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Zweiter Band. Bo bis C.
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Bnsching

den verbunden, und über die politische Erdbeschreibung. Da aber die schriftstelleri-schen geograph. Arbeiten stets s. Hauptgeschäft blieben, so lehnte er den Antrag, zu-gleich Universitätsprediger zu werden, von sich ab. Aus eben diesem Grunde schluger auch den förmlichen Antrag aus, der ihm jetzt von dem dänischen Ministerium ge-macht wurde, nach Dänemark zurückzukehren und dort eine neue Schule anzulegen.Im Frühlinge 1765 verheirathete er sich mit Christiane Diltey, nachdem sie vorherseinetwegen von der rcform. Religion zur lutherischen übergegangen war. Diese Frauist deßhalb merkwürdig, weil sie nicht allein von der göttingischen gelehrten Gesell-schaft als Ehrenmitglied aufgenommen, sondern auch von dem damaligen Prorectorder Universität Helmstädt, Häberlin zur kaiserl. gekrönten Dichterin ernannt wurde.Jetzt nahmen B.'S Leiden ihren Anfang. Er hatte nämlich sein bisheriges theolog.System geprüft und gefunden, daß mehreS darin nicht haltbar sei. Dies vertauschteer mit neuen Ideen, und schrieb alsdann zur Erlangung der Docwrwürde eine Dis-putation, in welcher er sein neues Syüem öffentlich darlegte. Obgleich einige Ein-wendungen dagegen gemacht worden waren, so hatten die göttingerTheologen dochkeinen wettern Anstoß daran genommen. Aber bald daraus sing der hanöv. Consi-storialrath Gölten, Münchhausen's Beichtvater und s. Rath in den theol. Angeleg.der Universität, an, den redlichen B. der Heterodoxie zu beschuldigen. Munchhausenahnete unangenehme Folgen für die Universität und lies, deßhalb 1757 einRescriptan B. ergehen, worin ihm, da er in s. InauguraldiSputation von den recipirten Lehr-sätzen der luth. Kirche abgewichen sei, aufgegeben wurde, künftig nichts Theologischesmehr drucken zu lassen, was er nicht vorher an das geh.Concilium zu Hanover zurCensur eingeschickt habe; auch solle er sich vorerst der theolog. Vorlesungen, besondersder dogmatischen, enthalten. B. antwortete hierauf, wie es einen. Manne geziemt,in ernstem freimüthigen Tone, wodurch die Sache in Hanover nur noch mehr Auf-sehe» erregte. Obgleich die unangenehmen Folgen, welche dieses Ereigniß für B.nachsichgezogen hatte, sich nach und nach verloren, und er auch 1759 ordentl. Pros.der Philosoph^ ge,vg,.^n so war dadurch der Aufenthalt in Göttingen dochsehr verleidet worden. Als nun hierzu noch die Drangsale des siebenjähr. Kriegeskamen, die Göttingen hart trafen, so nahm D. einen Ruf als Pastor bei der luth.PeterSgemeinde zu Petersburg an. Am 21. Juli kam er mit den Seinigen dort anund fand eine sehr gute Ausnahme. So sehr ihn hier schon s. Predigtamt beschäf-tigte, so viel größere Bemühung machte ihm noch die Gründung der mit der Ge-meinde verbundenen Schulanstalt, welcher er durch sein rastloses Bestreben einengroßen Ruhm verschaffte. Nichtsdestoweniger bildete sich nach und nach eine Par-tei, die allen s. Schritten entgegenstrebte. Dadurch fühlte sich B. am Ende bewo-gen, s. Entlassung zu nehmen, obgleich die Kaiserin Katharina ihm den Antragmachen ließ, mit Ablegung seiner theolog. Würde in Dienste bei der PetersburgerAkademie zu treten und sich s. Gehalt selbst zu bestimmen. Er kam im Juli 1765nach Deutschland zurück und wählte Altona zu s. Aufenthalt, um dort s. schriftstel-lerischen Arbeiten fortzusetzen und den Ruf zu einer festen Versorgung abzuwarten.Münchhausen wünschte ihn wieder in Göttingen angestellt zu sehen; B.'S Bedin-gungen schienen dem Minister zu hoch; nach weiter» Verhandlungen blieb B. inAltona , von s. Petersburger Gönnern und Freunden auf das großmüthigste unter-stützt. 1766 ward ihm von Berlin aus das Amt eines Directors der verbundenenberlinischen und kölnischen Gomnasien nebst Sitz und Stimme im Oberconsistoriuniangeboten, welches er Ende Oct. antrat. Hier lebte er, von seinen Vorgesetzten undFreunden ausricbtig geliebt und verehrt, in geräuschloser, aber wahrhaft bewunde-rungswürdiger Thätigkeit für s. Amt, alsDireckor der Gomnasien, und erwarb sichum die Aufnahme derselben bleibende Verdienste. Er starb den 28. Mai 1793 im70.1. seines Lebens. Sein größtes schriftstellerisches Verdienst hat er als Geograph.Bis auf s. Erdbeschreibung hatten weder die Deutschen noch irgend eine a. Nation