Burmann (Gottlob Wilhelm) Kurnet 819
er sich ebenfalls namhafte Verdienste erworben hat, theils durch eigne Schriften,theils durch die Förderung fremder Unternehmungen. Er war es, der Thunbergbestimmte, das Eap und Japan zu besuchen, welche Reise der Botanik bedeutendeErweiterungen verschafft hat. Er starb 1193.
Burmann (Gottlob Wilhelm), eigentlich Dermann (sein Lehrer- gabihm den Namen der Holland . Philologen), -der sich als deutscher Dichter einen Na-men erworben, geb. zu Lauban in der öberlausih 1131, wo sein Vater damalsSchreib- und Rechnenmeistcr war, besuchte die latein. Schulen zuLowcnberg undHirschberg in Wchlesien, studirte 1153 zu Frankfurt a. d. O. die Rechte, kehrtedann in sein Vaterland zurück, suchte sich aber in der Folge in Berlin als privarisi-render Gelehrter seinen Unterhalt durch Unterricht, besonders i» der Musik, außer-dem durch Schriftstellerei, Gelegenheitsgedichte u. s. w. zu erwerben, lebte aberin,wer in der äußersten Dürftigkeit. Er war klein v> n Person, hager, hinkendund ungestaltet; aber in diesem unscheinbaren Körper wohnte ein Geist voll leben-digen Gefühls für alles Edle und Schöne. Dabei war er Sonderling in hohemGrade, ohne Stetigkeit, daher auch ohne gründliche Studien und reifen Geschmack;so ging er in den Folgen seiner Seltsamkeit unter und reifte schon im Leben derVergessenheit, die nach der ihm inwohnenden Geisteskraft ihn nie hätte treffensollen. Zn Berlin war B. ein großer Gegner der Karschin, sowie diese ihrerseitsauch ihn wiederum haßte. Zuletzt brachte die Karschin, welche von den schlech-te» Umständen B.'S unterrichtet worden war, durch persönliche Verwendung beiihren Freunden eine namhafte Summe für ihn zusammen. B. sagte, daß er die-ses Geld, da es von keiner ihm werthe» Person, sondern von seiner Feindin käme,ihr zum Possen annehmen und es sich recht wohl schmecken lassen wolle. Eine sel-tene Stärke besaß B. im Dichten aus dem Stegreif. Er konnte jedes gegebeneThema in ein poetisches Gewand hüllen und oft 4 — 5 Stunden ein Gespräch inVersen fortsetzen, bei welchem man freilich sehr oft nur Reime, aber mitunter auchüberraschende Gedanken und treffende Wendungen wahrnahm. Vorn schlage ge-rührt, brachte er die letzten 10 (fahre seines Lebens höchst elend zu. Man hieltihn bereits für todt, bis am 5. Jan. 1305 ein kleines Gedicht von ihm i» den Zei-tungen erschien, worin er sich als sterbend und in der äußersten Noth schilderte.Mehre, die ihn früher gekannt hatten, eilten zu ihm, aber B. war bereits verschie-den. Wir nennen von seinen Werken dieFabeln Dresden 1168, Franks, a. d. O.1111, Berlin 1113), Lieder (Berlin 1114), und die Gedichte ohne den Buch-staben R (Berlin 1188 und 1196 .
Burnet (Gilbert), Bischof von Salisbury , ein eifriger Beförderer derengl. Revolution wider König Zakob II. und derBerufung der Dvnastie Draun-schweig auf den engl. Thron, war zu Edinburg den 18. Sept. 1643 geboren. Sei»Vater, einer der geschicktesten Juristen Schottlands, war von Karl II. zur Beloh-nung für seine Anhänglichkeit an dieSache Karls I. zu einem Lord Eromont ernanntworden. Der junge B. erhielt von ihm die sorgfältigste Erziehung. Nachdem ereinen juristischen CursuS gemacht hatte, bestimmte er sich dem geistlichen Standeund machte die dahin einschlagenden Studien. Ausgerüstet mit einem außerordent-lichen Gedächtniß, einer lebhaften Einbildungskraft, einer großen Lernbegierde,einer festen Gesundheit, und gewohnt, täglich um 4 llkr auftustehen, mußte erin kurzem sich ausgebreitete Kenntnisse erwerben. Eine Reise durch England gabihm Gelegenheit, sich mit den Gelehrten zu London, Oxford und Cambridge zuverbinden. 1664 ging er nach Holland , verkehrte mit den auSgezeichnetstenMän-nern und gewann in ihrem Umgänge jenen Geist allgemeiner Duldung, den er seit-dem in seinem ganzen Verfahren zeigte. Nach feiner Rückkehr ward er Mitglied derkönigl. Gesellschaft zu London und Pfarrer zuSalton in Schottland . Seine Frei-müthigkeit zog ihm Anfeindungen von Seiten der schottische» Bischöfe zu. Zhne»