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Zweiter Band. Bo bis C.
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Bustrophedon 'Buße

scheg Brustbild. Es gibk 1) solche, wo an dem Kopfe nur ein Stück Hals bis unter-,halb der Vertiefung desselben und der obere Theil der'Schultern befindlich ist;2) Kopfe mit dem obern Theile derBrust bis unter die Herzgrube (die eigentlich sogen.Büsten), und 3?Köpfe mit dem Obertheil derBrust bis auf den Nabel, ja bis aufdie Hüften. Zwischen der Büste und ihrem Fußgestelle befindet sich bisweilen eineSäule oder ein langer Stamm, und dann nennt man eine solche DarstellungHerme (s. d.); öfters sitzt aber auch die Figur auf einer Fläche, und ist in Reliefgearbeitet. Alle diese Verschiedenheiten find antiquarisch von Wichtigkeit. Inästhetischer Hinsicht hat man zu unterscheiden Portraitbüste, idealisirte Portrait;und idealische Köpfe. Von den eigentlichen Portraitbüsten hat man keinen andernästhetischen Vortheil zu erwarten als von Portraits überhaupt; idealisirte Portrait-büsten reichen schon näher an die schöne Kunst und können sehr lehrreich sein fürdas Studium der Charakteristik. Die idealen Büsten endlich gehören ganz derschönen Kunst; dahin gehören die Büsten von Göttern und Heroen, welche demArchäologen wichtig sind, da sie zu mancher Dergleichung Gelegenheit geben undmanche Lücke ausfüllen. Gewiß ist der Ursprung der Büsten von den Hermen ab-zuleiten; doch findet man die eigentlichen Büsten bei den Griechen erst zu Alexan-ders, und bei den Römern zu der Cäsaren Zeiten in Gebrauch. Dieser Gebrauchhatte seinen Grund einmal in einer den Griechen und Römern gemeinschaftlichenSitte, die Ehren- oder Weihschilde mit Portraits zu zieren, und sodann in demRechte des röm. Adels, in den Vorhallen der Wohnungen die Bildnisse seiner Vor-fahren aufzustellen. Dadurch ward man auf den häufigen Gebrauch rundgearbei-teter Büsten berühmter Männer überhaupt geleitet und führte sie, des geringernAufwandes wegen, auch bei Darstelümgen der Götter ein. Wir besitzen eine großeMenge von Büsten aus dem Alterthum; doch ist der bei weitem größere Theil ausRom und Italien. Die meisten sind aus Marmor. Wichtig waren diejenigen vonBronze, welche man in Herculanum fand. Die seltensten sind die aus Edelsteinenund edeln Metallen. Eine Hauptschwierigkeit entsteht dem Künstler, vornehmlichbei der Bildung solcher Portraitbüsten, die nur bis auf die Lxhultern gehen, dar-aus, daß der in vollkommen richtigem Verhältnisse und ganz naturgemäß dargestellteKopf dem Beschauer unverhältnißmäßig groß und stark zu erscheinen pflegt; wolnur deßhalb, weil wir, ohne uns dessen deutlich bewußt zu sein, gewohnt sind, beider genauen Betrachtung eines Menschen seinen Kopf mit dem übrigen Körper zuvergleichen, welche Vergleichung bei der Büste sich auf den mitdargestellten gerin-gen Körpertheil beschränkt. Jenem Mißstande läßt sich nur durch unmerklicheAb-weichungen von den wirklichen natürlichen Verhältnissen des darzustellenden Kopfesvorbeugen, wobei aber die Grenzlinie gar leicht überschritten wird, und hier erreichtder Künstler das Höchste, wenn er diese Grenzlinie so genau wahrnimmt, daß geradejene wohlberechneten Abweichungen den unbefangene» Beschauer täuschen und ihmüber die Identität (vollkommene Ähnlichkeit, Gleichheit) des Dargestellten mit demDarzustellenden keinen Zweifel übrig lassen. Abbildungen berühmter alter Büstenfinden sich i» den Ikonographien von Ursini, Bellori und Visconti. Vgl. Gurlitt'S„Vers. üb. die Büsteukundc" (Magdeb. 18VV).

Bustrophedon, eine Schreibart, die aufMünzen und Inschriften ausdem höchsten griech. Alterthum gefunden wird. Die Zeilen liefen in derselben nichtununterbrochen von der Linken zur Rechten, oder von der Rechten zur Linken; son-dern die erste fing von der Linken an und ging zur Rechten, die zweite Zeile ging inentgegengesetzter Richtung von der Rechten zur Linken, die dritte wieder von derLinken zur Rechten ic. Man nannte sie Bustrophedon (d. h. ochsenwendig), weildie also geschriebenen Zeilen wie die Furchen des von Ochsen gepflügten Ackers auf-einanderfolgen. Solon's Gesetze waren auf diese Art in Tafeln eingegraben.

Buße, jedes Leiden, das zur Vergcktung eines begangenen Unrechts erduldet