nicht entziehen konnten. Nun traten aber die Jahre der stanz. Herrschaft überDeutschland ein, und der Widerwille gegen dieselbe, die Ldehnsuchl nach einer Be-freiung lind Wiedergeburt Deutschlands vereinigie sehr viele zu dem Entschlüsse, denSinn der Nation zu diesem Ziele zu wecken und insgeheim die Kräfte für künftigeFälle zu sammeln. Von 180S an war auf den Universitäten ein geheimes Wirkenfür solche Zwecke zu bemerken. Man sprach gegen die Absonderung der deutschen Stämme und suchte den beschränkten Zwecke» der Landsmannschaften eine höhereallgemein nationale Richtung zu geben. Bekanntlich war der Tugendbund für dieseAbsichten sehr thätig, und nicht ohne Erfolg. Freudig zogen eine große Menge deut-scher Jünglinge mit in die Kriege von 1813 und 1815, und kehrten nachher reiferund ernster aus die Universitäten zurück, ihre Studien fortzusetzen. Die Resultatedes wiener CongrcsseS wurden selbst von den Stiftern des deutschen Bundes fürunbefriedigend, den gerechten Erwartungen der Völker bei weitem nicht entsprechenderklärt; officicll sprach man es aus, daß man sie nur in der Hoffnung angenom-men habe, eü werde sich diese Verfassung zu größerer Einheit Deutschlands undeiner größcrn Kraft der Bundesregierung ausbilden lassen. Es war lange Das nichterreicht worden, was.Ostreich und Preußen vorgeschlagen hatten, und als das Ge-bäude aufgerichtet war, ging auch der weitere Ausbau nicht so von statten, als zu-mal Diejenigen gehofft hatten, welche mit den Schwierigkeiten desselben wenig be-kannt waren. Unter diesen Umständen war es sehr natürlich, daß das jugendlicheakademische Leben in einer doppelten Hinsicht eine von der vorigen sehr abweichendeRicktung erhielt. Einmal indem der ernstere Charakter desselben sich von manchenfrühern Rohheiten und Thorheiten (dem Duell, dem übermäßigen Trinken, demalten Renommistenunfug u. s. w.) loszumachen strebte, und zweitens, indem mansich für berufen hielt, für Deutschlands Nationaleinheit und VerfassungSrcformthätig zu sein. Aus dem Ersten entstand die Burschenschaft , als ausschließ-liche Vereinigung aller Studirende», mit Vorstehern und einem Ausschult, welcheu. A. auch dem Duell entgegenwirkten; aus dem Andern entsprang die Beschäfti-gung der Burschenschaft mit politischen Reformen und am Ende sogar mit einer zubewirkenden Revolution. Auch in der ersten Hinsicht war die Sache für die aka-demische Disciplin nicht gleichgültig und nicht zu dulden; in der zweite» aber warsie eine große und gefährliche Verirrung, weniger darum, weil man es für möglichhalten durste, daß durch diese Studentenverbindung wirklich ein Umsturz der Ver-fassung in irgend einem deutschen Staate hätte bewirkt werden können, als darum,weil dadurch die Studirende» von dem Zwecke ihres Aufenthalts auf der Universitätabgelenkt und mit einem unreifen politischen Dünkel erfüllt wurden, welcher siespäter für ernstere revolutionnaire Umtriebe empfänglich machen mußte. Man hatlange nicht glauben wollen, daß die Burschenschaften eine solche politische Tendenzgehabt habe», und es kann in der That sein, daß diese der größer» Zahl der Mit-glieder fremd geblieben ist. Allein obgleich die eigentliche Theilnahme der Bur-schenschaften an politischen Plänen nur von Denen genau ermessen werden kann,welchen die geführten Untersuchungsacten zu Gebote stehen, so wird sich das nichtmehr leugnen lassen, daß schon von 1817 oder 1818 an gewisse engere Vereinegestiftet worden sind, welche die Burschenschaft in jenem politischen Sinne zu bear-beiten und zu leiten gesucht haben. Der Erfolg hat aber auch bewiesen, daß dieseDinge nicht von dem Stande der Universitätslehrer ausgingen, wie zuweilen be-hauptet wurde, weil man jetzt in einer Zeit von 7 Jahren auch nicht einen Dessenüberführt hak, und ebenso, daß sie noch bei weitem nicht eine so gefährliche Ausdeh-nung erlangt hatten, als der erste Schreckenöruf besagte. Seitdem hat man alleUniversitäten Deutschlands unter eine strengere Aussicht gesetzt, und besonders zuverhindern gesucht, daß sich die einzelnen Burschenschaften nicht wieder erneuerten,und vorzüglich, daß die Verbindung einer allgemeinen, die meisten deutschen Uni-
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