHbiii! !'<»>>."(am vollständigsten 1131). AusGrävius'SEmpfehlung ward er 1696 zum Professor der Geschichte und Beredtsamkeit auf derUniversität zu Utrecht ernannt, welches Lehramt er mit einer Rede „I>, e><«n,en-«iu > i >>oe!Ü" antrat. Späterhin erhielt er die Professur der griech. Sprache undPolitik. Seitdem verging kein Jahr, in welchem er nicht Etwas herausgab, ent-weder einen Elassiker, mit s. Anmerkungen versehen, oder eine Rede, oder lateini-sche Verse, worin er Meister war, oder ein Pamphlet gegen seine Widersacher,deren seine Heftigkeit und Unduldsamkeit ihm viele zugezogen hakten. Jene Strei-tigkeiten sind jehr vergessen, und nur die wichtigen Dienste im Andenken geblieben,die er der römischen Literatur durch seine vortrefflichen und zablreicben Ausgabengeleistet Hai. Si. empseblen sich nicht se sihr durch Geschmack und Kritik als durchGelehrsamkeit, philologische Genauigkeit, eine Fülle von Hülssmitteln und Schön-heit des Drucks. Einige derselben, wie s. Ovid, Virgil, O.uinctilian, Petron ,Phädruü, sind Werke vom ersten Range. 1115 ging er nach PerizonüiS'S Todeals Professor der Geschichte, Beredtsamkeit und der griechischen Sprache nach Ley-den, wo er nach einer schmerzhaften Krankheit d. 31. März 1111 starb. — Seinjüngerer Bruder Fra nz, geb. zu Utrecht d. 15. Mai 1611 und gest. ebcndas. d. 22.S ept. 1119 als Pros. der Theologie, war der Vers. mehrer theologischen Schriften.Er hinterließ 1 Sehne, von welchen sich zwei ebenfalls als Gelehrte ausgezeichnet ha-ben: Johann, geb. zu Amsterdam d. 26.Apr. 1106, starb 1180 daselbst als Arztund Pros. derBotamk. Er hat seiner Wissenschaft durch mehreWerke wesentlicheDienste geleistet, undLmnst erwähnt seiner mehrmals auf das ehrenvollste. Peter,Secundus genannt, geb. zu Amsterdam d. 13. Oct. 1113, trat als berühmter Phi-lolog in die Fußstapfen seines gleichnamigen Oheims, der ihn nach dem frühen Todeseines Vaters er;og. Außerdem waren Düker und Drakenborch seine Lehrer. 1134wai d er zu Utrecht I». derRechte. Im folg. Jahre erhielt er den durch Wesseling'SÜbergang »ach Utrecht erledigten Lehrstuhl der Beredtsamkeit und Geschichte aus derUniversität Franeker . 1111 bekam er den Lehrstuhl der Poesie; aber schon 1112 ver-ließ er Franeker , um an d'Orville'S Stelle als Lehrer der Geschichte und allen Spra-chen nach Amsterdam zu geben. 1144 erhielt er den Lehrstuhl dei Poesie, 1152 warde, Ausseher der öffentlichen Bibliothek, und 1153 Inspector tes Gvmnasiums. Wiesein Oheim hat er viele treffliche Ausgaben besonders lateinischer Elassiker geliefert,und er glich demselben sowol in umfassender Gelehrsamkeit und einem seltenen Ta-lent für die lateinische Dichtkunst als auch in der Reizbarkeit des Charakters, wo-durch er in graste Streitigkeiten verwickelt wurde. Klotz und Sape, mit denen er eineMenge von Schmäh- und Streitschriften wechselte, waren seine Hauptgegner.Er starb 1118 auf seinem Landgute Sandhorst. — Nicolaus LaurcntiuSB u rmann, geb. 1131 zu Amsterdam , folgte 1181 seinem Vater, dem oben an-geführten Johann B., auf dem Lehrstuhle der Botanik, um welche Wissenschaft