842 Byssus Byzantiner (osiröinisches Reich)
im Styl ringt seine Leidenschaftlichkeit zwischen Überspannung und Erschlaffung.In Beschreibungen vonNaturgegenständen, von Scenen der Welt, von Ansichtendes bewegten Lebens ist Lord B. Meister. Läeuie Muse herrscht mit Adlerblickenüber den Hccidenr und Orient, Bilder holend aus Palmenwäldern und aus Eis-gebirgen. Nur aus England schaut sie »immer herab, und am liebsten wiegtsie sieh in den üppigen Duften des DrienkS, wo die Natur ein Engel und der Menschein Teufel scheint. Doch laßt sie sich träumerisch auf die Trümmer alter Größeund Herrlichkeit nieder, verzweifelnd an Gegenwart und Zukunft, bittere, fruchtloseLehren schöpfend aus der Vergangenheit. — Wer einen Gesammkeindruck fest-zuhalten vermag, wird das Wesentlichste dieser Charakteristik des Dichters in dengrößer» Werken des Lords, in „Chiltc Harold", „l l>e tlinuur", „Manfred" rc.belegt finden, während einzelne Züge durch einzelne kleinere Gedichte sich »ochgenauer werden erpruken lassen. „Bepvo" und „Don Juan" gehen ganz ausderEphäre, in der sich die Poesie B.'S bisher bewegt hat, heraus. Sie sindleicht im Styl, frivol im Inhalt, oft unverschämt; nur der bittere Hohn gegenAlles, was dem Menschen heilig sein sollte, ist ihnen mit den frühern Werkengemein. Das Gedicht „Mazeppa" bildet gleichsam einen Übergang von der erstenGattung der Erzählungen zu dieser zweiten. „Der Doge von Venedig" ist alsTrauerspiel zu viel mit Beschreibungen, RailormementS und Declamaüonen aus-geschmückt, und nicht frei von Theaterkunststücken, welche auch gewiß den Zu-schauer hinreißen würden, wenn die Handlung nicht durch die eben gerügten Aus-schmückungen zu sehr hingehalten würde. Lord B.'S Gedichte: „ I >>e i.->Ianck, orLl>ri<üü>i> Lncl !il-i cn»>,>',(!('»" (Lond. 1823) enthält einen Wechsel von schönenBildern aus der Südsee, und Schilderungen der Empörung des Kampfes unddes Todes (auf dem histor. Grunde von Will. Dligh'ö „Reise in das >Lüdmecr",übersetzt von Georg Förster (Berl. 1193). Ein andres Gedicht: „Ileuvcn .»><1tl>. s in vsterv" (franz. übersetzt 1823), ist eine Scene aus der Sündstut. ImAllgemeine» rechtfertigt auch Lord B. Buffon's Ausspruch: „Der Styl ist derMensch selbst". Die autobiographischen Memoiren B.'S vernichtete der Erbe die-ser Papiere, sein Freund Thomas Moore , aus Familienrücksichten. — Wir be-merken noch, daß der Verleger Murray an B. nach und nach für seine Gedichtean Honorar 15,155 Pf. St. bezahlt hat, und an Moore für dessen „Leben Byrons"(1828) 4000 Pf. Aus einem Tagebuche, das sein Freund, Capir. ThomasMedwin, der in Pisa mit ihm täglich umging, 1821 fg. daselbst gehalien hat,gab derselbe „tsonver^iioiu, ni borck kiviou" (Lond. 1821) heraus. Außerdemvgl. nian Lord B.'S Biographie von Wilh. Müller in den „Zeitgenossen", N.R., XVII; ferner „I.orck IHro» en !»>>><: et m> «tu», <Io
piäre, inediwü z,.-,, I« äl.irgui« ele 8j«Ivc>" (dem Vertrauten des Lords) (Lond-1825), und dessen „!'>>>:,te oorre^ai>sI.-uuc, iiiclual»^ I>I5 letters tu In»motlier" ic. (Lond. 1824, deutsch von Lotz). 29.
Byssus (Gossypzum und Pylon), die Baumwolle, die aus Indien schonzu Herodot's Zeiten, aus Ägypten aber noch früher kam. Mit Unrecht hielt manden Byssus sonst für eine feine Leinwand. Die aus dem BvssuS verfertigten feinenZeuche hießen insbesondere Sindones. Förster leitet das Wort Byssus aus demKoptischen ab. Ferner verstand man im Alterthum und versteht noch setzt unterByssus die haar- oder fadenähnlichen Auswüchse (den sogenannten Bart), womitVerschiedene Arten von Seemuscheln sich an den Klippen sesthänge». Besonderszeichnet die Steck- oder Seidenmuschel sich durch die Länge und seidenartige Fein-heit ihres Barthgares aus, woraus man noch jetzt in Sicilicn und Calabrien sehrdauerhafte Zeucht, auch Handschuhe und Strümpfe verfertigt.
Byzantiner. Dasbyzantinische oder oströmischeKaiserthum,welches anfangs von Asien die Länder diesseits desEuphrat, die Küste des schwarzen