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Zweiter Band. Bo bis C.
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Buße tkalh.)

greifen. Dieser unbegriffene Actus ist rein göttlich, er ist ein Act der Schöpfung. —Die sittlicheVerbesscrung des Menschen ist somit keine bloßeEntwickelung der mensch-lichen Natur, denn sie wird ja durch das Böse auch entwickelt wie durch das Gute.Ebenso wenig ist sie eine bloße, bald so bald anders versuchte Bekämpfung einzelnerNeigungen ohne Umsprung des ganzen Gemüthes zum Guten, denn es kann ja derBöse einzelne Neigungen bekämpfen, um die herrschende befriedigen zu können, eükann der Böse eine einzelne böse Neigung aus dem schwachen Reste einer übrigge-bliebenen Achtung für das Gesetz unterdrücken und doch im Grunde böse bleibe».Ebenso wenig ist die sittliche Verbesserung des Menschen bloß eine Aurechtmachungdes Äußern. Überhaupt geht sie von Innen heraus, nicht von Außen hinein,denn nicht die Reformation im Äußern ist eine O.uelle der Umwandlung im Innern,sonder» umgekehrt. Dhrie Beistand des heiligen Geistes gibt es für den Christenkeine Umwandlung, keine Bekehrung, der heilige Geist schafft das Göttliche der Be-kehrung im Menschen; dies ist gemeinsame Lehre des Christenthums. Es hat aberüberhaupt Christus das BefferungSgeschäft, das an sich schon göttlicher Natur ist,der Leitung seiner göttlichen Kirche übergeben; er sprach nach seiner Auferstehungfolgende Worte z» seinen Jüngern: „Wie mich gesandt hat der Vater, so sende ichEuch, und dieses sagend, hauchte er sie a» und sprach zu ihnen: Nehmet den heili-ge» Geist; welchen Ihr nachlasset dieSünden, nachgelassen werden sie diesen; wel-chen Ihr sie behaltet, denen sind sie behalten". Den Aposteln war also die GewaltderSündenvergebung gegeben, und zwar, sie zu ertheilen oder zu verweigern. Deinsie die Sünde vergaben, der wurde hierfür des Verdienstes des Todes Christi theil-haftig, nicht aber Der, dein sie behalten wurden. Daß aber hier an eine wahrhaftigeVergebung der Sünden im eigentliche» Sinne zu denken sei, ist unzweifelbar, daChristus, so oft e>-sich dieses Ausdrucks bediente, damit den gewöhnlichen, natür-lichen Sinn verband. Er laßt zu Gott deren: „Vergib uns unsere Schulden, wieauch wir vergeben unsern Schuldiger»",und lehret dann: „Wenn Ihr vergebet denMenschen ihre Vergehungen, so wird vergeben Euch auch der himmlische Vater;wenn Ihr aber nicht vergebet den Menschen ihre Vergehungen, so wird auch nichtvergeben Euer Vater Eure Vergehungen" (Match. 4, 12. 14. 15; vgl. Marc.11, 25. 26). Ferner spricht er: „Jede Sunde und Lästerung wird nachgelassenwerden den Menschen, aber des Geistes Lästerung wird nicht nachgelassen werdenden Menschen" (Match. 12, 31). AmKreuze betete er für seine Mörder: „Vater,vergib ihnen!" (Luc. 23,34). Nach diesen und mehren andern Stellen muß manannehmen, es hat die katholische, mit dem heiligen Geist erfüllte Kirche von jeherangenommen, daß Christus in der obigen feierlichen und bestimmten Anrede anseine Apostel eben diese Vergebung der Sünden gemeint habe, die er so oft von Gott erwarten läßt und selbst erbittet. — Den Sprachgebrauch haben daher Jene widersich, welche unter der Sündenvergebung entweder die Predigt des Heils oder dieAuSspendung der Taufe verstehen möchten. Alan sieht zugleich aus den angeführ-ten Stellen, daß die Sündenvergebung ein wahrhaft göttlicher Act ist, durch wel-chen die Menschen in ein solches Verhältniß mit Gott gesetzt werden, als wenn siegar nicht gesündigt bätten, daß sie somit nicht mehr Übertreter und strafbar, son-dern als heilig und Anspruch habend auf das ewige Leben vor ihm erscheine». DaßChristus diese Macht der Sündenvergebung gehabt und ausgeübt habe, kau» nichtzweifelhaft sein, wenn man auch nur die Geschichte vom Gichtbrüehigen betrachtet(Match. 9, 2 — 9). Er erklärte hier nicht die früher geschehene Nachlassung derSünden, sondern er ließ sie nach. Eine solche Gewalt hat nun auch Christusden Aposteln und durch diese der Kirche, den Nachfolgern der Apostel, ertheilt.— Indem auf diese Weise der Kirche, die Sündenvergebung auszusprechen, über-tragen worden, ist die herrlichste Anstalt der Leitung des Bußgeschästs gegrün-det. Nur dem wirklich reuigen, dem gebesserten Sünder kann, soll und darf die